Google integriert seine Gemini-KI nun verstärkt in viele seiner Produkte. Der nächste Schritt ist die Fotos-App. Auf der Entwicklerkonferenz I/O kündigte CEO Sundar Pichai gestern die Funktion „Fotos fragen“ an. Diese hilft Nutzern, mithilfe von Gemini gezielt Bilder in ihrer Galerie zu finden.
Gemini KI-Fotosuche
Die angeforderten Fotos werden in einem neuen Tab am unteren Rand der Google Fotos App angezeigt. Dieser Service steht zunächst einem Abonnenten zur Verfügung, ist anfangs auf Englisch und wird in den kommenden Monaten in den USA angeboten. Wenn Sie auf das Panel tippen, sehen Sie das Zwillinge-Sternsymbol und eine Willkommensnachricht über einer Leiste mit der Aufforderung, „nach Fotos zu suchen oder Fragen dazu zu stellen“
Google behauptet, man könne Fragen stellen wie „Zeig mir das beste Foto aus jedem Nationalpark, den ich besucht habe“. Dies hänge von den GPS-Daten ab und erfordere, dass die KI entscheide, welches Foto als „bestes“ gelte. Shimrit Ben-Yair, CEO von Google Photos, erklärte gegenüber Engadget, man könne der KI Feedback geben und ihr mitteilen, welche Bilder einem am besten gefallen. Das Lernen sei entscheidend, so Ben-Yair.
Stufenweise Einführung geplant
Fotos können Ihnen helfen, Ihre schönsten Urlaubsbilder wiederzufinden und eine passende Bildunterschrift zu verfassen, damit Sie sie ganz einfach in sozialen Medien teilen können. Und falls die Auswahl für Zwillinge nicht gut ankam, können Sie die Bilder später natürlich auch noch anpassen.
Bislang müssen Sie Ihre Suchanfrage an Ask Photos noch eintippen; Spracheingabe wird noch nicht unterstützt. Sobald diese Funktion verfügbar ist, wird die bestehende Suchfunktion für Nutzer, die sie verwenden, zu Ask Photos „verbessert“. Google versichert jedoch, dass die wichtigsten Suchfunktionen wie Gesichtsgruppen oder die Kartenansicht weiterhin verfügbar bleiben.
Das Unternehmen erläuterte den Ablauf von „Ask Photos“ in drei Schritten: die Frage verstehen, eine Antwort formulieren, vorsichtig vorgehen und Korrekturen nicht vergessen, da diese im Grunde dasselbe bedeuten. Obwohl die Sicherheit erst in der letzten Projektphase thematisiert wird, sollte sie während des gesamten Prozesses berücksichtigt werden. Das Unternehmen erklärte: „Die Informationen in Ihren Fotos sind sehr privat, und wir sind bereit, sie zu schützen, da wir sie sehr ernst nehmen.“
Daher werden Anfragen nirgendwo gespeichert, auch wenn sie in der Cloud (und nicht auf dem Gerät) verarbeitet werden. Nicht-Personen haben keinen Zugriff auf die Konversationen oder persönlichen Daten in „Ask Photos“, außer in seltenen Fällen, in denen Missbrauch oder Schaden gemeldet werden muss. Google gibt an, dass keine „generativen KI-Produkte außerhalb von Google Fotos“ mit diesen persönlichen Daten trainiert werden, einschließlich anderer Gemini-Modelle und -Produkte.
Datenschutzgarantien
Die Mediendaten bleiben dank der gleichen Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen wie bei Google Fotos geschützt und privat. Das ist ideal für die Nutzung von „Ask Photos“, denn Sie können Informationen wie das Ablaufdatum von Reisepass oder Führerschein aus Fotos abrufen, die Sie vielleicht vor Jahren aufgenommen haben. Die App nutzt außerdem die multimodalen Funktionen von Gemini, um den Text in Bildern zu lesen und Antworten zu finden.
Künstliche Intelligenz in Google Fotos war zweifellos nicht neu. Mithilfe der Gesichts- und Objekterkennungsalgorithmen des Unternehmens konnte man schon immer in der App nach Dingen wie einer „Kreditkarte“ oder einem bestimmten Freund suchen. Obwohl Fotos bisher nur Bilder mit bestimmten Personen oder Gegenständen zu liefern schienen, Gemini AI die generative Bildverarbeitung ein. Dadurch ergeben sich für Fotos deutlich neue Möglichkeiten.
Neben den anderen Anwendungsmöglichkeiten gibt es noch weitere Verwendungsmöglichkeiten für Fotos, beispielsweise um herauszufinden, welche Themen Sie bei den letzten Geburtstagsfeiern für Ihren Partner oder Ihr Kind verwendet haben. Mit der KI-Software können Sie Ihre Fotos ansehen und die bereits gewählten Themen analysieren.
Für „Ask Photos“ gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche Anwendungen. Die Funktion befindet sich derzeit in der Testphase und wird demnächst eingeführt. Wie andere Foto-Tools könnte sie zunächst als Premium-Funktion für One-Abonnenten und Pixel-Besitzer verfügbar sein und später schrittweise allen Nutzern der kostenlosen App zugänglich gemacht werden. Bislang hat sich jedoch niemand offiziell dazu geäußert, wann oder ob dies geschehen wird.

