Die US-Banken erleiden massive Verluste, wobei die nicht realisierten Verluste aus ihren Wertpapieren bis zum dritten Quartal 2024 auf 750 Milliarden Dollar in die Höhe schnellen werden.
Das ist siebenmal höher als die nicht realisierten Verluste während der Finanzkrise 2008, als die Banken Verluste in Höhe von 100 Milliarden Dollar verzeichneten.
Diese Verluste stehen in direktem Zusammenhang mit Wertpapieren, die Banken zuvor erworben hatten, insbesondere mit ihren zum Verkauf verfügbaren (AFS) und bis zur Endfälligkeit gehaltenen (HTM) Portfolios.
Höhere Zinsen und eine instabile Wirtschaftslage belasten den Markt massiv und lassen die Vermögenswerte flächendeckend sinken. US-Banken spüren die Auswirkungen deutlich, und der finanzielle Schaden ist unübersehbar.
Steigende Verluste bei Wertpapieren
Doch was treibt diese Verluste wirklich an? Ein Großteil stammt vondentWertpapieren für Wohnimmobilien (RMBS). Höhere Hypothekenzinsen haben die Kurse dieser Wertpapiere einbrechen lassen und die Banken tiefer in die roten Zahlen getrieben
Die Lage ist für Unternehmensanleihen und Staatsanleihen kaum besser. Steigende Zinsen haben deren Bewertung stark beeinträchtigt und die unrealisierten Verluste der Banken weiter in die Höhe getrieben.
Die Daten lügen nicht. Wie die Bank of America kürzlich mitteilte, belaufen sich ihre Anleiheverluste auf rund 85,7 Milliarden US-Dollar. Allein ihr Portfolio an bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapieren ist in den letzten drei Jahren um 116 Milliarden US-Dollar geschrumpft.
Die Verluste in diesem Portfolio summieren sich auf rund 10 Milliarden US-Dollar pro Quartal. Bemerkenswert ist auch, dass es in den USA derzeit 1.027 Banken mit einem Vermögen von über 1 Milliarde US-Dollar gibt. Davon weisen 47 zum 30. Juni nicht realisierte Verluste von mehr als 50 % ihres Eigenkapitals aus.
Überprüfung und regulatorische Reaktion
Die Aufsichtsbehörden schauen nicht tatenlos zu. Die FDIC geht hart gegen die Banken vor und fordert sie auf, ihre Liquiditätsstresstests zu verschärfen und das Management ihrer nicht versicherten Einlagenrisiken ernst zu nehmen.
Es steht viel auf dem Spiel. US-Banken bewegen sich auf einem schmalen Grat, und die Aufsichtsbehörden beobachten jeden Schritt genau. Liquiditätsengpässe sind hier das Schlüsselwort. Von den Banken wird erwartet, dass sie diese Verluste bewältigen, doch das ist leichter gesagt als getan.
Analysten sind sich uneins darüber, wie sich die Dinge entwickeln werden. Einige sagen, dass Banken bis zu 25 % ihrer unrealisierten Verluste wieder hereinholen könnten, wenn sich die Zinssätze stabilisieren oder sinken.
Aber das ist eine große Unbekannte. Die Wirtschaft ist in einem desolaten Zustand, und niemand kann vorhersagen, was als Nächstes passiert. Die Marktvolatilität wird uns erhalten bleiben, und die Banken werden sich anpassen müssen oder untergehen. Es gibt keinen einfachen Ausweg.
Ein kurzer Hoffnungsschimmer keimte auf, als die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe von 4,34 % Ende Juni 2024 auf 3,73 % zum Redaktionsschluss fiel.
Das entspricht einem Rückgang um 61 Basispunkte. Wenn die Anleiherenditen fallen, steigen die Anleihekurse, was Banken hilft, einen Teil ihrer Verluste wieder wettzumachen. Der Schaden ist jedoch bereits angerichtet.
Anfang des Jahres erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen einen Höchststand von 4,48 %. Die Banken, die diese langfristigen Wertpapiere in der Niedrigzinsphase hielten, stecken nun in großen Schwierigkeiten. Sie glaubten, sichere Renditen zu erzielen, doch nun drohen ihnen Verluste.
US- defisteigt rasant
Zu dem finanziellen Chaos trug auch bei, dass das defider Biden-Administration für das Fiskaljahr 2024 1,833 Billionen Dollar erreichte, ein Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr.
Dies ist das dritthöchste defiin der Geschichte der USA, nur übertroffen von den COVID-19-Jahren 2020 und 2021. Die Gesamteinnahmen der Regierung beliefen sich auf 4,9 Billionen US-Dollar, was beeindruckend klingt, aber die Ausgaben von 6,75 Billionen US-Dollar nicht decken konnte. Eine einfache Rechnung zeigt, dass das ein Problem ist.
Die Staatsverschuldung beläuft sich aktuell auf 35,7 Billionen Dollar, ein Anstieg um 2,3 Billionen Dollar gegenüber dem Fiskaljahr 2023. Je höher die Staatsverschuldung ist, desto mehr Zinsen muss der Staat zahlen.
Und allein im Jahr 2024 belaufen sich die Zinsen auf 1,16 Billionen Dollar – erstmals überschreiten die Zinsausgaben damit die Billionen-Dollar-Grenze. Die Wirtschaft ächzt unter der Last dieser Schulden.
Die Zinsaufwendungen sind mittlerweile der drittgrößte Posten im Haushalt, nach der Sozialversicherung und den Gesundheitskosten. Das Congressional Budget Office (CBO) prognostiziert für die Zukunft noch größere Belastungen.
Es wird erwartet, dass das defibis 2034 auf 2,8 Billionen Dollar ansteigen wird. Auf der Schuldenseite rechnet das CBO damit, dass die Staatsverschuldung bis 2034 auf 122 % des BIP anwachsen wird.

