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Die EZB-Vertreter sind sich bei den Zinssenkungen völlig uneins – wo liegt das Problem?

VonJai HamidJai Hamid
3 Minuten Lesezeit
Die EZB-Vertreter sind sich bei den Zinssenkungen völlig uneins – wo liegt das Problem?
  • Die EZB-Beamten sind sich nicht einig darüber, wie schnell und wie stark die Zinsen gesenkt werden sollen. Einige drängen auf stärkere Senkungen, andere warnen vor einem langsamen Vorgehen.
  • Die Inflationsdaten, insbesondere aus Deutschland, und die bevorstehende US-Wahl erhöhen den Druck auf die EZB, ihre Entscheidung im Dezember zu treffen.
  • Die Märkte erwarten Zinssenkungen, doch die Verantwortlichen sind sich uneins über die Auswirkungen einer quantitativen Straffung und darüber, wie künftige politische Maßnahmen signalisiert werden sollen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann sich nicht auf eine Zinssenkung einigen, was für Verwirrung sorgt. Die Mitglieder der EZB sind sich zwar weitgehend auf ein Inflationsziel von 2 % einig, doch nun gehen die Meinungen darüber auseinander, wie man auf dem Weg zu diesem Ziel vorgehen soll.

Die Spannungen zwischen den EZB-Politikern waren vergangene Woche in Washington während der Diskussionen über die Weltwirtschaft deutlich zu spüren. Die Themen reichten von Zinssätzen und Inflationsaussichten über die Kommunikationsstrategie der EZB bis hin zur quantitativen Straffung.

Was steckt hinter dem EZB-Zwietracht?

Da die nächste Sitzung des EZB-Rats im Dezember stattfindet, spitzt sich die Debatte zu. In den kommenden Tagen werden die EZB-Ratsmitglieder die Inflationsdaten für Oktober und die vorläufigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal analysieren, die voraussichtlich erneut eine Rezession in Deutschland bestätigen werden.

Da die Markterwartungen zwischen einer Zinssenkung um 0,25 bzw. 0,5 Prozentpunkte im Dezember schwanken, wächst der Druck, inmitten dieser Unsicherheit Klarheit zu schaffen. Die USdentam 5. November verstärken die Verunsicherung zusätzlich.

EZB-dent Christine Lagarde eröffnete die Debatte und versicherte allen Anwesenden, man sei „auf dem richtigen tracder Disinflation“, mahnte aber gleichzeitig zur Vorsicht. Sie warnte vor voreiligen Entscheidungen und erklärte: „Die Richtung ist klar, das Tempo muss noch festgelegt werden.“

Doch die EZB-Mitglieder, jeder mit einer anderen Meinung, machten ihre Aussagen deutlich.dent Joachim Nagel warnte vor übereilten Zinssenkungen. Der Österreicher Robert Holzmann befürwortete eine Senkung um 0,25 Basispunkte im Dezember, und der Litauer Gediminas Simkus sah keine Notwendigkeit für eine Senkung um 50 Basispunkte.

dent Luis de Guindos und Vorstandsmitglied Isabel Schnabel äußerten sich ebenfalls. Sie machten deutlich, dass die Meinungsverschiedenheiten sich auf die Inflationsprognosen, die wirtschaftlichen Risiken und die Zinsstrategien erstreckten. Die Zentralbankchefs Portugals, Deutschlands und Spaniens brachten jeweils ihre eigenen Perspektiven ein.

Der Chef der portugiesischen Zentralbank, Mario Centeno, argumentierte, die EZB solle flexibel bleiben und schlug vor, bei Bedarf größere Zinssenkungen vorzunehmen, da die Investitionen schleppend, die Inflationsentwicklung schwach und der Arbeitsmarkt schwächelt.

Dieser Ansatz könnte die Eurozone vor wirtschaftlicher Stagnation bewahren. „Bei einer Wirtschaft mit einer Inflation von 0,9 % über zehn Jahre brauchen wir die Option größerer Schritte“, sagte Centeno.

Ausgleich von Inflationszielen und Marktsignalen

EZB-Chefökonom Philip Lane verteidigte den Inflationsverlauf und erklärte, die Disinflation schreite voran und die wirtschaftliche Erholung verzögere sich lediglich. Dennoch bleiben Bedenken bestehen.

