Der italienische Energieversorger A2A hat seine Investitionsprognose für den Zeitraum 2024–2035 von 22 Milliarden Euro im Vorjahr auf 23 Milliarden Euro erhöht und davon fast 1,6 Milliarden Euro allein für Rechenzentrumsprojekte vorgesehen. Das Unternehmen verzeichnet einen starken Anstieg des Ausbaus der digitalen Infrastruktur in der norditalienischen Region Lombardei, zu der Mailand und die Industriestadt Brescia gehören.
Laut A2A werden im aktualisierten Investitionsplan auch die finanziellen Ziele in der letzten Phase der Strategie angehoben. CEO Renato Mazzoncini erklärte, dass die langjährige Präsenz von A2A in der Lombardei das Unternehmen in die Lage versetzt, den Ausbau von Rechenzentren zu unterstützen.
Die Übernahme von Stromnetzen in den Provinzen Mailand und Brescia wird neben dem Bedarf an Wärmemanagement und Netzverbindungen auch die Stromnachfrage ankurbeln.
Mazzoncini rechnet damit, dass die Rechenzentren im Großraum Mailand in den nächsten fünf Jahren ihre Kapazität um etwa zwei Gigawatt (GW) erhöhen werden. Er schätzt, dass dies einer Verzehnfachung gegenüber dem aktuellen Stand entspricht. A2A betont zudem, dass über 35 % des Investitionsplans bereits abgeschlossen sind, sich in der Umsetzung befinden oder die erforderlichen Genehmigungen erhalten haben.
A2As Ambitionen für 2035 erstrecken sich über zwei Fronten
Die Unternehmensgruppe gab bekannt, dass ihre Ambitionen für 2035 in zwei Bereichen zunehmen. Im Rahmen der Energiewende erwartet das Unternehmen eine Kapitalrendite (ROI) von 4 Milliarden RAB in Stromnetze. Zudem plant es, über fünf Millionen Kunden zu versorgen und eine Solar- und Windkraftkapazität von 3,7 GW (Gigawatt) zu betreiben.
Im zweiten Bereich sollen durch die Kreislaufwirtschaft 6,6 Millionen Tonnen Abfall verarbeitet werden. Zudem werden neue Rechenzentren errichtet, die Energieanlagen als Entwicklungsplattform nutzen. Darüber hinaus strebt eine Expansion über die Landesgrenzen hinaus an, um eine größere geografische Diversifizierung zu erreichen.
Die Auswahl der Länder für die Expansion erfolgt auf Grundlage von Marktpotenzial, Entwicklungsgeschwindigkeit und Leistungskriterien. Expansionsinitiativen werden zudem als Alternativen zu Projekten in Italien und bei gleichem Investitionsniveau ausgewählt.
„Die historische Präsenz von A2A in der Lombardei versetzt uns in eine einzigartige Lage, einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau dieser digitalen Infrastrukturen zu leisten und gleichzeitig die damit verbundenen industriellen und wirtschaftlichen Chancen zu nutzen.“
–Renato Mazzoncini, CEO von A2A
Laut A2A wird das EBITDA im Jahr 2028 voraussichtlich 2,4 Milliarden Euro betragen, bis 2030 auf 2,8 Milliarden Euro steigen und im Jahr 2035 3,6 Milliarden Euro erreichen. Der Nettogewinn wird im gleichen Zeitraum voraussichtlich 0,7 Milliarden Euro betragen, bis 2030 auf über 0,8 Milliarden Euro steigen und bis 2035 1,1 Milliarden Euro übersteigen.
A2A nutzt Expertise in der Energiegewinnung aus Abfall
Das Unternehmen erklärte, seine Projekte würden sich auf Schlüsselsektoren der Abfallverwertungs- und Energieversorgungsketten konzentrieren. Es werde seine Expertise in der Abfallverwertung und -erzeugung nutzen und gleichzeitig die Integration von vorgelagerten und nachgelagerten Aktivitäten evaluieren.
CEO Mazzoncini erwähnte während einer Pressekonferenz, dass sein Unternehmen Großbritannien, Spanien und Portugal für das Segment der Abfallverwertung zur Energiegewinnung im Blick hat.
Der Manager fügte hinzu, dass das Unternehmen auch in Polen und Deutschland Möglichkeiten im Bereich erneuerbarer Energien prüft. Er betonte, dass die Strategie mit Akquisitionen beginnen werde, die zu anorganischem Wachstum führen sollen, gefolgt von einem schrittweisen organischen Wachstum.
Mazzoncini gab außerdem bekannt, dass sein Unternehmen aufgrund des Krieges in der Ukraine beschlossen habe, alle Investitionen nach Italien zurückzuverlagern. Er erklärte, diese Entscheidung sei entscheidend für die Energiesouveränität des Landes gewesen.
Der CEO prognostiziert, dass das Unternehmen das Jahr mit einer Wasserkraftproduktion von rund 4 TWh abschließen wird. Er sagte außerdem voraus, dass der Strombedarf für Rechenzentren bis 2035 auf 42 TWh sprunghaft ansteigen wird, gegenüber 3 TWh in diesem Jahr.
Mazzoncini stellte jedoch klar , dass sein Unternehmen nicht nur Energielieferant, sondern auch Entwickler von Rechenzentren werden wolle. Er wies darauf hin, dass A2Adentmehrere Rechenzentrumsprojekte in Italien identifiziert habe, die entwickelt werden sollen. Das Unternehmen prüfe zudem einige Akquisitionen in Europa

