Donald Trumps MAGAnomics (eine Mischung aus Zöllen, verschärften Einwanderungsbestimmungen und Deregulierung) spaltet die Meinungen. Ökonomen weltweit zerpflücken seinen „America First“-Plan und warnen, dass er einer tickenden Zeitbombe gleichkomme.
zufolge Umfrage der Financial Times glauben die meisten Ökonomen, dass Trump die Inflation verschlimmern,ripple und wirtschaftliches Chaos weit über die Grenzen der USA hinaus verbreiten würde.
Trump hat noch keinen detaillierten wirtschaftlichen Fahrplan vorgelegt, sodass Analysten ihre Prognosen auf der Grundlage seiner Wahlversprechen zusammenstellen müssen.
Seine größten Erfolge? Zölle von bis zu 20 % auf Importe, Massenabschiebungen von illegalen Einwanderern und die dauerhafte Verankerung der Steuersenkungen von 2017. Während die Wall Street die kurzfristige Rallye enj, warnen Experten davor, dass dieser „Zoll-Kurs“ mit dem Feuer spielt.
Die globalen Auswirkungen
Şebnem Kalemli-Özcan, Professorin an der Brown University und Beraterin der New Yorker Fed, meint angeblich: „Trumps Politik kann kurzfristig ein gewisses Wachstum bringen, aber dies wird auf Kosten einer globalen Verlangsamung geschehen, die dann später auf die USA zurückfallen und ihnen schaden wird.“
Die Eurozone , insbesondere der deutsche Industriesektor, steht bereits vor schweren Einbußen. Martin Wolburg von Generali Investments prognostiziert, dass Trumps Politik die deutsche Automobilindustrie ins Visier nehmen könnte.
Christophe Boucher von ABN Amro befürchtet jedoch, dass billige chinesische Waren die europäischen Märkte überschwemmen könnten, falls Trumps Zölle Peking unter Druck setzen.
Über 85 % der befragten Ökonomen der Eurozone erwarten, dass Trumps Maßnahmen ihren Volkswirtschaften schaden werden. Selbst Großbritannien, das aufgrund seiner dienstleistungsorientierten Wirtschaft eigentlich gut geschützt sein sollte, ist nicht sicher.
Die Wall Street feiert, aber Ökonomen glauben das nicht
Während Ökonomen verzweifelt ihre Tabellenkalkulationen umklammern, lassen Anleger die Korken knallen. Der S&P 500 legte nach Trumps Wahlsieg deutlich zu und schloss das Jahr 2024 mit einem Plus von 23,3 % ab, nach einer ähnlichen Performance im Jahr 2023. Der KI-Hype, Steuersenkungen und Deregulierung beflügelten die Anleger.
enjBowler von der Bank of America prognostiziert, dass der Aufwärtstrend bis 2025 anhalten wird, angetrieben von Trumps, wie er es nennt, „Laissez-faire-Wirtschaftspolitik“. Auch Kryptowährungen profitieren davon. Bitcoin durchbrach die 100.000-Dollar-Marke und erreichte nach Trumps Wahlsieg 108.007 Dollar.
Investoren setzen große Hoffnungen in Paul Atkins, Trumps Kandidaten für den Posten des SEC-Chefs, um ein kryptofreundlicheres Umfeld zu schaffen. Obwohl Trumps Ankündigung, Bitcoin in die US-Reserven aufzunehmen, als Wunschdenken abgetan wurde, hat allein diese Spekulation die Märkte in Aufruhr versetzt.
Dennoch glaubt mehr als die Hälfte der befragten US-Ökonomen, dass die MAGAnomics mehr schaden als nutzen werden. Weitere 10 % erwarten „erhebliche negative Auswirkungen“. Selbst in der Eurozone prognostizieren 13 % der Analysten gravierende Folgen. Diese Diskrepanz zwischen den Märkten und den wirtschaftlichen Fundamentaldaten gibt uns Rätsel auf.
Ein chaotischer Ausblick für 2025 und darüber hinaus
Die US-Wirtschaft hat sich seit der Pandemie besser entwickelt als Europa und wuchs im dritten Quartal 2024 mit einer annualisierten Rate von 2,8 %. Die Inflation bleibt jedoch hartnäckig, und die Federal Reserve hält an ihren Zinssenkungen fest.
Futures-Händler, die auf eine Lockerung der Geldpolitik in den Jahren 2023 und 2024 gehofft hatten, wurden enttäuscht. Der Dollar-Index stieg im vergangenen Jahr um 6,5 % und setzte mit seiner anhaltenden Stärke die Schwellenländer und den Welthandel unter Druck.
Unterdessen nähern sich die Anleiherenditen wieder dem Niveau vor 2008. Die durchschnittliche Rendite zehnjähriger Anleihen der G7-Staaten liegt derzeit bei rund 3 Prozent und damit doppelt so hoch wie im letzten Jahrzehnt.
Für Europa steht noch mehr auf dem Spiel. Trumps protektionistische Politik droht, globale Lieferketten zu unterbrechen und exportabhängige Branchen schwer zu treffen. Der deutsche DAX konnte 2024 zwar ein Plus von 19 % verzeichnen, doch Analysten warnen, dass dieser Aufschwung nicht von Dauer sein wird, sollte Trump tatsächlich einen 60-prozentigen Zoll auf chinesische Waren.
Ökonomen befürchten zudem die generelle Unberechenbarkeit der Trump-Regierung. Barret Kupelian von PwC spricht von einer „Unberechenbarkeitsmaschine“, die Unternehmen von langfristigen Entscheidungen abhalten wird. Diese Einschätzung ist branchenübergreifend verbreitet, von der Fertigungsindustrie bis hin zu Kryptowährungen.

