S&P 500 und Nasdaq Composite erreichten nach US-Arbeitsmarktbericht neue Allzeithochs

- Der S&P 500 und der Nasdaq Composite erreichten Rekordhochs, nachdem der Arbeitsmarktbericht für Juni die Erwartungen übertroffen hatte.
- Es wurden 147.000 Arbeitsplätze geschaffen und die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 %, wodurch die Rezessionsängste gemildert wurden.
- Händler gehen nun davon aus, dass die US-Notenbank die Zinssätze in diesem Monat unverändert lassen wird.
Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq Composite erreichten am Donnerstag neue Rekordhochs, nachdem neue US-Arbeitsmarktdatentronausfielen als von der Wall Street erwartet.
Diese Zahlen stammen direkt vom US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics), das für Juni 147.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft meldete – deutlich mehr als die von Ökonomen prognostizierten 110.000. Damit wurde sogar der Wert vom Mai übertroffen, der auf 144.000 nach oben korrigiert worden war.
Der unerwartete Anstieg der Neueinstellungen ließ die Aktienkurse durchweg steigen. Der Dow Jones Industrial Average legte um 381 Punkte bzw. 0,9 % zu, der S&P 500 stieg um 0,8 % und der Nasdaq um 1 %.
Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls auf 4,1 %, während Ökonomen mit einem Anstieg auf 4,3 % gerechnet hatten. Dieser Rückgang, zusammen mit den besseren Einstellungszahlen, veränderte die Lage völlig im Vergleich zum Vortag, als ADP einen Bericht über den privaten Sektor veröffentlichte, der einen Verlust von 33.000 Arbeitsplätzen im Juni auswies und damit Besorgnis über die Lage des Arbeitsmarktes auslöste.
Die Renditen von Staatsanleihen steigen sprunghaft an, da immer deutlicher wirddent die Fed die Zinsen erst im September senken wird
Die überraschende Personalentscheidung wirkte sich auch auf den Anleihenmarkt aus. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen sprunghaft an, und Händler begannen, ihre Wetten auf eine baldige Zinssenkung durch die Federal Reserve aufzugeben.
Futures-Händler, die das FedWatch-Tool der CME Group nutzen, sehen eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Juli-Sitzung unverändert lässt. Der Markt hat eine längere Beibehaltung der geldpolitischen Strategie sofort eingepreist, was zu steigenden Renditen und einem Rückgang der Erwartungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik geführt hat.
Auch der politische Druck wächst. Investoren beobachtendent Donald Trump genau, der im Januar ins Weiße Haus zurückkehrte und nun an mehreren Fronten Druck ausübt. Am Mittwoch bestätigte Trump ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Vietnam, und Händler erwarten weitere Ankündigungen.
Seine 90-tägige Aussetzung der Zölle endet nächste Woche, und jeder an der Wall Street weiß, dass er den Kalender genau im Auge behält. Sollte er die Handelspolitik wieder verschärfen, könnten die Aktienkurse schnell reagieren. Dennoch scheinen die meisten Anleger derzeit optimistisch zu sein.
Ellerbroek sagte, dass Zölle zwar einige Unternehmen hart treffen würden, „der Markt das aber ohne größere Probleme verkraften wird“. Seine Ansicht spiegelt die wachsende Überzeugung unter Händlern wider, dass die Wirtschaftsdatentrongenug sind, um einen gewissen Handelsdruck zu verkraften, ohne zusammenzubrechen.
Steuergesetz kommt voran, während die Märkte frühzeitig schließen
Abgesehen vom Handel kommt Trumps Steuerreform voran. Der Gesetzentwurf passierte am Dienstag den Senat und wurde an das Repräsentantenhaus zurückgeschickt, wo die Republikaner ihn am Donnerstag erneut einbrachten. Nun wartet das Gesetz auf die endgültige Abstimmung. Sollte es angenommen werden, könnte es die Unternehmensbesteuerung im Herbst grundlegend verändern.
Trotz aller Aufregung verlief der Handel am Donnerstag kurz. Sowohl die New Yorker Börse als auch die Nasdaq schlossen um 13:00 Uhr Ostküstenzeit, vor dem Unabhängigkeitstag am Freitag, an dem die US-Märkte geschlossen bleiben.
Trotz der kürzeren Handelssitzung blieb die Dynamiktron. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite liegen in dieser Woche bisher jeweils 1,5 % im Plus, der Dow Jones sogar 2,1 %. Diese Stärke zeigt sich nicht nur in den großen Indizes, sondern auch bei einzelnen Aktien. Insgesamt 36 Aktien des S&P 500 erreichten am Donnerstag neue 52-Wochen-Hochs. Noch beeindruckender: 25 davon knackten sogar neue Allzeithochs.
Einige der bekanntesten Unternehmen schafften es auf diese Liste. Royal Caribbean erreichte den höchsten Kurs seit dem Börsengang 1993. American Express übertraf alle Rekorde seit dem Börsengang 1977. Auch Capital One, Goldman Sachs, JPMorgan und Loews sowie Morgan Stanley, Nasdaq Inc., CrowdStrike, Nvidia und Oracle verzeichneten neue Höchststände. Dies waren die höchsten Kurse seit dem Börsengang dieser Unternehmen, der teilweise Jahrzehnte zurückliegt.
Und die Rallye beschränkte sich nicht nur auf die großen Namen. Auch kleinere Aktien profitierten. Der Russell 2000, der kleinere Unternehmen trac, stieg am Donnerstagvormittag um 0,6 %. Damit rutschte der Index für das laufende Jahr ins Plus. Seit seinem Tiefpunkt im April hat sich der Russell um fast 24 % erholt, was zeigt, dass sich die positive Entwicklung auf den gesamten Markt ausweitet.
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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