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Ist der KI-Boom für den Aktienmarkt nachhaltig?

VonJai HamidJai Hamid
Lesezeit: 4 Minuten
Ist der KI-Boom für den Aktienmarkt nachhaltig?
  • KI-Aktien wie die von Nvidia und Microsoft tragen den Aktienmarkt auf ihren Schultern, aber die Leute befürchten, dass dies nicht ewig so weitergehen kann.
  • Die Europäische Zentralbank ist der Ansicht, dass wir uns in einer KI-Blase befinden, weil zu viel Geld in zu wenigen Unternehmen gebunden ist.
  • Investoren trennen sich von teuren Chip-Aktien und investieren stattdessen in KI-Softwareunternehmen wie Palantir und Snowflake, die solide Gewinne erzielen.

Der KI-Hype hat den Aktienmarkt in ein Spielwiese für Tech-Giganten verwandelt. In den letzten zwei Jahren haben Unternehmen wie Nvidia, Microsoft und andere der sogenannten „Magnificent Seven“ den Begriff Erfolg neudefi.

Zusammen machen diese Giganten etwa ein Drittel des Wertes des S&P 500 aus, und ihre kombinierte Marktkapitalisierung ist um 100 % gestiegen, während der Index selbst nur um 50 % zulegte. Doch dieser Boom wirft eine entscheidende Frage auf: Kann der Markt dieses Maß an Konzentration und Hype verkraften, oder stehen wir am Rande einer durch KI ausgelösten Blase?

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte kürzlich in ihrem Finanzstabilitätsbericht vor diesem Risiko und wies auf die Gefahren einer „Konzentration bei wenigen großen Unternehmen“ hin. Der Begriff „Blase“ wird von Zentralbanken nicht leichtfertig verwendet, doch hier wurde er – in klarer, unmissverständlicher Sprache – verwendet.

Die EZB wies darauf hin , dass jegliche Fehlentscheidungen dieser KI-Giganten bei den Gewinnen ripple Folgen für die globalen Märkte haben könnten, angesichts der überragenden Rolle der USA im globalen Finanzökosystem.

KI-Aktien dominieren den Markt wie nie zuvor

Künstliche Intelligenz hat einige wenige Unternehmen unentbehrlich gemacht. Nvidias GPUs stehen im Zentrum des KI-Booms und machen das Unternehmen zum unangefochtenen Marktführer im Chipsektor. Microsoft hat KI genutzt, um seine Cloud-Computing- und Produktivitätstools zu optimieren.

Zusammen mit anderen Tech-Giganten haben sie so viel von den Marktgewinnen eingestrichen, dass viele Anleger beunruhigt sind. Der S&P 500 ist unausgewogen, und Tech-Aktien stehen seit fast zwei Jahren ganz oben auf der Liste der Sorgen von Fondsmanagern.

Die Vorstellung, dass sich das Gleichgewicht letztendlich wiederherstellen wird, ist weit verbreitet, doch bisher gibt es keinerlei Anzeichen dafür. Investoren gingen ursprünglich davon aus, dass sich die Dominanz der US-amerikanischen Technologiekonzerne im Jahr 2023 abschwächen und die Gewinne sich auf andere Sektoren und Regionen ausweiten würden.

Stattdessen ist das Gegenteil eingetreten. Die Kluft zwischen den USA und dem Rest der Welt hat sich vergrößert, und die vermeintlichen Vorteile der KI sind in anderen Branchen nicht nennenswert angekommen. Zum Vergleich: Der heutige Markt ist vergleichbar mit der Dotcom-Ära.

Damals basierte der Hype auf spekulativen Bewertungen ohne entsprechende Ertragskraft. Heutige KI-Marktführer wie Nvidia erzielen hingegen sensationelle Gewinne, die ihre hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse rechtfertigen. In einer Analyse der Investmentfirma GMO hieß es Anfang des Jahres, dass „heute weniger auf dem Spiel steht“, da Anleger im Vergleich zu den überzogenen Erwartungen des Jahres 2000 weniger von Mega-Cap-Unternehmen erwarten.

Doch es gibt einen Haken. Diese Unternehmen müssen ihr rasantes Wachstum beibehalten, um ihre Bewertungen zu halten. Das Risiko eines Rückschlags (sei es technologischer, geopolitischer oder regulatorischer Natur) könnte verheerend sein, nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern für den gesamten Markt.

