China sieht sich Deflationsgefahren gegenüber, da es bei den Konjunkturmaßnahmen ins Stocken geraten ist

- Chinas Wirtschaft sieht sich mit zunehmender Deflation konfrontiert, da die Verbraucher- und Fabrikpreise im September stärker als erwartet gesunken sind, was auf bevorstehende Schwierigkeiten hindeutet.
- Die Anleger sind frustriert darüber, dass Peking trotz der Zusagen zur Erhöhung der Ausgaben keine klaren Details zu seinem Konjunkturpaket bekannt gibt.
- Der Immobilienmarkt und der Automobilsektor haben mit sinkenden Preisen und schwacher Verbrauchernachfrage zu kämpfen.
China kämpft mit zunehmendem Deflationsdruck. Daten vom September zeigen schwächer als erwartet ausgefallene Verbraucher- und Erzeugerpreise. Dies hat die Forderungen nach einem umfangreicheren Konjunkturpaket der chinesischen Regierung verstärkt.
Doch trotz der Appelle scheint Peking zögerlich zu sein und lässt die Märkte in der Schwebe, während die Anleger gespannt auf klare und entschiedene Maßnahmen warten.
Schwache Inflation,tronBedenken
Das Nationale Statistikamt Chinas meldete, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im September im Jahresvergleich lediglich um 0,4 % gestiegen ist. Dies blieb hinter den von Analysten prognostizierten 0,6 % zurück und bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Anstieg von 0,6 % im August.
Auf der anderen Seite sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,8 Prozent – ein stärkerer Rückgang als die prognostizierten 2,6 Prozent. Dies ist der stärkste Rückgang in China in den letzten sechs Monaten und eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Rückgang von 1,8 Prozent im August.
Goldman Sachs führte den leichten Anstieg der Verbraucherinflation auf steigende Lebensmittelpreise zurück. Die gestiegenen Lebensmittelkosten wurden durch widrige Wetterbedingungen und die saisonale Nachfrage vor der Goldenen Woche im Oktober verursacht.
Die schwachen Inflationszahlen deuten jedoch auf ein tieferliegendes wirtschaftliches Problem hin. Deflationäre Tendenzen gewinnen an Bedeutung, vor allem aufgrund einer schweren Immobilienmarktkrise, die die Nachfrage der privaten Haushalte stark denthat.
Die schwachen Preisdaten kommen kurz vor der Veröffentlichung weiterer Regierungsdaten, die noch in dieser Woche erwartet werden und ein klareres Bild von der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft liefern sollen.
Analysten prognostizieren eine zweigeteilte Wirtschaft. Während die Handelszahlen voraussichtlichtronausfallen werden, dürften die am Freitag erwarteten BIP-Zahlen für das dritte Quartal enttäuschend sein.
Das Wachstum wird Prognosen zufolge unter Chinas offiziellem Ziel von 5 % im Jahresvergleich liegen. Sollte sich das Wachstum des Landes weiter verlangsamen und der Exportmotor auf zunehmende Hindernisse stoßen, insbesondere durch den steigenden Protektionismus wichtiger Handelspartner, wird Peking handeln müssen.
Chinas Konjunkturprogramme enttäuschen
Das erste Konjunkturpaket führte zu einer kurzen Erholung an Chinas Aktienmärkten, doch die Anleger warten weiterhin gespannt auf detailliertere fiskalpolitische Pläne aus Peking, um die geldpolitischen Maßnahmen zu untermauern.
Leider liegen diese Details noch immer nicht vor, und die mangelnde Transparenz hat viele enttäuscht. Während die Märkte von der Regierung ein entschlosseneres Vorgehen fordern, bewegt sich Peking auf einem schmalen Grat.
Sie wollen die Wirtschaft ankurbeln, sind aber gleichzeitig vorsichtig, den Markt nicht mit Krediten zu überschwemmen, da dies zu neuen Problemen führen könnte.
Frühere Versuche, Kredite in das System zu pumpen, wurden für die Entstehung der chinesischen Immobilienblase verantwortlich gemacht, ein Problem, mit dem das Land noch heute zu kämpfen hat.
Alle Augen richten sich nun auf den Nationalen Volkskongress, Chinas Scheinparlament, der letztendlich allen zusätzlichen Ausgabenplänen zustimmen muss.
Der Zeitpunkt ihres nächsten Treffens ist noch ungewiss, es wird aber in Kürze erwartet. Chinas Erzeugerpreise fallen rapide, insbesondere in der Schwerindustrie.
Auch der Automobilsektor, ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Fertigungswirtschaft, spürt die Auswirkungen. Das Statistikamt berichtete, dass die Preise für Elektrofahrzeuge und konventionelle Autos um 6,9 % bzw. 6,1 % gesunken sind.
Der Wettbewerb in diesem Markt ist hart, es gibt zu viele Hersteller und zu hohe Kapazitäten. Dies hat viele Automobilhersteller gezwungen, ihre Exporte zu niedrigen Kosten massiv auszubauen, was den ohnehin schon angeschlagenen Sektor zusätzlich belastet.
Die Lage spitzt sich täglich zu. Zahlreiche aktuelle Wirtschaftsdaten blieben hinter den Prognosen zurück und schüren die Befürchtung, dass Chinas Wachstumsziel von 5 % außer Reichweite gerät.
Analysten befürchten zudem, dass dem Land ein längerfristiger struktureller Abschwung bevorstehen könnte. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die Staatsverschuldung Chinas rund 24 % seiner Wirtschaftsleistung ausmacht.
Rechnet man jedoch die Schulden der Kommunen hinzu, schnellt die Gesamtsumme auf rund 16 Billionen US-Dollar oder 116 % des BIP hoch. Die Zentralbank räumte ein, dass China noch „vergleichsweise viel Spielraum hat, um Schulden aufzunehmen und das defizu erhöhen“
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Jai Hamid
Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.
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