Nach einer sehr kurzen Pause von vier Tagen setztedent Trump am Dienstagabend seine öffentlichen Beleidigungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, fort und griff ihn wegen der seiner Meinung nach Zerstörung des US-Immobilienmarktes scharf an.
In einem Beitrag auf Truth Social schrieb :
„Könnte bitte jemand Jerome ‚Too Late‘ Powell mitteilen, dass er der Immobilienbranche schwer schadet? Wegen ihm bekommen die Leute keine Hypotheken mehr. Es gibt keine Inflation, und alles deutet auf eine massive Zinssenkung hin. ‚Too Late‘ ist eine Katastrophe!“
Der Beitrag erschien zu einem Zeitpunkt, an dem die Daten zum Wohnungsmarkt weiterhin Schwächen zeigen und die Stimmung unter Bauträgern landesweit sinkt. Trotz eines leichten Anstiegs im Wohnungsbau im letzten Monat ist das Vertrauen der Bauunternehmen erneut gefallen, die Hypothekenzinsen bleiben hoch und Anreize werden großzügig verteilt.
Ökonomen sehen keine Besserung in Sicht, und Trump, der sich nun in seiner zweiten Amtszeit im Weißen Haus befindet, gibt Powell direkt die Schuld für die Verzögerung von Zinssenkungen, die seiner Meinung nach längst überfällig sind.
Hausbauunternehmen senken die Preise, da die Nachfrage weiterhin schwach bleibt
Im vergangenen Monat stiegen die Baubeginne im US-amerikanischen Wohnungsbau um 5,2 % auf eine annualisierte Rate von 1,43 Millionen Häusern. Dies ist der höchste Wert seit fünf Monaten und wurde hauptsächlich durch einen Anstieg im Mehrfamilienhausbau getragen. Dennoch ist die Stimmung unter den Bauträgern gedrückt. Der Wohnungsmarktindex der National Association of Home Builders/Wells Fargo fiel im August auf 32 Punkte, den niedrigsten Stand seit Dezember 2022, nach 33 Punkten im Juli. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 34 Punkte gerechnet.
Der Rückgang spiegelt tiefe Besorgnis über die Bezahlbarkeit von Wohnraum und die Zurückhaltung potenzieller Käufer wider. Buddy Hughes, Vorsitzender der NAHB und Bauunternehmer in Lexington, North Carolina, erklärte: „Bezahlbarkeit bleibt die größte Herausforderung für den Wohnungsmarkt, und Käufer warten auf sinkende Hypothekenzinsen, um einen Kauf zu tätigen.“ Hughes wies zudem auf die seit Langem bestehenden Probleme hin, mit denen Bauträger im Zusammenhang mit Grundstücksregulierungen und anderen bürokratischen Hürden im Baubereich konfrontiert sind.
Die aktuelle Lage hat über ein Drittel der Hausbauunternehmen zu Preissenkungen gezwungen, im Durchschnitt um 5 %. Zudem bieten 66 % der Firmen Verkaufsanreize an – so viele wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr. Käufer sind schwer zu finden, und Interessenten warten ab, bis die Zinsen sinken. Gleichzeitig ist der Optimismus der Bauunternehmen hinsichtlich zukünftiger Verkäufe ungebrochen, und die aktuelle Marktlage hat sich sogar verschlechtert.
Regional betrachtet sank das Vertrauen im Nordosten auf den niedrigsten Stand seit Januar 2023. Im Süden und Mittleren Westen blieb die Stimmung unverändert, während sich die Lage im Westen nur geringfügig verbesserte. Die Kundenfrequenz in den Geschäften war zwar etwas höher als im Mai, bleibt aber insgesamt schwach.
Die Hypothekenzinsen sinken leicht, aber der Druck auf Powell wächst
Der Zinssatz für 30-jährige Festzinsdarlehen fiel letzte Woche auf 6,58 %. Das ist der niedrigste Stand seit Oktober und fast einen halben Prozentpunkt niedriger als zu Jahresbeginn. Doch dieser Rückgang reichte nicht aus, um den Markt zu bewegen. Käufer warten weiterhin ab, und Bauträger erleiden nach wie vor Verluste.
Robert Dietz, Chefökonom der NAHB, sagte: „Angesichts des sich abschwächenden Immobilienmarktes und anderer aktueller Wirtschaftsdaten sollte der geldpolitische Ausschuss der Fed die Senkung des Leitzinses wieder in Erwägung ziehen. Dies würde die Finanzierungskosten für den Wohnungsbau reduzieren und indirekt die Hypothekenzinsen stützen.“ Doch Powell hat sich nicht bewegt. Alle Augen richten sich nun auf die nächste Sitzung der Fed, bei der die Erwartungen an eine Zinssenkung immer lauter werden.
Diese Woche veröffentlicht das US-amerikanische Census Bureau die Daten für Juli zu Baubeginnen und Baugenehmigungen für neue Wohnhäuser. Die Aussichten sind nicht vielversprechend. Im Juni fielen die Baubeginne für Einfamilienhäuser auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten, und die Baugenehmigungen erreichten den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren. Ökonomen erklärten gegenüber Reuters, sie erwarteten für Juli keine wesentliche Verbesserung.

