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Durchgesickerte Dokumente enthüllen Celsius' ambitionierten Geschäftswechsel nur wenige Wochen vor dem Konkurs

VonHaseeb ShaheenHaseeb Shaheen
3 Minuten Lesezeit
Durchgesickerte Dokumente enthüllen Celsius' ambitionierten Geschäftswechsel nur wenige Wochen vor dem Konkurs
  • Celsius Network präsentierte Goldman Sachs und ADQ Celsius Web Services (CWS), ein Projekt, das darauf abzielte, seine Produkte unter eigener Marke anzubieten, darunter auch solche mit Fokus auf Rendite und Verwahrung. 
  • CWS wurde vom ehemaligen Celsius-CEO Alex Mashinsky initiiert, der hoffte, 1 Milliarde Dollar für die Realisierung des Projekts aufzubringen.

Im Mai und Juni des vergangenen Jahres wandte sich Celsius Network, ein gescheiterter Krypto-Kreditgeber, mit einem Projekt namens Celsius Web Services (CWS) an die Wall-Street-Bank Goldman Sachs und den von Abu Dhabi unterstützten Fonds ADQ. Dies geht aus Präsentationsunterlagen hervor, die The Block vorliegen. Ziel des Projekts war es, generische Versionen der Celsius-Produkte anzubieten, darunter solche mit Fokus auf Rendite und Verwahrung. Es wurde als „Web3-Toolbox für eine neue Welt“ beschrieben. Alex Mashinsky, der ehemalige CEO von Celsius, der im September zurücktrat, leitete den CWS-Plan und hoffte, eine Milliarde US-Dollar für die Realisierung des Projekts einzuwerben.

Das Netzwerk stand damals unter zunehmendem Druck, und Mashinsky hoffte, die Aufmerksamkeit auf das CWS-Projekt lenken zu können, um sich vom Kerngeschäft des Unternehmens – der Kreditvergabe von Krypto-Assets – abzuwenden. Die Gelder waren jedoch bereits aufgebraucht, und niemand ahnte damals, wie prekär die Lage wirklich war, so eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Letztendlich scheiterte der CWS-Plan, da Goldman Sachs und ADQ absprangen und die bestehenden Investoren von Celsius diesem Beispiel folgten. Dieser verzweifelte Kurswechsel gibt Aufschluss darüber, wie Mashinsky sein angeschlagenes Krypto-Imperium.

CWS: Ein Amazon Web Services für Krypto

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle zielte das CWS-Projekt darauf ab, das Amazon Web Services der Kryptowelt zu schaffen. Diese Strategie überraschte einige Insider, da Celsius erst kürzlich 750 Millionen US-Dollar von externen Investoren eingesammelt hatte. Eine weitere mit dem Projekt vertraute Person gab an, dass der CWS-Plan intern unter verschiedenen Namen geführt wurde, wobei die Kurzform oft „Plaid für Web3“ lautete. Plaid ist ein Fintech-Startup, das Kunden dabei unterstützt, ihre Finanzdaten mit neuen Apps und Diensten zu verknüpfen.

In der Goldman-Präsentation vom Mai 2022 heißt es, Celsius wolle die Möglichkeiten einer Partnerschaft mit der Bank ausloten, um sein Engagement in der Kryptoindustrie zu vertiefen. CWS verfüge über ein eigenes internes Team, so die Präsentation, und genieße die volle Unterstützung des Vorstands und externer Investoren. Der Großteil der Präsentation besteht aus einem allgemeinen Überblick über die Dienstleistungen, die Celsius über CWS anbieten könnte. Die Initiative sieht White-Label-Produkte vor, wobei Kreditkarten, Staking, Prime Brokerage, Versicherungen und NFTs als potenzielle Bereiche genannt werden, die CWS zukünftig abdecken könnte.

Die ADQ-Präsentation vom Juni 2022 bewarb die Schaffung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC), für die Celsius und Polygon, ein Unternehmen für Blockchain-Skalierung, gemeinsam die Technologie bereitstellen würden. Laut dem in der Präsentation skizzierten Plan sollte die Zentralbank der VAE als alleiniger Emittent des digitalen Dirhams (CBDC) fungieren, während beide die Infrastruktur für dessen Betrieb bereitstellen würden. Für Celsius bedeutete dies die Bereitstellung der in der Goldman-Präsentation beschriebenen White-Label-Produkte. Chainlink, ein weiteres Krypto-Startup, wurde in der Präsentation als Anbieter von On-Chain-Infrastruktur und Nachweis der Reserven positioniert.

Lehren aus dem Scheitern von Celsius

Das Scheitern von Celsius Network verdeutlicht die Risiken und Herausforderungen im Bereich der Krypto-Kreditvergabe. Dass das Unternehmen trotz des Versuchs, sich anderen Geschäftsfeldern wie CWS zuzuwenden, den Zusammenbruch seines Kerngeschäfts nicht verhindern konnte, zeigt, wie wichtig Vorsicht in der Krypto-Kreditbranche ist.

Darüber hinaus verdeutlicht das gescheiterte Umdenken des Unternehmens hin zu CWS die Bedeutung eines soliden Geschäftsmodells und dessen effektiver Umsetzung. Die Tatsache, dass das Unternehmen keine Finanzierung für CWS sichern konnte, zeigt, dass selbst gut finanzierte Startups scheitern können, wenn sie kein tragfähiges Geschäftsmodell haben oder dieses nicht effektiv umsetzen.

Das Scheitern von Celsius Network unterstreicht zudem die Notwendigkeit einer regulatorischen Aufsicht im Kryptosektor. Kryptokreditplattformen sind derzeit in vielen Ländern, wodurch Anleger betrügerischen Machenschaften schutzlos ausgeliefert sind.

Abschluss

Der gescheiterte Versuch von Celsius Network, Celsius Web Services (CWS) einzuführen, liefert wertvolle Erkenntnisse über die Herausforderungen und Risiken, die mit der Neuausrichtung eines Krypto-Unternehmens auf neue Produkte und Dienstleistungen verbunden sind. Obwohl die geplante CWS-Initiative ambitionierte Ziele verfolgte und sich zu einer „Web3-Toolbox für eine neue Welt“ entwickeln wollte, waren Zeitpunkt und Umsetzung ungünstig.

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