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Der japanische Chiphersteller Rapidus verstärkt seine Bemühungen zur Entwicklung von Chips der nächsten Generation

VonHannah CollymoreHannah Collymore
Lesezeit: 3 Minuten
  • Rapidus Corp hat nach erheblichen öffentlichen Investitionen am 1. April offiziell mit der Testproduktion von fortschrittlichen Chips begonnen, was einen wichtigen Schritt im Wiederaufleben der japanischen Halbleiterindustrie darstellt.
  • Das Unternehmen strebt die Massenproduktion von 2-nm-Chips bis 2027 an, Analysten weisen jedoch auf erhebliche technologische Hürden hin, insbesondere bei der Beherrschung der neuesten Maschinen von ASML.
  • Japans Vorstoß im Halbleitersektor wird von wirtschaftlichen und nationalen Sicherheitsbedenken angetrieben, da geopolitische Spannungen um Taiwan die Stabilität der globalen Chipversorgung bedrohen.

Wie erwartet, hat Rapidus Corp., Japans staatlich unterstützter Halbleiterhersteller, am Dienstag, dem 1. April, die Testproduktion fortschrittlicher Chips aufgenommen. Dies ist ein wichtiger Schritt im Bestreben des Landes, seine Spitzenposition in der globalen Halbleiterproduktion zurückzuerobern. Japan plant zudem, seine Abhängigkeit von ausländischen Chips zu verringern und verstärkt auf künstliche Intelligenz zu setzen. 

Japan hat massiv in Rapidus investiert, da sich das Unternehmen darauf vorbereitet, ab 2027 Halbleiter in Massenproduktion mit 2-Nanometer-Prozessen herzustellen. Damit würde es auf das Niveau des derzeitigen Weltmarktführers für Halbleiterchips, der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), aufsteigen.

Japan kündigte am 31. März 2025 an, 802,5 Milliarden Yen (5,4 Milliarden US-Dollar) an Hilfen für das Chip-Startup Rapidus Corp. bereitzustellen. Damit erhöht sich das für das Unternehmen vorgesehene öffentliche Budget auf 1,72 Billionen Yen (11,5 Milliarden US-Dollar). Berichten zufolge will das Land so die Bemühungen unterstützen, den japanischen Technologiesektor wieder auf Kurs zu bringen, nachdem dieser in den letzten Jahren gegenüber Nationen wie China, Südkorea und den USA an Boden verloren hat.

Der schrittweise Weg zur Massenproduktion

Mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben sagte Atsuyoshi Koike, CEO von Rapidus: „Es war außerordentlich schwierig, die 2-nm-Technologie und das Know-how für die Massenproduktion zu entwickeln.“ Er fügte hinzu, dass es in Zukunft weitere Experimente geben werde, da man Schritt für Schritt vorgehen müsse, um die Fehlerraten zu senken und das Vertrauen der Kunden zu sichern.

Koike erwähnte, dass Rapidus am 1. April 2025 erstmals eine extreme Ultraviolett-Lithographie mit Anlagen von ASML Holding NV durchgeführt hat. Laut seinen Angaben soll die erste Charge der Testchips im Juli fertig sein, und das Unternehmen liegt weiterhin im Zeitplan, um seinen Auftrag zur Massenproduktion von fortschrittlichen Chips zu erfüllen.

Geopolitische Risiken, wirtschaftliche und nationale Sicherheitserwägungen

Die zunehmenden Befürchtungen hinsichtlich der Lage in Taiwan, dem Heimatland der TSMC, werden durch neue Provokationen seitens Chinas, wonach Taiwan Teil seines Territoriums sei, weiter angeheizt.

Die US-Regierung unter Donald Trump hat eine isolationistischere „America First“-Haltung signalisiert, was Zweifel an dem Ausmaß einer US-Intervention aufkommen lässt, sollte China seine Aktionen gegen Taiwan eskalieren.

Für Japan ist die Suche nach nachhaltigen inländischen Alternativen daher zu einer existenziellen Frage geworden, die an Wirtschaftswachstum und nationale Sicherheit grenzt. Es ist auch ein Versuch, in einem Markt, den es einst dominierte, nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Unterstützung durch Regierung und Privatwirtschaft

Angesichts der sich zuspitzenden Lage hat das Wirtschaftsministerium auf Bürgschaften gedrängt, um das Angebot attraktiver zu gestalten und private Investoren für Rapidus zu gewinnen. Das Unternehmen wird außerdem von Toyota Motor, der Sony Group und Softbank unterstützt.

In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren kontrollierte Japan über 50 % des weltweiten Mikrochip-Marktes, wobei lokale Unternehmen wieshibund NEC führend waren. Heute liegt Japans Marktanteil bei etwa 10 % für die Entwicklung und Produktion von Halbleiterchips, wobei Taiwan und China die führenden Märkte darstellen.

Obwohl Japan derzeit in der fortgeschrittenen Chipindustrie aufholt, ist es nach wie vor Marktführer bei Chipherstellungsanlagen und -materialien wie Siliziumwafern, die für die Herstellung von Halbleitern, integrierten Schaltungen und Mikrochips unerlässlich sind.

Rapidus-Vorsitzender Tetsuro Higashi bezeichnete die Mission des Unternehmens als Japans „letzte Chance“, seiner Halbleiterindustrie zu globaler Bedeutung zurückzuverhelfen.

Chancen und Herausforderungen vor uns

Halbleiter bilden das Herzstück der modernentronund treiben alles an, von Mobiltelefonen bis hin zu Autos. Dank neuer Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) haben sich Chiphersteller zu den Aushängeschildern der Branche entwickelt. Unternehmen wie TSMC und GPU-Hersteller wie NVIDIA erzielen enorme Umsätze und verfügen über ein enormes Wachstumspotenzial. Angesichts der weltweit steigenden Nachfrage ist es für Chiphersteller wirtschaftlich unerlässlich geworden, sich eine wettbewerbsfähige Position zu sichern.

Die Marktführerschaft auf dem Weltmarkt bedeutet auch, von mächtigen Nationen beobachtet und beeinflusst zu werden – eine Situation, in der sich TSMC aufgrund seines Standorts in Taiwan befindet. Das Unternehmen sichert sich nun ab, indem es seine Produktion über Taiwan hinaus diversifiziert.

eröffnete Japan in Südjapan eine neue Chipfabrik im Wert von 8,6 Milliarden US-Dollar und plant Berichten zufolge den Bau einer zweiten Fabrik zur Entwicklung fortschrittlicherer Chips im Land. Dieser Schritt wird von einigen als Versuch gewertet, die Produktion weg von Taiwan zu diversifizieren, um einer möglichen chinesischen Invasion vorzubeugen. Er steht zudem im Einklang mit Japans strategischen Ambitionen im Halbleitersektor.

Einige Experten halten es jedoch trotz der Milliardeninvestitionen in den Sektor, insbesondere in Rapidus, für unwahrscheinlich, dass die großflächige Produktion von 2-nm-Chips im Jahr 2027 tatsächlich anlaufen wird. Zum einen besteht für die Ingenieure keine dringende Notwendigkeit, die steile Lernkurve der neuesten ASML-Maschinen zu bewältigen, bevor sie mit der Herstellung hochmoderner Halbleiter beginnen können, da die meisten Ingenieure den Umgang mit diesen Maschinen erst jetzt erlernen.

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