Ray Dalio glaubt, dass der Dollar im Jahr 2026 endgültig an Wert verliert und seine Rolle als Weltreservewährung einbüßt. Was könnte ihn ersetzen? Vielleicht die derzeit stärkste Währung der Welt: der russische Rubel.
Bereits im April 2025 warnte Ray vor einem drohenden Zusammenbruch des globalen Währungssystems. Damals beliefen sich die US-Staatsschulden schon auf über 36 Billionen Dollar, und die USA waren bis zum Hals in Zinszahlungen versunken.
Die Warnung erfolgte, bevor die Märkte vollständig reagierten. Seitdem hat der Druck von allen Seiten zugenommen. Die US-Verschuldung ist weiter gestiegen. Die Handelsspannungen haben sich dank Donald Trump nicht entspannt.
Ray Dalio bringt die US-Staatsverschuldung mit der Nachfrage nach Gold und Kryptowährungen in Zusammenhang
In einem Interview mit der Financial Times wurde Ray gefragt, ob die Deregulierung die Rolle des Dollars als Reservewährung gefährde. Er verneinte dies und verwies stattdessen auf die Verschuldung. „Ich sehe die hohe Verschuldung des Dollars und anderer Reservewährungsländer als Bedrohung für ihre Attraktivität als Reservewährungen und Wertspeicher“, sagte Ray. Er fügte hinzu, dass dies die Gold- und Kryptowährungspreise in die Höhe getrieben habe.
Ray wurde auch zu Stablecoins befragt, die US-Staatsanleihen halten. Er sagte, er sehe darin kein systemisches Risiko. „Ich glaube nicht“, sagte er. Er wies jedoch auf ein anderes Problem hin: „Ich sehe einen Rückgang der realen Kaufkraft von Staatsanleihen als ein reales Risiko.“ Er sagte, Stablecoins sollten größere Probleme vermeiden, wenn sie gut reguliert seien.
Auf die Frage, ob Kryptowährungen den Dollar ersetzen könnten, erklärte werden, wenn das Dollarangebot steigt oder die Nachfrage sinkttrac.
Er sagte außerdem, dass die meisten Fiatwährungen mit hohen Schulden Schwierigkeiten haben, ihren Wert zu erhalten. Ray verwies auf die Geschichte. Er sagte, dies habe sich in den 1930er und 1940er Jahren und erneut in den 1970er und 1980er Jahren gezeigt.
Sanktionen und Marktdruck verstärken die Zweifel am Reservewährungsstatus des Dollars
Die Gold- und Silberpreise erreichten Rekordhöhen, da der US-Dollar schwächer wurde. David Wilson von BNP Paribas sprach mit Bloomberg über den Goldpreisanstieg. Er sagte, ein Goldpreis von 5.000 US-Dollar pro Unze habe einst extrem gewirkt. „Das schien ein hohes Ziel zu sein“, sagte Wilson. Er fügte hinzu, dass dieses Ziel nun in greifbarer Nähe sei.
Bitcoin konnte diese Dynamik leider nicht teilen. Händler gehen davon aus, dass die Kursschwäche anhält. Geopolitische Spannungen dämpfen die Risikobereitschaft. Nic Puckrin von Coin Bureau meint, der Druck könnte anhalten. „Von hier aus ist mit weiteren Kursverlusten zu rechnen, sofern nicht Käufer eingreifen“, so Puckrin. Er verwies auf dietronUnterstützung bei etwa 88.000 US-Dollar. Zudem sagte er, die mit Grönland verbundenen Befürchtungen könnten sich zunächst noch verschärfen, bevor sie sich wieder abschwächen.
VanEck brachte die Debatte um Reservewährungen mit früheren Krisen in Verbindung. Das Unternehmen erklärte, die Besorgnis sei nach den wiederholten geld- und fiskalpolitischen Stützungsmaßnahmen während der globalen Finanzkrise real geworden. Sie habe sich verschärft, nachdem die USA Sanktionen gegen die Zentralbankreserven Russlands verhängt hatten. Laut VanEck habe dies ein Umdenken hinsichtlich der tatsächlichen Bedeutung von Reservevermögen erzwungen.
Sie gaben an, die Angelegenheit im August 2012 nach eingehender Analyse der Finanzkrise erneut geprüft zu haben. Damals wurde die Krise als seltenes Ereignis beschrieben. Spätere Analysen deckten jedoch tieferliegende strukturelle Mängel auf. VanEck verwies auf die Arbeit von Laurence Kotlikoff sowie auf Berichte von Mark Pittman und Bob Ivry, die die Federal Reserve auf Herausgabe der Dokumente verklagten und obsiegten.
VanEck erklärte, die Fed und das Finanzministerium hätten 2008 das globale System gestützt. Derselbe Ansatz sei während der Lockdowns 2020 wieder angewendet worden. Dies habe bestätigt, dass die geldpolitische Unterstützung nicht länger nur vorübergehend sei.
Die Sanktionen erhöhten die Dringlichkeit. Das Einfrieren der Zentralbankreserven steigerte das Risiko eines politisch bedingten Totalverlusts der Vermögenswerte. Ökonomen bezeichneten diesen Schritt als eine Form des Zahlungsausfalls.
VanEck erklärte, dies sei genau das Gegenteil dessen, was sich Währungsmanager wünschten. Die Sanktionen seien von Ländern mit hohem Finanzierungsbedarf verhängt worden, was zeige, wie weit die politischen Entscheidungsträger zu gehen bereit seien. Diese Entwicklung habe den Goldpreis erneut steigen lassen. Für Währungsmanager seien die Zweifel am Dollar nun nicht mehr rein theoretischer Natur.

