Amerikanische Krypto-Lobbyisten könnten unser größtes Problem sein

- Prominente Persönlichkeiten der Krypto-Branche sehen sich mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert, dennoch wächst der Einfluss der Branche, und Bitcoin erreicht ein Rekordhoch.
- Der Kryptosektor hat seine Lobbyarbeit deutlich verstärkt und Millionen ausgegeben, um künftige Regulierungen zu beeinflussen, insbesondere im Vorfeld derdent2024.
- Trotz rechtlicher Rückschläge stiegen die politischen Spenden der Kryptoindustrie sprunghaft an, mit bedeutenden Beiträgen von Coinbase, der Blockchain Association und Binance.
Amerika, Land der Freiheit, Heimat der Mutigen, und nun auch noch ein Tummelplatz für Krypto-Lobbyisten, die den Begriff „Politikbeeinflussung“ auf eine ganz neue Ebene gehoben zu haben scheinen und damit eine Art politischen Krieg entfacht haben, der die Zukunft des Finanzwesens in den Vereinigten Staaten maßgeblich bestimmen könnte. Halten Sie mich fürmatic?
Okay.
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Man sollte meinen, dass Amerika angesichts aufsehenerregender Fälle wie dem von Sam Bankman-Fried, der wegen seiner Krypto-Geschäfte eine 25-jährige Haftstrafe verbüßt, und Changpeng „CZ“ Zhao, der wegen der Umgehung wichtiger Rechtsvorschriften auf sein Urteil wartet, kurz davor stünde, die Kryptowährungsbranche in den Griff zu bekommen. Ganz zu schweigen vom spektakulären Zusammenbruch digitaler Token wie Luna, der so manchen Krypto-Magnaten weniger als Zukunftsvision der Finanzwelt, sondern eher als abschreckendes Beispiel erscheinen lässt.
Spring nicht hinein.
Das sagen *sie*.
Der unsterbliche Geist der Krypto-Enthusiasten
Aber trotz aller Rückschläge läuft es für die Kryptoindustrie besser denn je. Bitcoin, das Aushängeschild der Kryptowährungen, erreichte kürzlich einen Rekordwert von 73.000 US-Dollar. Das liegt daran, dass die Bitcoin Miner ihre Aktivitäten etwas zurückgefahren haben und natürlich auch daran, dass die Türen für bitcoin -ETFs dank der Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC weit geöffnet wurden.
Was mich aber wirklich verblüfft, ist, wie der Kryptosektor angesichts all dieser regulatorischen Rückschläge seine Bemühungen um Einflussnahme auf zukünftige Regulierungsrahmen noch verstärkt hat. Und ich spreche hier nicht nur von ein paar Millionen Dollar, die in politische Kampagnen geflossen sind.
Oh nein. Es gibt eine ausgewachsene, gigantische Kampagne, die die Krypto-Lobbygelder von mageren 1,5 Millionen Dollar im Jahr 2020 auf unglaubliche 27 Millionen Dollar im Jahr 2022 ansteigen ließ. Und da das FTX-Drama diese Bemühungen nicht bremste, flossen 2023 noch größere cash, hauptsächlich von Coinbase, der Blockchain Association und Binance.
Es kommt noch besser – oder schlimmer, je nachdem, wie man es betrachtet.
Eine sogenannte Krypto-Dark-Money-Gruppe namens „Fairshake“ konnte allein im letzten Quartal 2023 rund 80 Millionen US-Dollar einwerben. Ihr Ziel war es, jeden Politiker, der die Unantastbarkeit von Kryptowährungen infrage stellte, auszuschalten. Senatorin Elizabeth Warren und Sherrod Brown gehörten dabei zu den Hauptzielen. Wie zu erwarten war.
Ein verstricktes Netz aus Geld und Politik
Die Dreistigkeit der Lobbyarbeit für Kryptowährungen liegt vor allem in ihrer Bereitschaft, sich kopfüber in die amerikanische Politik zu stürzen und damit das Ethos dessen in Frage zu stellen, wofür Kryptowährungen nach Ansicht vieler stehen – ein Finanzsystem, das nicht vom Einfluss traditioneller Machtstrukturen geprägt ist.
Und doch erleben wir gerade, wie die Kryptoindustrie die politische Landschaft in Amerika nicht nur beeinflusst, sondern aktiv mitgestaltet. Die von Fairshake und anderen Krypto-Befürwortern verbreitete Argumentation, Innovationen zu fördern und einen klareren Regulierungsrahmen zu benötigen, mag nobel klingen. Schaut man jedoch genauer hin, wird deutlich, dass das eigentliche Ziel darin besteht, eine Branche zu schaffen, in der sie mit minimaler Aufsicht florieren können.
Vergleiche mit den Lobbybemühungen des traditionellen Bankwesens und anderer Sektoren sind unvermeidlich.
Ja, die Lobbyarbeit im Kryptobereich mag im Vergleich zu den Giganten der Finanzwelt noch in den Kinderschuhen stecken, doch was sie auszeichnet, ist ihre zielgerichtete Aggressivität und der parteiübergreifende Einfluss. So geraten sowohl Republikaner als auch Demokraten ins Visier der Krypto-Lobbyisten.
Die Ironie des Ganzen? Kryptowährungen, einst als digitaler David gegen den Goliath des Finanzsystems gefeiert, haben sich nun dem „Sumpf“ angenähert, den sie einst trockenlegen wollten. Das widerwillige Eingeständnis der Blockchain Association, ihre Lobbyarbeit sei ein notwendiges Übel zum Schutz ihrer Interessen, verdeutlicht die paradoxe Lage unserer Branche.
Sooo, ja, das war's im Großen und Ganzen.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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