Veränderungen im KI-Handel: Chips vs. Software

Im KI-Sektor hat sich ein deutlicher Kurswechsel vollzogen. Während Chiphersteller wie Nvidia und ARM die erste Phase des KI-Booms dominierten, bevorzugt die Wall Street nun Softwareunternehmen. Der November war ein defiMonat.

Daten zeigen, dass Software-ETFs um 16 % gestiegen sind – ihre beste Monatsperformance seit einem Jahr. Halbleiter-ETFs hingegen verzeichneten ein Wachstum von unter 1 %. Anleger ziehen sich angesichts der hohen Bewertungen und der wachsenden Risiken der Handelsspannungen zwischen den USA und China von Chipherstellern zurück.

Der jüngste Quartalsbericht von Nvidia verdeutlichte diesen Wandel. Obwohl die Erwartungen der Wall Street übertroffen wurden, konnte die Aktie keine Begeisterung auslösen. Im Vergleich dazu konnten Softwareunternehmen wie Palantir und SnowflaketronPrognosen abgeben und einen rasanten Kursanstieg verzeichnen.

Analysten gehen davon aus, dass der Rückenwind im Bereich KI sich von der Infrastruktur – den für den Betrieb von KI benötigten Chips und Servern – hin zu Software und Dienstleistungen verlagert. Dieser Wandel ist nachvollziehbar. Chips erlebten ihren Boom, weil alle fieberhaft daran arbeiteten, die Grundlage für KI zu schaffen.

Doch nun versuchen Unternehmen, KI-Anwendungen zu monetarisieren. Palantir beispielsweise profitiert von der hohen Nachfrage nach seinen KI-gestützten Datenanalysetools. Microsoft integriert KI kontinuierlich in seine Dienste und generiert so wiederkehrende Einnahmen, die für Investorentracsind.

Der Halbleitersektor scheint jedoch zunehmend überbewertet zu sein. Der Philadelphia Semiconductor Index notiert beim 24-Fachen des geschätzten Gewinns und liegt damit deutlich über seinem 10-Jahres-Durchschnitt von 18. Aktien wie die von Nvidia gehören zu den teuersten am Markt und lassen kaum Spielraum für Fehler.

Im Gegensatz dazu sind Softwareunternehmen einem geringeren Risiko durch Handelskriege ausgesetzt und weniger anfällig für die Art von zyklischen Abschwüngen, die häufig die Hardwarebranche treffen.

Dennoch bleibt Skepsis bestehen. Die alltäglichen Anwendungen von KI erfüllen oft nicht die hohen Erwartungen. Kundenservice-Bots haben Schwierigkeiten, selbst einfache Anfragen zu beantworten, und KI-generierte Inhalte sind fehlerhaft. Vielen fällt es schwer, diese Einschränkungen mit der Vorstellung zu vereinbaren, dass KI die Produktivität massiv steigern wird.

Handelskriege und KI-Wachstum

Die Handelsspannungen unter dem designiertendentDonald Trump sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Trumps Versprechen, zusätzliche Zölle auf China, Kanada und Mexiko zu erheben, hat das Vertrauen der Investoren in den Chipsektor bereits erschüttert.

Das Chips-Gesetz, das die heimische Halbleiterproduktion ankurbeln soll, stößt auf Kritik und sorgt für zusätzliche Unsicherheit in einem ohnehin schon volatilen Markt.

Softwareunternehmen sind diesen Risiken weniger ausgesetzt. Ihre Geschäftsmodelle basieren stärker auf geistigem Eigentum und Dienstleistungen als auf der Fertigung, was sie in den Augen von Investoren zu einer sichereren Anlage macht. Diese Divergenz führt zu einer Abwanderung von Chipherstellern hin zu softwareorientierten Unternehmen.

Dennoch wird der Chipsektor weiterhin relevant bleiben. Bloomberg Intelligence schätzt, dass die Gewinne der Halbleiterindustrie bis 2025 um 40 % steigen werden, verglichen mit lediglich 12 % im Software- und Dienstleistungssektor. Der KI-Markt hat eindeutig eine neue Phase erreicht.

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Haftungsausschluss. Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitan/ übernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

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