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Uneinigkeit zwischen den USA und der EU in der Ölfrage belastet den indischen Handel, während die Rupie auf ein Rekordtief stürzt

In diesem Beitrag:

  • Trump ordnete an, dass Indien den Kauf von russischem Öl einstellen solle, und verhängte bei dessen Weigerung Zölle in Höhe von 50 %.
  • Indiens Importe von russischem Rohöl sinken im Oktober auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag.
  • Indische Käufer fordern Preisnachlässe von 10 Dollar, da die Risiken steigen und sich die politischen Differenzen zwischen der EU und den USA vergrößern.

Indiens Ölhandel und Devisenmärkte leiden direkt unter den Folgen der diese Woche offen zutage getretenen politischen Differenzen zwischen Washington und Brüssel in Bezug auf russisches Öl.

Im Oktober dürften Indiens Importe von russischem Rohöl gegenüber dem jüngsten Niveau leicht sinken, während die Rupie gerade auf ein Rekordtief gegenüber dem Dollar gefallen ist. Die Folgen von Donald Trumps Druckkampagne gegen Russland treffen die indische Wirtschaft nun deutlich.

Die USA, die EU und die G7-Verbündeten hatten sich nach dem Einmarsch in die Ukraine darauf geeinigt, die russischen Energiegewinne zu begrenzen, ohne die Öllieferungen vollständig zu unterbinden. Ihr Ausweg war ein Preisdeckelungssystem: Drittländer wie Indien durften weiterhin russisches Öl importieren, jedoch nur unterhalb eines festgelegten Preises. Ziel war es, den Ölfluss aufrechtzuerhalten, aber gleichzeitig cashdes Kremls zu entziehen.

Dann griff Trump ein. Trump, der nun wieder im Weißen Haus saß, gab den ursprünglichen Obergrenzenansatz auf und wies Indien an, die Einfuhr von russischem Öl vollständig einzustellen.

Als Neu-Delhi ablehnte, verhängte Trump 50-prozentige Zölle auf Indiens Exporte in die USA und verknüpfte die Sanktionen mit einem umfassenderen Vorstoß, Moskau zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt zu zwingen. Diese Zölle traten letzten Monat in Kraft und haben bereits spürbare Auswirkungen.

Trump fordert vollständigen Stopp, die EU drängt auf strengere Obergrenzen

Die EU ist sich nicht einig. EU-dent Ursula von der Leyen erklärte am Mittwoch, der Staatenbund wolle den Ausstieg aus russischen fossilen Brennstoffen beschleunigen. Brüssel hatte die Preisobergrenze für russisches Öl gerade erst von 60 auf 47,60 US-Dollar pro Barrel gesenkt, doch die USA unterstützten diesen Schritt nicht.

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EU-Beamte befinden sich derzeit in Washington und versuchen, die Koordination mit der G7 wiederherzustellen.

Richard Bronze, Leiter der Geopolitik bei Energy Aspects, sagte : „Die Sanktionskoordinierung zwischen den USA und den anderen G7-Staaten scheint unter der Trump-Administration weitgehend zusammengebrochen zu sein.“

Durch diese Fehlentscheidung steckt Indien zwischen zwei Ansätzen: dem einen, der den Handel mit Preisnachlässen fördert, dem anderen, der einen vollständigen Stillstand fordert.

Indische Ölkäufer versuchen unterdessen, sich abzusichern. Vier am Verkauf beteiligte Händler gaben an, dass indische Importeure nun von russischen Verkäufern Rabatte von 10 US-Dollar pro Barrel fordern, um die Preisobergrenze einzuhalten.

Im September lagen die Rabatte bei etwa 2-3 Dollar, aber aufgrund der wachsenden Kluft zwischen den USA und der EU beobachten die Banken jetzt jedes Geschäft genau.

Nicht alle spielen mit. Einige russische Verkäufer gaben gegenüber Käufern an, die Rabatte seien zu hoch. Zwei Händler berichteten, diese Ladungen würden stattdessen nach China umgeleitet. Daher dürften die Lieferungen nach Indien im Oktober auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag sinken, nach 1,6 Millionen im September und 1,5 Millionen im August.

Die EU erlaubt weiterhin westliche Schifffahrt und Versicherung, allerdings nur, solange der Ölpreis unter der festgelegten Obergrenze bleibt. Da Brent-Rohöl derzeit bei 67 US-Dollar liegt, kostet der Großteil des nach Indien exportierten russischen Rohöls deutlich mehr. 

Westliche Reedereien könnten verdrängt werden, und Russland setzt verstärkt auf seine Schattenflotte, deren Tanker durch eine russische Versicherung abgedeckt sind und außerhalb westlicher Kontrolle operieren.

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Zölle treiben Investorenabwanderung an, während die Rupie ein Allzeittief erreicht

Während der Ölstreit andauert, sind die wirtschaftlichen Folgen bereits spürbar. Am Donnerstag fiel die indische Rupie gegenüber dem US-Dollar auf 88,44 und durchbrach damit ihren bisherigen Tiefststand von 88,36.

Die indische Zentralbank verkauft Dollar, um das Tempo des Kursverfalls zu kontrollieren, aber nicht, um ein bestimmtes Niveau zu schützen, sagen Banker.

Ausländische Investoren haben in diesem Jahr 11,7 Milliarden US-Dollar aus Indiens Anleihen- und Aktienmärkten abgezogen. Die hohen US-Zölle erschüttern das Vertrauen in Indiens Finanzstabilität.

Die meisten anderen asiatischen Währungen halten sich besser, begünstigt durch Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve nächste Woche die Zinsen senken könnte. Indien hingegen hat diesen Spielraum nicht.

Die endgültigen Ölmengen für Oktober werden nach Abschluss der Handelsgespräche in zwei Wochen feststehen. Doch alles deutet darauf hin, dass Indien weniger russisches Rohöl importieren, dafür mehr für die erhaltenen Mengen bezahlen und den Druck allein tragen wird, während die westlichen Verbündeten in ihrer Sanktionsstrategie auseinanderdriften.

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