Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal überraschend stark zugelegt: Das BIP-Wachstum wurde von zuvor geschätzten 2,8 % auf 3,0 % nach oben korrigiert. Das ist ein bedeutendes Ergebnis, denn es bedeutet, dass die Wirtschaft besser dasteht als allgemein erwartet. Möglicherweise defisie damit einer Rezession.
Aber hier liegt der Haken: Bei einem solchen BIP-Wachstum könnte die US-Notenbank mit Zinssenkungen zögern. Hohe Zinsen verteuern Kredite, wodurch weniger leicht verfügbares Kapital für risikoreiche Anlagen wie Bitcoinzur Verfügung steht.

Viele hatten bereits erwartet, dass die Fed die Zinssenkungen verlangsamen würde, und der Anstieg des BitcoinKurses um 5,2 % nach den ersten BIP-Zahlen könnte eine classic „Buy the rumor, sell the news“-Situation gewesen sein.
Auch der BIP-Deflator, ein Maß für die Inflation, stieg leicht von 2,3 % auf 2,5 %. Nicht viel, aber immerhin vorhanden. Für Bitcoinkönnte eine höhere Inflation ihn alstracgegen einen Wertverlust des Dollars attraktiver machen.
Wenn die Inflation hingegen nicht zu hoch ausfällt, wird die Fed die Zinsen wohl nicht so bald senken. Bitcoin befindet sich daher in einer Art Schwebezustand und wartet ab, was als Nächstes passiert.

Nach dem starken Anstieg der letzten Woche ist der Kurs wieder in seine alte Spanne zurückgefallen. Die wichtige Unterstützung liegt bei etwa 56.000 US-Dollar. Bleibt der Kurs darüber, könnte ein erneuter Versuch in Richtung 64.000 US-Dollar möglich sein. Fällt er jedoch darunter, ist alles offen und weitere Verluste sind denkbar. Der Fear & Greed Index liegt bei 45, was relativ neutral ist, doch es herrscht defi die Stimmung, dass der Markt in beide Richtungen gehen kann.
Und die Gesamtlage der US-Wirtschaft sieht weiterhin recht robust aus. Sicher, die Inflation liegt über dem Zielwert der Fed von 2 %, aber sie liegt deutlich unter den 9 %, die wir auf dem Höhepunkt der Pandemie verzeichneten.
Die Löhne der Arbeitnehmer sind stabil, die Entlassungszahlen niedrig, und obwohl die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen ist, ist die Lage immer noch nicht allzu dramatisch. Und genau zu dem Zeitpunkt, als die BIP- Daten sanken, veröffentlichte das Arbeitsministerium Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die keine großen Veränderungen aufwiesen und somit für Stabilität sorgten.
Die Aktienmärkte reagierten positiv auf die Nachricht und eröffneten höher. Die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte im nächsten Monat sinkt jedoch. Der Markt scheint zwar von einer Zinssenkung auszugehen, aber nicht von einer allzu drastischen.
Die Lage für Kryptowährungen, insbesondere für Bitcoin, ist durchwachsen. Sollte die US-Notenbank die Zinsen unverändert lassen, könnte ein Teil des Kapitals wieder in traditionelle Anlagen fließen, wodurch Bitcoin für Anleger, die auftracGewinn aus sind, weniger attraktiv würde.
Mit Blick auf die Zukunft wird bereits über ein BIP-Wachstum von rund 2 % im dritten Quartal spekuliert. Steigende Arbeitslosigkeit könnte die US-Notenbank zu Zinssenkungen veranlassen, doch derzeit dürfte sie eher auf Nummer sicher gehen, sofern die Daten nicht deutlich nach unten zeigen.

