Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Prozess der Einführung einer europäischen digitalen Zentralbankwährung (CBDC) voraussichtlich beschleunigen , wenn cash weiterhin Anzeichen von Nichtnachhaltigkeit zeigt, und damit die Öffentlichkeit zum Umstieg auf digitale Zahlungsmethoden anregen.
Alles begann im Juni, als der Social-Media-Riese Facebook seine Pläne für den Stablecoin Libra , eine private Kryptowährung, die einerseits das traditionelle Bankwesen revolutionieren und Millionen von Menschen weltweit Zahlungslösungen bieten will, andererseits aber Schwierigkeiten hat, die Unterstützung von Regulierungsbehörden und Regierungsstellen zu gewinnen. Die EZB erkannte die Bedrohung und entwickelte im vergangenen Monat einen Plan, um den Hype um das Libra-Projekt durch die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung einzudämmen. Der Gouverneur der Banque de France, Villeroy de Galhau, kündigte gestern an, dass Frankreich bereits in der ersten Hälfte des nächsten Jahres mit Pilotprojekten für den digitalen Euro beginnen werde.
Die EZB könnte die Einführung einer europäischen digitalen Zentralbankwährung trac.
Laut einem offiziellen Dokument könnte die EZB ihren Plan zur Einführung ihrer digitalen Zentralbankwährung (europäische CBDC) jedoch durchaus beschleunigen, wenn der Verbrauchertrend einen Rückgang der cash .
Und obwohl Facebooks Lieblingsprojekt wohl keinen Einzug in die europäische Wirtschaft finden wird, hat es doch einige Schwächen des Systems offengelegt, wie etwa eine stark fragmentierte Zahlungslandschaft und das Fehlen eines einheitlichen Systems, das schnellere Transaktionen zu geringeren Kosten ermöglicht.
Das Dokument stellt klar, dass der Bedarf an einer digitalen Zentralbankwährung umso dringlicher wird, wenn bestehende Technologien und Innovationen keine europaweite Zahlungslösung bieten können tron Am Donnerstag werden die EU-Finanzminister voraussichtlich zusammenkommen, um die weiteren Auswirkungen einer gemeinsamen Position zur Einführung einer standardisierten digitalen Währung zu erörtern.
Obwohl cash in Europa immer noch weit verbreitet sind, könnte eine öffentliche Kryptowährung die Kosten für internationale Geldüberweisungen deutlich senken und möglicherweise als Alternative zu privaten Projekten wie Libra dienen.
Die EZB muss die weitreichenden Folgen noch abschätzen.
Das EZB-Dokument stellt außerdem fest, dass die geringere Abhängigkeit von cash eine schnellere Einführung von Zentralbank-gestützten digitalen Währungen auslösen könnte. Dies hätte weitreichende Folgen für das gesamte Währungssystem der Region. Die bestehende Geldpolitik könnte grundlegend verändert und der Bankensektor durch die Anpassung von Prozessen wie Kreditvermittlung und Bankfinanzierung transformiert werden, so der Bericht. Daher ist eine sorgfältige Bewertung der potenziellen Schwankungen zum jetzigen Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung.
Eine Möglichkeit bestünde darin, dass Nutzer mit öffentlicher digitaler Währung direkt Bankkonten bei der EZB eröffnen würden, wodurch die traditionellen Bank- und Zahlungssysteme weitgehend überflüssig würden. Eine andere Möglichkeit ähnelt der Funktionsweise eines digitalen Yuan: Banken würden die Ausgabe und VerteilungtronToken verwalten, deren Folgen jedoch weitaus weniger einschneidend wären.
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