Laut einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung des Weißen Hauses darf ein chinesisch kontrolliertes Unternehmen die von ihm erworbene amerikanische Halbleitertechnologie nicht behalten. Offizielle Stellen erklären, das Geschäft gefährde die nationale Sicherheit.
Die Regierung zwingt das in Delaware ansässige Unternehmen HieFo Corp., die von Emcore erworbenen Chip-Assets zurückzugeben. HieFo wurde von einem chinesischen Staatsbürger gegründet und wird von ihm kontrolliert, was laut Behörden Sicherheitsrisiken birgt. Die Unternehmen gaben an, den Großteil des Geschäfts im Jahr 2024 abgeschlossen zu haben. Der Wert des Geschäfts belief sich auf fast 3 Millionen US-Dollar.
Halbleiterexperten zufolge hat die Technologie von Emcore potenzielle militärische Anwendungen. Sie könnte auch KI-Computersysteme verbessern, was die Trump-Regierung beunruhigt. HieFo und Emcore haben sich zu der Entscheidung noch nicht geäußert.
Cfius ordnet vollständige Stornierung der Transaktion an
Der Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den USA (CFIUS) prüfte den Kauf. Der CFIUS untersucht ausländische Investitionen auf Sicherheitsrisiken. HieFo muss nun alle von Emcore erworbenen Vermögenswerte verkaufen und die gesamte Transaktion rückgängig machen.
Trumps Chinapolitik im Technologiebereich sendet widersprüchliche Signale. Er hat im Zuge von Verhandlungen mit der chinesischen Führung einige Handelsbeschränkungen gelockert. Zudem hat er China den Kauf bestimmter KI-Chips von Nvidia und anderen US-Unternehmen erlaubt. Die Regierung blockiert jedoch weiterhin aus Sicherheitsgründen einige Exporte und Investitionen.
Trump erlaubte Nvidia den Verkauf seiner fortschrittlichen H200-KI-Chips an „zugelassene Kunden“ in China – allerdings unter einer Bedingung: Nvidia muss 15 % der Einnahmen aus diesen Verkäufen an die Regierung abführen. Senatorin Elizabeth Warren und andere Demokraten bezeichneten dies als Gefahr für die nationale Sicherheit. Wie Cryptopolitan bereits berichtete, lehnte China die H200-Chips ohnehin ab und entschied sich stattdessen für im Inland hergestellte Halbleiter.
Peking schreibt inländische Ausrüstung für die Chipproduktion vor
China treibt den Aufbau einer eigenen Chipindustrie massiv voran. Drei mit der Politik vertraute Personen teilten Reuters mit, dass chinesische Chiphersteller nun verpflichtet sind, bei der Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten mindestens 50 % ihrer Ausrüstung aus heimischer Produktion zu beziehen. Die Regelung ist zwar nicht öffentlich bekannt, doch Regierungsbeamte informieren Unternehmen seit einigen Monaten darüber, wenn diese Anträge auf den Bau oder die Erweiterung von Fabriken stellen. Die Unternehmen müssen in ihren Angeboten nachweisen, dass mindestens die Hälfte ihrer Aufträge aus in China hergestellter Ausrüstung bestehen wird.
Dies ist einer der bishertronSchritte Pekings zur Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischer Technologie. Die Bemühungen beschleunigten sich, nachdem die USA 2023 die Exportkontrollen verschärften und den Verkauf fortschrittlicher KI-Chips und Halbleiteranlagen nach China verboten. Diese amerikanischen Beschränkungen verhinderten lediglich den Verkauf der modernsten Technologien. Chinas 50-Prozent-Quote führt jedoch dazu, dass Hersteller chinesische Zulieferer bevorzugen, selbst wenn sie weiterhin legal Ausrüstung aus den USA, Japan, Südkorea und Europa beziehen könnten.
Das Büro des US-Handelsbeauftragten veröffentlichte letzten Monat die Ergebnisse einer fast einjährigen Untersuchung des chinesischen Halbleitersektors. Biden hatte die Untersuchung in seinen letzten Amtswochen eingeleitet und Trump die Entscheidung überlassen. Trump schloss daraufhin ein Handelsabkommen mit dem chinesischen Präsidenten dent dent , das die globalen Märkte beruhigte.
Die Regierung erhebt nicht sofort neue Zölle auf Chipimporte. Der Zollsatz bleibt 18 Monate lang bei null. Am 23. Juni 2027 wird er auf einen Satz angehoben, den die Regierung mindestens 30 Tage im Voraus bekannt geben wird.
In einer Bekanntmachung im Federal Register hieß es, Chinas Bestrebungen, den Halbleitermarkt zu dominieren, seien „unangemessen und belasten bzw. beschränken den US-Handel und sind daher justiziabel“
