Überraschenderweise Binance CEO Changpeng Zhao, bekannt als CZ, einer Einigung mit der US-Bundesstaatsanwaltschaft zugestimmt und sich der Verletzung US-amerikanischer Geldwäschegesetze schuldig bekannt. Diese unerwartete Entwicklung wirft die Frage auf, ob zwei der vermögendsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Kryptowährung angesichts der jüngsten juristischen Probleme in der Branche ein ähnliches Schicksal teilen könnten.
Wird CZ nach seinem Schuldbekenntnis inhaftiert?
Erst vor wenigen Wochen wurde FTX-Gründer Sam Bankman-Fried von einer Jury in Manhattan in sieben Anklagepunkten wegen Betrugs und Verschwörung für schuldig befunden. Ihm drohte eine lange Haftstrafe. Durch CZs Geständnis ist die Möglichkeit, dass beide einflussreichen Persönlichkeiten in Bundesgefängnissen einsitzen, nun in greifbare Nähe gerückt. CZs Schuldbekenntnis bezieht sich auf Verstöße gegen den Bank Secrecy Act, der Finanzinstitute zur Umsetzung von Maßnahmen gegen Geldwäsche verpflichtet.
Die Höchststrafe für solche Verstöße beträgt fünf Jahre Haft. Obwohl CZ im Rahmen der Einigung als CEO von Binance zurücktreten muss, darf er die Mehrheitsbeteiligung behalten. Dieses Zugeständnis des Justizministeriums deutet auf die Bereitschaft hin, eine bedeutende Einigung mit Binance, der weltweit größten Kryptowährungsbörse, zu erzielen. Die Bundesanwaltschaft legt Zhaos Haftstrafe nicht direkt fest, kann sich aber für ein bestimmtes Strafmaß einsetzen. Obwohl Berichte darauf hindeuten, dass das Justizministerium eine Haftstrafe von 18 Monaten anstrebt, liegt die endgültige Entscheidung beim zuständigen Richter.
Spekulationen über eine mögliche Inhaftierung begleiten die Vergleichsvereinbarung
In früheren Fällen im Zusammenhang mit Kryptowährungen und Geldwäsche, in denen die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen forderte, wiesen Richter diese Anträge häufig zurück. Ein bemerkenswertes Beispiel ist der Krypto-Manager Arthur Hayes, der sich wegen Verstoßes gegen den Bank Secrecy Act während seiner Zeit als Chef von BitMEX schuldig bekannte. Obwohl die Staatsanwaltschaft eine empfindliche Haftstrafe forderte, erhielt Hayes sechs Monate Hausarrest und zwei Jahre Bewährung. CZ ist, wie Hayes, nicht vorbestraft und hat sich bereit erklärt, eine beträchtliche Geldstrafe zu zahlen – in diesem Fall 50 Millionen US-Dollar.
Diese Parallelen deuten darauf hin, dass Zhao eher mit einer ähnlichen Regelung wie Bewährung und möglicherweise Hausarrest rechnen muss als mit einer langen Haftstrafe. Öffentlich zeigt sich Zhao optimistisch. In einem Twitter-Post äußerte er die Absicht, sich einen dringend benötigten Urlaub zu gönnen, passiv in Blockchain-, DeFi, KI- und Biotech-Startups zu investieren und möglicherweise Nachwuchsunternehmer zu betreuen. Auffällig ist, dass er in seinen Plänen keinerlei Vorbereitung auf eine Haftstrafe erwähnt.
Selbst wenn Zhao eine Haftstrafe verbüßen müsste, stehen die Chancen auf ein Wiedersehen mit Bankman-Fried schlecht. Straftäter, die zu zehn Jahren oder weniger Haft in Bundesgefängnissen verurteilt werden, landen in der Regel in Bundesgefängnissen mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen, die für nicht gewalttätige Straftäter einen relativ guten Lebensstandard bieten. Bankman-Fried hingegen wird voraussichtlich eine längere Haftstrafe in einem Bundesgefängnis mit mittleren Sicherheitsvorkehrungen verbüßen, wo das Umfeld von Bandengewalt geprägt sein kann und die Insassen in streng bewachten Zellen untergebracht sind.