Der belgische Zentralbankchef Pierre Wunsch relativierte den jüngsten Rückgang der Inflation auf 1,7 % – den niedrigsten Wert seit drei Jahren –, wollte aber im Dezember keine Zinssenkungen befürworten. Der spanische Zentralbankchef José Luis Escrivá fügte hinzu: „Die Wachstumsrisiken sind eindeutig nach unten gerichtet. Es ist jedoch nicht so sicher, ob sich die Inflation in diese Richtung entwickeln wird.“ 

Die Debatte beschränkt sich nicht nur auf die Zinssätze. Die Mitglieder sind sich uneins darüber, wie die EZB ihre künftige Haltung kommunizieren soll. Derzeit verpflichtet sich die EZB, ihren restriktiven Kurs „so lange wie nötig“ beizubehalten. Diese Formulierung, die zuletzt im September diskutiert wurde, könnte jedoch bereits im Dezember überarbeitet werden.

Der Franzose François Villeroy de Galhau plädierte für eine Umstellung auf „sanfte Signale“ und schlug damit eine schrittweise Hinwendung zu zukunftsorientierten Prognosen anstelle monatlicher Daten vor. Dieser Ansatz würde den Märkten mehr Interpretationsspielraum und den EZB-Verantwortlichen mehr Flexibilität einräumen.

Ein weiterer Reibungspunkt? Quantitative Verschärfung.

Die EZB lässt Anleihen schrittweise auslaufen, ohne sie zu reinvestieren, und plant, die Reinvestitionen bis Jahresende vollständig einzustellen. Das Problem besteht darin, dass die Zentralbank widersprüchliche Signale aussenden könnte, wenn sie weiterhin Anleihen zurücknimmt und gleichzeitig die Zinsen senkt.

Einige Experten argumentieren, die Auswirkungen der quantitativen Straffung seien minimal und dienten lediglich als Schutzmaßnahme gegen künftige Wirtschaftskrisen. Gleichzeitig drängen Beobachter der Anleihemärkte auf kompensatorische Zinssenkungen, um jegliche Straffungseffekte auszugleichen.

Die Debatte um den neutralen Zinssatz flammte erneut auf, wobei unterschiedliche Ansichten darüber herrschten, welches Niveau das Wachstum weder ankurbelt noch bremst. Centeno bezifferte ihn auf „2 % oder etwas darunter“, während der Finne Olli Rehn auf Studien verwies, die eine Spanne zwischen 2,2 % und 2,8 % schätzten.

Marktspekulationen und IWF-Prognosen

Während die EZB-Führung noch streitet, spekulieren die Märkte bereits. Die Finanzmärkte preisen Zinssenkungen um 32 Basispunkte für Dezember und um 58 Basispunkte für Januar ein, was einer Wahrscheinlichkeit von fast 30 % für eine Senkung um einen halben Prozentpunkt entspricht.

Dies spiegelt den Optimismus wider, dass sich die Inflation stabilisieren wird, da Frankreichs Villeroy de Galhau die Möglichkeit andeutete, das 2%-Ziel bereits Anfang 2025 zu erreichen. EZB-Ratsmitglied Holzmann unterstützte diese Erwartung und sah den raschen Rückgang der Inflation als Zeichen dafür, dass die EZB die Zinsen früher als erwartet senken könnte.

Zusätzlich verschärft wurde der Druck dadurch, dass die Inflation im September erstmals seit 2021 unter 2 % fiel, vor allem dank sinkender Energiekosten. Dennoch bestehen weiterhin Bedenken, da die Preise für Dienstleistungen und das Lohnwachstum nach wie vor hoch sind.

Lagarde zeigte sich zwar optimistisch, mahnte aber alle, „auf alles aufmerksam zu sein“. Die Inlandsinflation und die Kernleistung des Dienstleistungssektors, die bei rund 3,9 % stagnierten, erforderten eine genaue Beobachtung, insbesondere angesichts der sich weiter verändernden wirtschaftlichen Dynamik.

Der IWF hat unterdessen niedrige Wachstumsprognosen für die Eurozone veröffentlicht, die insbesondere die Industrie in Deutschland und Italien belasten werden. „Wir sind alledent dass wir unser Ziel im Jahr 2025 nachhaltig erreichen werden. Aber Energie, Inflation im Inland, Dienstleistungen … wir sind noch nicht über den Berg“, sagte Lagarde.

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