Xi Jinping und Wladimir Putin führen die Bemühungen an, den US-Dollar an eine feste Bindungsstelle zu binden.
Da Russland derzeit den Vorsitz der BRICS-Staaten innehat und der Gipfel in Kasan für den 22. Oktober angesetzt ist, drängen beide Staatschefs darauf, den Dollar im Welthandel zu ersetzen.
Zu der Gruppe (ursprünglich bestehend aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) gesellen sich neue Mitglieder aus dem Iran, Ägypten, Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hinzu.
Ziel ist es, die finanzielle Zusammenarbeit zu intensivieren und die Verwendung lokaler Währungen im internationalen Handel zu fördern. Aber seien wir ehrlich: Sie könnten sich da etwas übernommen haben.
Der Handel zwischen Russland und China hat stark zugenommen. Im Jahr 2023 erreichte er 227 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 25 % gegenüber den Vorjahren. Fast 90 % dieses Handels wurden in Rubel oder Yuan abgewickelt.
Doch trotz seiner vollmundigen Ankündigungen ist Xi in vielerlei Hinsicht weiterhin an den Dollar gebunden. Rund 50 % der chinesischen Devisenreserven werden in US-Dollar gehalten, was eine umfassende Entdollarisierung äußerst schwierig macht.
Die Entdollarisierungsmission verläuft nicht besonders gut
Putin hat Russlands Währungsreserven diversifiziert und die Yuan-Bestände erhöht. China verfolgt jedoch eine raffiniertere Strategie.
Pekings Wirtschaft mit einem Volumen von 18 Billionen Dollar übertrifft die russische Wirtschaft mit 2 Billionen Dollar bei Weitem, was die ganze Entdollarisierungssache für Peking riskanter macht.
Chinas Abhängigkeit vom amerikanischen Markt und von amerikanischen Investitionen bedeutet, dass ein Wechsel zu anderen Währungen nicht so einfach ist, wie Putins Strategie es suggerieren mag.
Analysten warnen davor, dass Russlands Taktiken für China auf lange Sicht nicht funktionieren könnten und eine uneingeschränkte Übernahme gefährlich wäre.
Xi versucht außerdem, den US-Sanktionen zu entgehen. In Washington kursieren Gerüchte, dass chinesische Banken, die in Transaktionen mit Russland verwickelt sind, bald mit Sanktionen belegt werden könnten.
Aus Furcht vor einem ähnlichen Szenario wie in Russland, wo Sanktionen den Zugang zu den globalen Märkten starkripple, versucht China, sein Engagement in Dollar-Anlagen schrittweise zu reduzieren. Doch es ist ein heikles Gleichgewicht. Ein falscher Schritt, und Xi könnte die Wirtschaft in eine Rezession stürzen.
So einfach ist das nicht
Die BRICS-Staaten prüfen Optionen wie die Schaffung einer gemeinsamen Währung oder die Einrichtung eines neuen Zahlungssystems, das nicht auf SWIFT, dem von den USA dominierten globalen Bankennetzwerk, basiert
Aber erwarten Sie keine unmittelbaren Veränderungen. Denn seien wir ehrlich: Die Chancen, dass die BRICS-Staaten in absehbarer Zeit eine gemeinsame Währung einführen, sind verschwindend gering.
Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Mitgliedern wie Südafrika und China sind enorm. Tatsächlich wird sich der Gipfel voraussichtlich auf die Stärkung der Nutzung lokaler Währungen im Handel zwischen den Mitgliedsländern konzentrieren. Eine gemeinsame Währung ist jedoch wohl noch Zukunftsmusik.
Die BRICS-Staaten haben auch den Energiesektor im Visier. Saudi-Arabien verkauft bereits mehr Öl nach China in Renminbi statt in Dollar.
Das ist eine wichtige Sache, aber der Punkt ist: Der Wandel vollzieht sich bei Nicht-Rohölprodukten schneller. Rohöl selbst wird immer noch größtenteils in Dollar gehandelt, und das wird sich nicht über Nacht ändern.
Die hohe Liquidität und die etablierten Praktiken im Ölhandel machen es schwierig, die Rolle des Dollars zu verdrängen.
Der „allmächtige Dollar“ wird uns noch lange erhalten bleiben
Der Dollar behauptet weiterhin seine führende Position als Weltwährung. Die US-Wirtschaft trägt 26 % zum globalen BIP bei, und aufgrund ihrer Größe ist der Dollar für internationale Investoren eine bevorzugte Anlageklasse.
Amerika besitzt zudem etwas, das kein anderes Land hat: Vertrauen. Globale Investoren betrachten den Dollar als sichere Anlage, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher oder geopolitischer Krisen.
Derzeit dominiert der Dollar den Welthandel. Rohstoffe wie Öl werden nach wie vor größtenteils in Dollar gehandelt. Hinzu kommt die hohe Liquidität der US-Märkte, die es Anlegern erleichtert, Dollar-Anlagen zu kaufen und zu verkaufen.
In dieser Hinsicht kann keine andere Währung mit dem Dollar mithalten. Zudem macht er etwa 64 % der globalen Devisenreserven aus, gegenüber 49 % im Jahr 2010.
US-Staatsanleihen gelten weithin als die sichersten Anlagen weltweit. Kein anderes Land verfügt über einen so großen und vertrauenswürdigen Anleihenmarkt wie die USA. Aus diesem Grund halten ausländische Regierungen an auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten fest. Kurz gesagt: Der US-Dollar ist schwer zu übertreffen.
Das geopolitische Schachbrett
Hier wird die Sache komplizierter. Die Dominanz des US-Dollars verleiht den USA enorme geopolitische Macht. Amerika kann Länder mit Sanktionen belegen, die ihnen den Zugang zum dollarbasierten Finanzsystem abschneiden.
Ernsthafte Alternativen gibt es noch nicht. Der Euro? Nein, zu politisch gespalten. Der Renminbi? Chinas strenge Kapitalverkehrskontrollen machen ihn für den globalen Einsatztrac. Bitcoin? Noch nicht.
Doch die Mitgliedsländer verfolgen unterschiedliche Prioritäten, was gemeinsames Handeln erschwert. Eine tatsächliche Abkehr vom Dollar könnte sogar wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen aus Washington auslösen. Dieses Risiko müssen die BRICS-Staaten sorgfältig abwägen.
Dies ist das mächtigste Land der Erde. Putin weiß das vermutlich besser.
Am Ende mag die Entdollarisierung auf dem Papier nach einer großartigen Idee klingen, aber die Umsetzung? Nun, das ist eine ganz andere Geschichte.

