Die Weltwirtschaft steht auf wackeligen Beinen, und die Kryptomärkte spüren die Auswirkungen. Die aktuelle Lage ist uneinheitlich und schwankt zwischen Rezessionsängsten und der Hoffnung auf eine Trendwende.
Manche sprechen von einer „sanften Landung“, aber seien wir ehrlich – an dem, was derzeit an den Märkten passiert, ist nichts sanft.
Der Fear & Greed Index, der bei Händlern so beliebt ist, schwankt wöchentlich zwischen Panik und Optimismus. Wir befinden uns in einer fragilen Lage, in der selbst kleinste Nachrichten, wie Einzelhandelsumsätze oder Immobilienmarktdaten, eine Kettenreaktion auslösen können.
Politische Intrigen verstärken das Chaos nur noch. Zuletzt sorgte die Yen-Carry-Trade-Situation für so große Verunsicherung an den Märkten, dass man sich auf eine Notzinssenkung vorbereitete, die jedoch ausblieb.
Märkte gibt es überall
Stellen Sie sich auf eine weitere turbulente Woche ein. Letzte Woche bewegten sich die Märkte in einer engen Spanne, wobei die Differenz zwischen Wochenhoch und -tief etwa 10 % betrug.
Historisch gesehen deutet eine solche Marktverengung meist auf eine bevorstehende große Kursbewegung hin. Beim letzten ähnlichen Szenario expandierte der Markt in den darauffolgenden zwei Wochen um 22 % bzw. 27 %.
Zu allem Übel (oder auch zum Besseren, je nachdem, was man darunter versteht) stiegen sowohl der Binance Volatility Index (BVOL) als auch der Deribit Volatility Index (DVOL) am Wochenende an. Solche Kursbewegungen haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Das offene Interesse ist ebenfalls stetig gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass mehr Händler in den Markt einsteigen, was üblicherweise zu mehr Liquidationen und Stop-Loss-Orders führt.
Aufwärtstrendzeichen erscheinen
Trotz all des Trubels gibt es immer noch Hoffnung. Die langfristigen Aussichten für den Kryptomarkt sind nicht gänzlich schlecht. Die Zentralbanken weltweit setzen ihre lockere Geldpolitik fort und pumpen weiterhin Geld in die Wirtschaft. Am Anleihemarkt gibt es keine unmittelbaren Anzeichen einer Kreditkrise.
Auf Hyblocks Liquidations-Heatmap ist eine große Häufung von Stop-Loss-Niveaus aus Short-Positionen zu erkennen. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass der Markt ein Kursziel anvisiert, was zu einer Erholung führen könnte.

Dennoch bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild uneinheitlich. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA innerhalb der nächsten zwölf Monate liegt laut verschiedenen Modellen bei etwa 50 bis 60 Prozent.
Die Konsumausgaben, die etwa 70 % der US-Wirtschaft ausmachen, haben sich zwar stabil gehalten, doch erste Risse zeigen sich. Die Menschen geben ihr Geld nicht mehr so freigiebig aus wie früher, und das ist ein Warnsignal.
Die Unternehmensinvestitionen waren zufriedenstellend, doch höhere Zinsen und Handelsspannungen verunsichern die Anleger. Der Arbeitsmarkt ist weiterhintron, die Arbeitslosenquote lag im Juli 2024 bei 3,5 %, allerdings hat sich das Beschäftigungswachstum verlangsamt.
Die Inflation lässt zwar nach, liegt aber mit 3,2 % immer noch über dem Zielwert der US-Notenbank. Die Zinsstrukturkurve, ein classic Rezessionsindikator, ist seit Mai 2022 invers, was üblicherweise auf eine bevorstehende Rezession hindeutet.
Der Markt mag zwar positive Zukunftsaussichten signalisieren, doch kurzfristig ist der weitere Verlauf völlig ungewiss. Wie immer gilt: Behalten Sie die Charts im Auge und lassen Sie sich nicht von Angst oder Gier leiten.

