Nvidias CEO Jensen Huang sagt, die US-Verbote von KI-Chips seien gescheitert

- Jensen Huang sagte, die US-Chipverbote gegen China seien gescheitert und hätten Nvidia mehr geschadet als China selbst.
- Laut ITIF verlor Nvidia aufgrund von Exportbeschränkungen über 15 Milliarden Dollar an Umsatz.
- Chinas KI-Sektor ist rasant gewachsen, Firmen wie Huawei bauen ihre eigenen Chips.
Jensen Huang, Chef von Nvidia, erklärte, die US-Exportbeschränkungen für KI-Chips seien gescheitert. Auf der Technologiekonferenz Computex in Taipeh machte Huang deutlich, dass die Kontrollen US-Unternehmen mehr geschadet hätten als China.
Laut CNBC wies er darauf hin, dass Nvidias Marktanteil bei GPUs in China innerhalb von nur vier Jahren von 95 % auf 50 % eingebrochen sei. Das Unternehmen sei verdrängt worden, während chinesische Firmen schneller gewachsen seien. Huang bezeichnete die gesamte Exportkontrollstrategie als „gescheitert“.
Die Chip-Embargos sollten Chinas Militär den Zugang zu hochentwickelten Halbleitern verwehren. US-Beamte begannen während Donald Trumps erster Amtszeit mit deren Einführung und verschärften sie unter Joe Biden.
Auch nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus wurde die Politik nicht aufgehoben. Im Gegenteil, die Beschränkungen haben chinesische Unternehmen dazu gezwungen, verstärkt in eigene Hardware zu investieren. Huawei entwickelt KI-Chips, um die von Nvidia zu ersetzen. Peking hat Milliarden in seine Bemühungen um Selbstversorgung investiert. Nvidia hingegen verlor Milliarden und geriet ins Abseits.
China legt zu, während Nvidia ausgegrenzt wird
Ray Wang, ein auf die Beziehungen zwischen den USA und China spezialisierter Chipanalyst, erklärte, China sei nicht länger in einer Sackgasse. Der ursprüngliche Plan, China auszuschließen, sei aufgrund von Schlupflöchern und lokalen Lagerbeständen gescheitert. „Das ist mit ein Grund dafür, dass wir eine Angleichung der KI-Fähigkeiten zwischen China und den USA beobachten“, so Wang. Statt die Entwicklung zu bremsen, hätten die Kontrollen Chinas Innovationskraft sogar noch verstärkt.
DeepSeekentwickelt bereits eigene große KI-Modelle. Unternehmen wie Huawei expandieren rasant. Im April erklärte Huang vor Abgeordneten in Washington, China liege im Bereich KI nun direkt hinter den USA. So war es ursprünglich nicht geplant, doch die Exportverbote gaben China den nötigen Anstoß zum Aufbau eines eigenen Ökosystems.
Die Verluste für Nvidia sind real. Das Unternehmen meldete im April einen Verlust von 5,5 Milliarden US-Dollar aufgrund neuer Bestimmungen, die den Verkauf seiner H2O-Grafikkarten nach China untersagten. Und das ist nur ein Produkt.
Die Information Technology and Innovation Foundation (ITIF), eine von US-amerikanischen Technologieunternehmen unterstützte Denkfabrik, schätzt, dass Nvidia durch diese Kontrollmaßnahmen 15 Milliarden US-Dollar Umsatz verloren hat. „Diese Einnahmen benötigt das Unternehmen dringend, um in zukünftige Innovationen zu investieren“, sagte Stephen Ezell, Vizepräsident der ITIF.
Regeln geändert, Ziele unklar, Schaden weit verbreitet
Der H2O-Chip wurde so konzipiert, dass er den Vorschriften entspricht, doch diese Vorschriften haben sich geändert. Die USA führen ständig neue Beschränkungen ein, und das letztendliche Ziel ist unklar. Wang sagte: „Es geht nicht nur um eine einzelne Exportkontrolle. Es geht um eine ganze Reihe von Exportkontrollen, deren Ursprung bis ins Jahr 2019 zurückreicht.“
Paul Triolo, Partner und China-Leiter der DGA Group, erklärte, es habe sich zu einem Spiel mit sich ständig ändernden Zielen entwickelt. „Die fortwährende Ausweitung der Kontrollen und das Fehlen einer klaren Definition des Endziels haben viele Probleme und Kollateralschäden verursacht“, sagte er.
Offiziell soll zwar die militärische Nutzung unterbunden werden, doch die Kontrollen gehen darüber hinaus. US-Unternehmen dürfen ihre Produkte nicht einmal mehr auf dem chinesischen Markt verkaufen. Ezell sagte: „US-Unternehmen vom gesamten chinesischen Markt abzuschneiden, ist schlimmer als die Krankheit selbst.“ Die Verbote haben US-Unternehmen nicht nur ausgebremst – sie haben chinesischen Konkurrenten einen Anreiz gegeben, ihre eigenen Systeme schneller zu entwickeln.
China hat nun einen Grund, voll auf KI zu setzen. Triolo sagte, die Beschränkungen hätten China „einen Anreiz gegeben, in diesen Lieferketten autark zu werden – etwas, das man vorher nie für möglich gehalten hätte.“ Vor den Verboten kaufte China Chips. Jetzt wetteifert das Land darum, bessere Chips selbst zu entwickeln. Washington hat also genau das mitverursacht, was es verhindern wollte.
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