Laut Bloomberg stieg die Intel-Aktie um 7 %, nachdem sich das Unternehmen direkt an Apple gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten hatte. Der Chiphersteller, einst Marktführer im Halbleiterbereich, steckt derzeit in einer schwierigen Lage.
Intel will Geld. Intel will Partnerschaften. Und jetzt will Intel, dass Apple in das investiert, was es als „Comeback“ bezeichnet. Die beiden Unternehmen haben auch über eine erneute Zusammenarbeit gesprochen, aber es ist noch zu früh, um zu sagen, ob daraus tatsächlich etwas wird.
Wie Cryptopolitan bereits berichtete, investierte Nvidia letzte Woche bereits 5 Milliarden US-Dollar. Das ist keine Wohltätigkeit. Nvidia plant eine Zusammenarbeit mit Intel bei der Entwicklung von Chips für PCs und Rechenzentren. Dann stieg SoftBank. Der japanische Technologiekonzern investierte weitere 2 Milliarden US-Dollar in Intel, um seine Präsenz auf dem US-Markt weiter auszubauen. Intel verstärkt nun seine Bemühungen und sucht neben Apple den Kontakt zu weiteren Unternehmen, um genügend Unterstützung für den weiteren Erfolg zu gewinnen.
Die Deals zwischen Nvidia und SoftBank verändern den Ton
Die Beziehungen zwischen Apple und Intel sind seit Jahren nicht mehr eng. Apple hat vor etwa fünf Jahren die Zusammenarbeit mit Intel beendet und eigene Chips entwickelt. Heute werden Apples fortschrittlichste Chips von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und nicht von Intel hergestellt. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass Apple zu Intel zurückkehren wird. Doch ein Abkommen, selbst ohne Chiplieferungen, würde zeigen, dass Intel für die großen Technologiekonzerne nach wie vor relevant ist. Deshalb verfolgt Apple dieses Ziel so energisch.
Intel schweigt. Auch Apple gibt keinen Kommentar ab. Doch hinter den Kulissen tut sich Folgendes: Intels CEO Lip-Bu Tan leitet die gesamte Initiative. Er versucht, ein Unternehmen zu sanieren, das Verluste schreibt, Mitarbeiter entlässt und seine Expansionspläne auf Eis legt. Rein rechnerisch steht Intel vor großen Herausforderungen. Und selbst im Bereich der KI-Chips, der mittlerweile von Nvidia dominiert wird, hat das Unternehmen keine wirkliche Marktstellung.
Was Intel jedoch hat, ist die Unterstützung der US-Regierung. Im August griff die Trump-Administration ein und erwarb rund 10 % der Anteile an Intel. Das Weiße Haus misst Intel eine wichtige Bedeutung bei, um die Chipproduktion wieder in die USA zu holen. Dieser Deal war keine gewöhnliche öffentliche Investition. Er wurde schnell, unter Druck und mit sehr konkreten Zielen abgeschlossen. Intel wird nun als strategisches Gut behandelt.
Trotz staatlicher Unterstützung sind Intels Probleme nicht verschwunden. Das Unternehmen verlor seine Technologieführerschaft bereits vor Jahren und musste massive Marktanteile an Firmen wie AMD abgeben. Der Umsatz reicht bei Weitem nicht an den von Nvidia heran. Die Anleger verloren die Geduld. Doch seit dem Einstieg der Regierung hat sich die Stimmung gewandelt. Die Aktie ist seit Anfang August um über 50 % gestiegen.
Apple stellt Pläne für Inlandsausgaben vor
Während Intel um Investoren wirbt, demonstriert Apple seine Stärke. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus im August kündigte Apple-Chef Tim Cook einen 600-Milliarden-Dollar-Plan zur Ankurbelung inländischer Investitionen in den nächsten vier Jahren an. Das sind 100 Milliarden Dollar mehr als bisher geplant. Kernstück des Plans ist eine Investition von 2,5 Milliarden Dollar in Corning, den Glaslieferanten für Apples iPhones.
Tim sagte, das Ziel sei es, andere Unternehmen zum Handeln zu bewegen. „Das erzeugt einen Dominoeffekt“, erklärte er gegenüber Jim Cramer von CNBC. Es gehe nicht nur um PR. Apple signalisiere deutlich, dass das Unternehmen weiterhin in die US-Wirtschaft investiere, obwohl die Hauptproduktion im Ausland stattfinde.
So sieht die Lage also aus. Intel wirbt massiv um sein Comeback. Apple will mit an Bord sein. Nvidia und SoftBank sind bereits mit an Bord. Und Washington unterstützt das Unternehmen mit beträchtlichen finanziellen Mitteln. Ob das aber ausreicht, um die Probleme zu lösen, kann niemand sagen.

