Der IWF fordert China auf, von Exporten auf Binnennachfrage umzusteigen

- Der IWF forderte China auf, seinen Fokus angesichts der nachlassenden globalen Nachfrage von den Exporten auf die Ankurbelung der Binnennachfrage zu verlagern.
- Chinas Erholung ist aufgrund einer Immobilienkrise, geringem Verbrauchervertrauen und steigenden Finanzrisiken fragil.
- Der IWF warnte davor, dass hohe staatliche Investitionen und eine schwache Nachfrage zu Handelsspannungen und fiskalischem Druck führen könnten.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Peking aufgefordert, sein Wirtschaftswachstum neu auszurichten, indem es seine Exportabhängigkeit verringert und stattdessen die Binnennachfrage der chinesischen Verbraucher fördert.
Chinas Wachstumsmodell verliert an Dynamik, da die Auslandsnachfrage nachlässt und die Preise für Fertigwaren einbrechen, so der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick. Der IWF warnte, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ihren Fokus neu ausrichten und die Binnennachfrage priorisieren müsse, da sie sonst langfristig stagnieren werde.
China produziert nach wie vor große Mengen an Gütern für den Export, doch die schwache globale Nachfrage hat die Preise gedrückt, sagte Pierre-Olivier Gourinchas, Chefökonom des IWF.
einzuschlagen Wirtschaftspolitik. Die Botschaft des IWF ist nicht neu, doch der Zeitpunkt ist entscheidend. Die Erholung der chinesischen Wirtschaft bleibt nach jahrelangen pandemiebedingten Störungen, Turbulenzen im Immobiliensektor und einem noch immer nicht wiederhergestellten Verbrauchervertrauen fragil.
Schwache Binnennachfrage behindert Erholung
Der IWF bezeichnete Chinas Aussichten als „besorgniserregend“ und verwies auf steigende Risiken für die Finanzstabilität und eine schwache Konsumnachfrage. Die Wirtschaft befinde sich am Rande einer Schulden-Deflations-Falle, sagte Gourinchas. Sinkende Immobilienwerte, eine schwache Kreditnachfrage und eingeschränkte Kreditaufnahmemöglichkeiten für Unternehmen würden die Erholung bremsen.
Die Immobilienkrise in China – einst eine riesige Quelle urbanen Reichtums – ist nach wie vor gravierend. Viele Bauträger haben Schwierigkeiten, Wohnbauprojekte abzuschließen, Banken sind mit faulen Krediten belastet, und die Haushalte halten sich mit Ausgaben und Investitionen zurück. Die daraus resultierende Unsicherheit hat das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen gleichermaßen geschwächt.
Der IWF merkte zudem an, dass Pekings hohe Investitionen in strategische Branchen, darunter Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien, zwar in einigen Sektoren lukrativ gewesen seien, aber möglicherweise zu einer Fehlallokation von Ressourcen und zu einem erhöhten Haushaltsdruck führten. Subventionen und staatlich gelenkte Investitionen könnten den Wettbewerb verzerren und kleine private Unternehmen vom Markt verdrängen, so der IWF.
Der IWF schlug China vor, eine sogenannte „übergangsweise fiskalische Expansion und dauerhafte fiskalische Umstrukturierung“ einzuleiten. Dies würde bedeuten, die Staatsausgaben vorübergehend zu erhöhen, um den privaten Konsum anzukurbeln, bevor die langfristigen fiskalischen Prioritäten auf soziale Sicherheitsnetze und Einkommensstützung umgestellt würden.
Auch Chinas Exportwachstum hat sich abgeschwächt. Zwar stiegen die Gesamtexporte im September gegenüber dem Vorjahreszeitraum, doch die Lieferungen in die USA brachen laut Angaben der chinesischen Zollbehörde um mehr als 27 % ein. Analysten führen dies neben geopolitischen Faktoren unter anderem auf die insgesamt gesunkene globale Nachfrage zurück.
Gleichzeitig wächst in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten die Sorge über einen Zustrom billiger chinesischer Waren – vor allem Elektrofahrzeuge und Solarmodule –, die die heimische Industrie untergraben. Der IWF warnte, dass dies die Handelskonflikte verschärfen könnte, sofern der chinesische Binnenmarkt nicht genügend Nachfrage generiert, um einen größeren Teil der chinesischen Produktion aufzunehmen.
Peking steht vor schwierigen politischen Entscheidungen
Chinas Führung hat die Herausforderung erkannt. Ministerpräsident Li Qiang erklärte kürzlich gegenüber Beamten, dass die Ausweitung der Binnennachfrage entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum sei, und versprach gezielte finanzielle Unterstützung für Haushalte und kleine Unternehmen.
Ökonomen argumentieren jedoch, dass im Jahr 2020 deutlich tiefgreifendere Strukturreformen notwendig sind, um dies zu erreichen. Zu diesen Maßnahmen könnten die Erhöhung des Haushaltseinkommens, die Reform der Sozialversicherung zur Senkung der Vorsorgeersparnisse und die Gewährung größerer Flexibilität für den Privatsektor gehören, der sowohl Innovation als auch Beschäftigung fördern würde.
Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, äußerte sich dieses Jahr ähnlich, als sie sagte, der Fonds habe sich sehr deutlich dazu geäußert, dass China sein Wirtschaftsmodell ändern müsse. Sie betonte, dass Maßnahmen zur Stärkung des Verbrauchervertrauens und zur Erhöhung der Transparenz im Finanzsektor ebenfalls entscheidend für nachhaltiges Wachstum seien.
Peking steht jedoch vor schmerzhaften politischen und sozialen Entscheidungen. Ein kurzfristiges Wachstumstempo könnte auch eine Reduzierung staatlicher Industrieinvestitionen erforderlich machen. Ohne Reformen, so argumentiert der IWF, könnte China jedoch in einem Teufelskreis aus geringer Nachfrage, niedrigen Preisen und steigenden Schulden gefangen bleiben.
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