Die US-Regierung könnte in diesem Jahr deutlich weniger Steuereinnahmen erzielen. Beamte des Internal Revenue Service (IRS) und des Finanzministeriums prognostizieren einen Rückgang von mehr als 10 % im Vergleich zu 2024. Laut einem Bericht der Washington Postwird der Rückgang bis zum Steuererklärungsstichtag am 15. April 500 Milliarden Dollar übersteigen.
die US-Steuerbehörde IRS nahm im vergangenen Jahr 5,1 Billionen US-Dollar ein. Das Defizit könnte somit fast dem Budget des US-Verteidigungsministeriums von 825 Milliarden US-Dollar für das Fiskaljahr 2024 entsprechen. Der Einnahmenrückgang ist laut einigen Ökonomen eine Folge des veränderten Steuerverhaltens und von Stellenstreichungen bei der IRS unter Präsidentdent Trump.
Die Kürzungen bei den Durchsetzungsmaßnahmen der IRS führen zu Personalengpässen
Die Trump-Administration, die das von Elon Musk gegründete Department of Government Efficiency (DOGE) beauftragt hat, hat angeblich entlassen und wird voraussichtlich insgesamt fast 20.000 Mitarbeiter feuern, so anonyme Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.
Diese Kürzungen haben die Steuerzahlerdienste und die Vollzugsbehörde beeinträchtigt und deren Fähigkeit zur Bearbeitung von Steuererklärungen und zur Durchführung von Betriebsprüfungen geschwächt. Infolgedessen hat die US-Steuerbehörde (IRS) Berichten zufolge aufgrund von Ressourcenengpässen Ermittlungen gegen vermögende Unternehmen und Privatpersonen eingestellt.
Seit Trumps Amtsantritt haben zwei hochrangige Beamte der Behörde ihren Rücktritt; die Leiterin der IRS-Compliance-Abteilung, Heather Maloy, trat am 21. März zurück.
Laut mehreren IRS-Beamten haben diese Personalreduzierungen die Behörde gezwungen, sich auf „wesentliche Aufgaben“ zu konzentrieren, was zu Verzögerungen oder gar zur Einstellung einiger Vollstreckungsmaßnahmen geführt hat. Ökonomen warnen, dass diese Kürzungen die Effizienz des Steuersystems beeinträchtigen könnten, insbesondere jetzt, da in den USA die Hochphase der Steuererklärungssaison ansteht.
Weniger Steuererklärungen und zunehmende Steuerhinterziehung
Daten des IRS zeigen einen Rückgang der eingereichten Steuererklärungen um 1,7 % im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2024. Dieser Rückgang mag geringer ausfallen als die prognostizierten Einnahmeausfälle, doch interne Berechnungen des IRS deuten darauf hin, dass dies nur ein Vorbote des eigentlichen Problems ist; der Abwärtstrend wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen.
Die Umsatzprognosen der Behörde berücksichtigen planmäßige Zahlungen aus bereits eingereichten Steuererklärungen, ausstehende Salden und die jährlichen Nichtbeachtungsquoten.
Die Einkommensteuer ist mit Abstand die größte Einnahmequelle der US-Regierung. Laut Angaben des Finanzministeriums haben die Amerikaner bis zum Fiskaljahr 2025 959 Milliarden US-Dollar an Einkommensteuer gezahlt, was 51 % der gesamten Bundeseinnahmen entspricht.
Laut dem Büro für Steuerzahler-Compliance, das sich auf Diskussionen in den sozialen Medien beruft, hat eine wachsende Zahl von Steuerzahlern offen ihre Absicht erklärt, entweder keine Steuern zu zahlen oder aggressiv Abzüge , für die sie möglicherweise nicht qualifiziert sind, da sie das Risiko einer Steuerprüfung für gering halten.
Nach der Washington Post bezeichnete ein Sprecher des Finanzministeriums die Behauptungen als „reißerisch und haltlos“ und erklärte, die Quellen seien „von vornherein zu verwerfen“.
Trumps Plan zur Deckung des defisind Zölle
Der Rückgang der Steuereinnahmen fällt mit der Handelspolitik der Trump-Regierung zusammen, die darauf abzielt, Einnahmen von den Verbündeten der USA, Europa und Asien zu generieren.dent Trump hat vorgeschlagen, die Bundeseinkommensteuer für Personen mit einem Einkommen unter 150.000 US-Dollar abzuschaffen, vorausgesetzt, der Staatshaushalt ist ausgeglichen.
Howard Lutnick, US-Handelsminister und ein Verbündeter Trumps, erklärte Anfang des Monats gegenüber Fox News, die Regierung plane, durch das DOGE-Programm (Debt Operations Group Expenditure) Verschwendung im öffentlichen Sektor zu eliminieren und eine Billion Dollar einzusparen, die ihrer Ansicht nach auf Verschwendung, Betrug und Missbrauch zurückzuführen seien. Zusätzlich zu den Ausgabenkürzungen würden Zölle laut Lutnick weitere Einnahmen generieren.
„Man zieht eine Billion aus der Verschwendung, dem Betrug und dem Missbrauch unserer Systeme heraus, dann hat man die Zölle, und dann produziert man: bohren, Baby, bohren“, folgerte der Regierungsbeamte.
Ein Bericht der in Washington ansässigen Tax Foundation zeigte, dass die Einkommensteuer im Jahr 2021 2,2 Billionen US-Dollar an Bundeseinnahmen generierte, während die Zölle lediglich 80 Milliarden US-Dollar ausmachten. Um die fehlenden Einkommensteuereinnahmen auszugleichen, müssten die Zölle um über 60 % erhöht werden, was negative Auswirkungen auf Handel und Verbraucherpreise hätte.

