In einer bahnbrechenden Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dänemark (DTU) hat ein neu entwickeltes KI-System, ähnlich wie ChatGPT, einedentFähigkeit zur Vorhersage der individuellen Lebenserwartung und des Risikos eines vorzeitigen Todes demonstriert. Das KI-Modell mit dem Namen „life2vec“ wurde mit den persönlichen Daten von über einer Million Menschen in Dänemark trainiert und übertraf bestehende Systeme bei der Vorhersage von Ergebnissen, darunter Persönlichkeitsmerkmale und Todeszeitpunkt, mit bemerkenswerter Genauigkeit. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden in der Fachzeitschrift Nature Computational Science veröffentlicht.
KI mit persönlichen Daten trainieren
Zur Entwicklung des KI-Modells life2vec nutzten die Forscher einen umfangreichen Datensatz mit Gesundheits- und Arbeitsmarktinformationen von sechs Millionen Dänen, der zwischen 2008 und 2020 erhoben wurde. Dieser Datensatz enthielt unter anderem Angaben zu Bildung, Krankengeschichte, Einkommen und Beruf der einzelnen Personen. Die Daten wurden in textbasierte Informationen umgewandelt, um das KI-Modell zu trainieren, ähnlich der zugrundeliegenden Technologie gängiger KI-Anwendungen wie ChatGPT.
dentVorhersagegenauigkeit
Das trainierte KI-Modell life2vec zeigte außergewöhnliche Vorhersagefähigkeiten und übertraf die Leistung anderer fortschrittlicher Systeme. Die Forscher konzentrierten sich insbesondere auf die Vorhersage des Todeszeitpunkts. Sie evaluierten die Genauigkeit, indem sie das Modell mit anderen bestehenden KI-Modellen und Methoden verglichen, die von Lebensversicherungen zur Policenberechnung eingesetzt werden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Vorhersagen des life2vec-KI-Modells 11 % genauer waren als die aller anderen Modelle, was einen bedeutenden Fortschritt in der Sterblichkeitsprognose darstellt.
Lebensabläufe verstehen
Sune Lehman, Erstautor der Studie, erklärte, dass die Forschung darauf abzielte, das menschliche Leben als eine Abfolge von Ereignissen zu betrachten, ähnlich einem Satz in einer Sprache, der aus Wörtern besteht. Während dies typischerweise eine Aufgabe für Transformer-Modelle in der KI ist, passte die Studie diese Modelle an, um „Lebenssequenzen“ oder Ereignisse zu analysieren, die sich im Laufe des Lebens einer Person ereignen. Dadurch konnte das Modell präzise Vorhersagen über zukünftige Ereignisse auf der Grundlage vergangener Bedingungen und Erfahrungen treffen.
Faktoren, die die Mortalität beeinflussen
Die Forscher untersuchten auch weitergehende Fragestellungen, beispielsweise die Wahrscheinlichkeit des Todes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Ihre Ergebnisse deckten sich mit bestehenden Studien und zeigten, dass Faktoren wie Führungspositionen, hohes Einkommen und Geschlecht die Überlebensrate signifikant beeinflussten. So hatten beispielsweise Personen in Führungspositionen oder mit höherem Einkommen eine höhere Lebenserwartung, während männliches Geschlecht, besondere Qualifikationen oder eine psychische Erkrankung das Risiko eines vorzeitigen Todes erhöhten.
Implikationen und ethische Überlegungen
Die Studie belegt zwar das immense Potenzial des KI-Modells life2vec, doch die Forscher betonen, dass ethische Bedenken und Datenschutzfragen sorgfältig geprüft werden müssen. Sie warnen davor, das Modell in der Lebensversicherung einzusetzen, da das Wesen der Versicherung auf der Risikoteilung zwischen den Individuen beruht. Darüber hinaus sind der Schutz sensibler Daten und die Behebung von Datenverzerrungen entscheidende ethische Aspekte beim Einsatz solch fortschrittlicher KI-Systeme.
Verbesserung personalisierter Interventionen
Die Forscher sind überzeugt, dass das KI-Modell life2vec wertvolle Einblicke in Mechanismen liefern kann, die Lebensergebnisse beeinflussen, und somit Möglichkeiten für personalisierte Interventionen eröffnet. Durch diedentdieser Mechanismen können Forscher und politische Entscheidungsträger Wege zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Lebensqualität von Einzelpersonen erforschen.
Eine Studie von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dänemark hat das KI-Modell life2vec vorgestellt, das bemerkenswerte Lebenserwartungen und das Risiko eines vorzeitigen Todes vorhersagen kann. Obwohl die Vorhersagegenauigkeit des Modells bemerkenswert ist, müssen ethische Bedenken und Datenschutzfragen bei der Anwendung in der Praxis sorgfältig geprüft werden. Diese bahnbrechende Forschung eröffnet eine neue Ära personalisierter Interventionen und ein tieferes Verständnis der Faktoren, die unser Leben prägen.

