SAP entgeht wohl einer verschärften EU-Kartelluntersuchung

- SAP steht kurz davor, eine EU-Kartellstrafe zu vermeiden, nachdem das Unternehmen Zusagen zur Beilegung einer Untersuchung seines Software-Management-Programms gemacht hat.
- Die Europäische Kommission wird einen Markttest durchführen, um zu prüfen, ob Kunden und Wettbewerber die Vorschläge des Unternehmens annehmen.
- Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Bedenken hinsichtlich der eingeschränkten Wahlmöglichkeiten der Kunden bei Wartungs- und Supportleistungen im Zusammenhang mit der ERP-Software.
Die Europäische Kommission plant einen Markttest, um festzustellen, ob SAP Kartellstrafen zahlen muss oder nicht.
SAP ist bereit, sich mit der Europäischen Kommission zu einigen, wenn das Unternehmen durch Rückmeldungen von Kunden und Wettbewerbern bestätigen kann, dass es beabsichtigt, die Wettbewerbsregeln einzuhalten.
SAP steht kurz vor einer Einigung mit der Europäischen Kommission
Es sieht so aus, als könne SAP SE eine Kartellstrafe vermeiden, da die Europäische Kommission derzeit weitere Einzelheiten zu ihrem Angebot zur Beilegung einer Untersuchung ihres Software-Management-Programms von dem Unternehmen erfragen wird.
Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen hat SAP diese Woche mehrere Zusagen eingereicht, um den Vorwürfen entgegenzuwirken, dass das Unternehmen durch sein Softwaremanagementprogramm den Wettbewerb eingeschränkt habe, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Enterprise Resource Planning (ERP)-Software.
Es wird erwartet, dass die Kommission in Kürze einen Markttest dieser Zusagen einleiten und Kunden, Wettbewerber und andere Branchengruppen um Feedback zu dem Angebot des Unternehmens bitten wird.
SAP ist eines der größten Softwareunternehmen Europas, und sein ERP-System wird von Unternehmen und Institutionen in großem Umfang eingesetzt.
Das Angebot orientiert sich an den Bedenken, die die Aufsichtsbehörden im Rahmen ihrer Prüfung geäußert haben. SAP schlägt Änderungen vor , wie beispielsweise mehr Flexibilität für Kunden beim Wechsel zu Wettbewerbern und transparentere Informationen zu den Gebührenstrukturen.
Die Aufsichtsbehörden stellten die Frage, ob die SAP-Regeln es Kunden erschwerten, andere Anbieter zu wählen, die Wartungs- und Supportleistungen günstiger anboten. Sollten die Rückmeldungen von Wettbewerbern und Kunden keine gravierenden Einwände erheben, werden die Aufsichtsbehörden voraussichtlich von der Androhung von Bußgeldern absehen.
EU-Konformität und Untersuchungen
Nach den EU-Wettbewerbsregeln können Unternehmen Abhilfemaßnahmen anbieten, wenn ihre Geschäftspraktiken Anlass zu Bedenken geben. Die Regulierungsbehörden entscheiden dann, ob die Zusagen die Probleme vollständig beheben. Ein Markttest ist ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses, da er Unternehmen und anderen Betroffenen die Möglichkeit gibt, sich zu äußern, bevor die Kommission ihre endgültige Entscheidung trifft.
SAP teilte in einer Erklärung mit, dass sie nicht damit rechnet, dass der Fall einen sichtbaren Einfluss auf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit haben wird.
Die Europäische Kommission kündigte ihre Untersuchung des Unternehmens erstmals im September an, als Teresa Ribera, die EU-Wettbewerbskommissarin, erklärte, ihre Abteilung werde den Bedenken nachgehen, dass SAP den Wettbewerb einschränke.
SAP hat seine Dienstleistungen von traditioneller On-Premise-Software auf cloudbasierte Abonnementdienste umgestellt. Der Cloud-Umsatz des Unternehmens wird in diesem Jahr voraussichtlich mindestens 21,6 Milliarden Euro erreichen, mehr als das Dreifache des Umsatzes von 2019.
Die EU hatte Microsoft bereits zuvor untersucht, als Bedenken hinsichtlich der Zusammenführung der Videokonferenz-App Teams mit den Office-Paketen aufkamen. Microsoft erklärte sich später bereit, Teams in Europa von Office zu trennen, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen.
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Hannah Collymore
Hannah ist Autorin und Redakteurin mit fast zehn Jahren Erfahrung im Bloggen und der Eventberichterstattung im Kryptobereich. Bei Cryptopolitanschreibt sie für die Nachrichtenseite und berichtet und analysiert die neuesten Entwicklungen in den Bereichen DeFi, RWA, Kryptoregulierung, KI und Zukunftstechnologien. Sie hat an der Arcadia University Betriebswirtschaftslehre studiert.
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