Die dezentrale Kryptobörse Aevo für Perpetual-Anleihen und Optionen erlebte kürzlich einen starken Anstieg und anschließenden Rückgang des täglichen Handelsvolumens, was Bedenken hinsichtlich möglicher Marktmanipulation aufkommen ließ. Das Volumen schnellte von rund 100 Millionen US-Dollar auf über 4,5 Milliarden US-Dollar in die Höhe, nur um kurz darauf wieder auf den Ausgangswert zurückzufallen.
Volatilität des Aevo-Handelsvolumens weckt Misstrauen
Viele Marktteilnehmer warfen dem Marktteilnehmer vor, den sprunghaften Anstieg des Handelsvolumens auf Wash-Trading – eine betrügerische Praxis, bei der ein Händler die Handelsaktivität künstlich erhöht, indem er in ein und demselben Geschäft sowohl als Käufer als auch als Verkäufer auftritt. Dadurch entsteht ein falscher Eindruck erhöhter Handelsaktivität.
Julian Koh, der Gründer von Aevo, ging auf diese Vorwürfe ein und erklärte, dass einige Nutzer die Volumina auf über eine Milliarde Dollar aufgebläht hätten, um sich für Airdrops zu qualifizieren. Er stellte jedoch klar, dass dieser Anstieg vor der Erstellung eines Snapshots stattfand und die Aktivität inzwischen eingestellt wurde.
Dieses Boom-Bust-Muster ist nicht auf Aevo beschränkt. Auch andere Protokolle wie Blast, Ether.Fi und EigenLayer verzeichneten einen Anstieg des Gesamtwerts der gesperrten Vermögenswerte (TVL), da Händler an einer Strategie namens Airdrop- Farming teilnehmen. Bei dieser Strategie parken sie Gelder, um Treuepunkte zu sammeln, die in wertvolle Token umgewandelt werden können, wenn die Protokolle diese per Airdrop ausgeben.
Auf traditionellen Wertpapiermärkten wie dem Aktienmarkt ist Wash Trading strengstens verboten. Auch im Kryptobereich gab es verstärkte regulatorische Maßnahmen. Vorwürfe des Wash Trading in sozialen Medien veranlassten anonyme Analysten und Autoren, Bedenken hinsichtlich des plötzlichen Anstiegs des täglichen Handelsvolumens auf Aevo zu äußern.
DeFi Made Here, ein Analyst unter Pseudonym, wies darauf hin, dass das tägliche Handelsvolumen der Börse auf fast 5 Milliarden US-Dollar angestiegen sei, wobei große Optionsgeschäfte mit Ausübungspreisen deutlich aus dem Geld erfolgten. Diese Aktivitäten, zusammen mit dem rasanten Anstieg und Fall des Volumens, weckten den Verdacht auf mögliche Marktmanipulation.
Airdrop-Farming und regulatorische Überprüfung
Ein bemerkenswertes Beispiel ereignete sich am 17. Februar, als Ether (ETH) zwischen 2.720 und 2.820 US-Dollar notierte. Damals wurden auf Aevo 3.025 ETH-Call-Optionen gehandelt, die weit aus dem Geld (OTM) lagen. Diese Optionen sollten am selben Tag verfallen, was aufgrund der ungewöhnlichen Natur solcher Transaktionen Skepsis hervorrief. Die Daten zeigten, dass das tägliche Optionsvolumen auf Aevo am 29. Februar von 100 Millionen auf 4,56 Milliarden US-Dollar anstieg, bevor es wieder auf unter 50 Millionen US-Dollar zurückging.
Diese Schwankung, kombiniert mit der Art der Optionsgeschäfte, nährte den Verdacht auf Wash Trading. Es ist wichtig zu beachten, dass jedertraceinen bitcoin (BTC) oder Ether (ETH) repräsentiert. Daher kann selbst ein geringes Maß an Wash Trading das Nominalvolumen in einem Markt mit Aufwärtstrend künstlich erhöhen.
Der Entwickler von DeFiLama teilte diese Bedenken und erklärte, der Anstieg des Handelsvolumens sei wahrscheinlich auf Wash-Trading zurückzuführen, insbesondere angesichts des Programms von Aevo, das Handelsvolumen für die Teilnahme an Airdrops belohnte. Aevo hatte ein Farming-Programm gestartet, um frühe Nutzer mit dem AEVO-Token basierend auf Handelsvolumen, Gebühren und Loyalität zu belohnen.
Dieses Programm, das am 13. März mit einem AEVO-Token-Airdrop im Wert von 95 Millionen US-Dollar an die Nutzer endete, war eng mit der Plattformnutzung verknüpft. Darüber hinaus beflügelte der Start von Aevo auf der Kryptowährungsbörse Binance mit einem neuen Launch-Pool das Interesse am Farming des AEVO-Tokens durch Staking BNB und FDUSD.
Der sprunghafte Anstieg und der darauffolgende Rückgang des täglichen Handelsvolumens auf Aevo sowie die Vorwürfe des Wash-Tradings und des Airdrop-Farmings haben die Herausforderungen und Risiken dezentraler Kryptobörsen verdeutlicht. Regulatorische Kontrollen und Transparenzmaßnahmen werden voraussichtlich eine entscheidende Rolle dabei spielen, diese Bedenken auszuräumen und die Integrität des Marktes zu gewährleisten.

