Donald Trump sagte, er und Xi Jinping könnten beste Freunde werden. „Wir haben uns bereits unterhalten“, sagte er dem konservativen Talkshow-Moderator Hugh Hewitt und klang dabei fast so, als plane er eine enge Männerfreundschaft.
Doch dann griff er zu einem classic Trump-Manöver und warf China vor, die USA auszubeuten. Es ist dieselbe Leier, die er seit 2018 wiederholt, als er einen der wohl aggressivsten Wirtschaftskonflikte der modernen Geschichte auslöste.
Doch dann nannte Trump Xi auch „tron“ und „mächtig“ und fügte hinzu, er werde in China „verehrt“. Schmeichelei, vielleicht. Aber es geht hier nicht nur darum, wer sich gut versteht. Es geht um die beiden größten Volkswirtschaften der Welt.
Wie alles begann: Zölle, Abkommen und gebrochene Versprechen
Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat sich über Jahre hinweg angebahnt und begann, als Trump während seiner letzten Amtszeit Zölle auf Waren im Wert von 34 Milliarden US-Dollar verhängte. Er warf Peking Diebstahl geistigen Eigentums und unlautere Handelspraktiken vor.
China reagierte fast umgehend mit Gegenzöllen in gleicher Höhe wie die USA. Und so begann ein Handelskrieg. Die Spannungen eskalierten rasant. Bis 2019 hatten die USA Zölle auf chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden US-Dollar erhoben.
China hatte es auf US-Waren im Wert von 110 Milliarden Dollar abgesehen. Doch es gab auch eine positive Wendung. Im Januar 2020 legten beide Länder eine Art Handelspause ein. Sie unterzeichneten das Phase-1-Handelsabkommen, das die Spannungen abbauen sollte. Und auf dem Papier klang es nach einem Erfolg.
China sagte zu, amerikanische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar mehr zu kaufen, und die USA stimmten zu, die Zölle auf chinesische Importe im Wert von 120 Milliarden Dollar zu senken. Doch es gab einen Haken: Zölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar blieben bestehen.
Spoiler-Alarm: Diese Zahlen hielten nicht, und die zugrundeliegenden Probleme wurden nie gelöst. Spulen wir vor zur Biden-Regierung. Wer dachte, Joe Biden würde gegenüber China nachgiebiger sein, irrte sich. Im Gegenteil, er legte noch eine Schippe drauf.
Seine Regierung behielt die unter Trump eingeführten Zölle bei und verhängte neue Zölle auf strategische Sektoren wie Elektrofahrzeuge und medizinische Güter. Im Dezember 2021 waren die Zölle auf chinesische Waren im Wert von über 300 Milliarden US-Dollar weiterhin in Kraft.
Was jetzt geschieht: Trump ist zurück, und damit auch die Spannungen.
Dann kam das Jahr 2024. Eine neue Runde von Zöllen traf chinesische Importe im Wert von 18 Milliarden Dollar. Saubere Energie und Halbleiter, zwei für die US-Interessen entscheidende Bereiche, waren die Hauptziele.
Es ist Januar 2025, und Trump ist weniger als zwei Wochen davon entfernt, ins Oval Office zurückzukehren. Während seines Wahlkampfs versprach er Zölle von bis zu 60 % auf chinesische Waren. Er machte außerdem deutlich, dass chinesische Investitionen in den USA verstärkt kontrolliert würden.
Nur wenige Tage nach Jahresbeginn kündigte Peking Exportbeschränkungen gegen 28 US-Unternehmen an. Große Namen wie Lockheed Martin und Boeing Defense stehen auf der Liste. Ökonomen warnen uns schon seit Monaten. Sollten Trumps geplante Zölle tatsächlich in Kraft treten, könnte die Inflation in den USA noch weiter steigen.
Die Lieferketten, die durch jahrelange Störungen immer noch geschwächt sind, könnten unter dem Druck zusammenbrechen, wodurch die gesamte Weltwirtschaft gefährdet wäre.

