Die EU verschob die lange erwartete finanzielle Strafe für Alphabets Google, während sie die Entscheidung der US-Regierung über europäische Autozölle abwartete.
Die Regulierungsbehörden der Europäischen Union haben die gegen Alphabets Google erwartete Kartellstrafe aufgrund von Bedenken hinsichtlich der US-amerikanischen Zollmaßnahmen verschoben.
Die von der Europäischen Union gegen Alphabet (Google) verhängte Geldstrafe wurde verschoben
Drei Quellen berichteten, dass die Europäische Kommission , die für die Durchsetzung des Kartellrechts zuständig ist, beschlossen hat, ihre Strafmaßnahme gegen Google nicht weiter zu verfolgen.
Die Kommission hat beschlossen, die Geldbuße vorerst auszusetzen, bis die Vereinigten Staaten ihr versprochenes Gesetz zur Senkung der Zölle auf europäische Autos umsetzen.
Die Zölle auf Pkw gehören zu den meistdiskutierten Themen in den Handelsgesprächen zwischen beiden Seiten. Brüssel drängt bisher auf eine Senkung der Zölle im Gegenzug für Zugeständnisse bei Industriegütern.
Erst letzte Woche schlug die Kommission die Abschaffung der Zölle auf importierte US-Industriegüter vor. Nun erwartet sie, dass Washington eine Senkung der Zölle auf europäische Autos ankündigt und die Abgaben von 27,5 % auf 15 % reduziert.
Der Zeitpunkt der verspäteten Geldbuße hat Fragen aufgeworfen, ob die Durchsetzung des Wettbewerbsrechts durch die EU als Druckmittel in den Wirtschaftsgesprächen eingesetzt wird.
Einer der Quellen zufolge wird die Verschiebung voraussichtlich nicht länger als einen Monat dauern. Die drei Quellen nannten EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič, der angeblich um Klarstellungen zu der von EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera getroffenen Kartellrechtsentscheidung gebeten hatte, als einen Grund für die Verzögerung.
Die Verschiebung wurde wenige Tage, nachdem Google mitgeteilt worden war, dass die Bekanntgabe der Geldstrafe am Montag zu erwarten sei, bekannt gegeben.
Unabhängigkeit der Strafverfolgung
Die mögliche Verbindung zwischen der Durchsetzung des Kartellrechts durch die EU und den Handelsgesprächen mit den Vereinigten Staaten hat Kritik hervorgerufen.
Die deutsche Monopolkommission, eindent Beratungsgremium, erklärte, die Verzögerung schaffe einen besorgniserregendendent. Tomaso Duso, der Vorsitzende der Kommission, warnte in einer Stellungnahme davor, den Wettbewerbsschutz zum „Spielball der Trump-Administration“ werden zu lassen.
dent Donald Trump hatte zuvor mit Vergeltungsmaßnahmen gegen europäische Behörden gedroht, sollten diese zu hart gegen amerikanische Technologieunternehmen vorgehen. Die Entscheidung der Kommission, die Geldbuße zu verschieben, wird von einigen Analysten als strategischer Schritt gewertet, um Spannungen während der heiklen Handelsverhandlungen zu vermeiden. Insidern zufolge dürfte die Geldbuße im Vergleich zu früheren Strafen gegen das Unternehmen moderat ausfallen.
Die Sprecherin der Europäischen Kommission, Arianna Podesta, erklärte Journalisten in einer täglichen Pressekonferenz, die Untersuchung gegen Google dauere noch an und lehnte es ab, weitere Details preiszugeben. Auch Google selbst hat sich bisher nicht zu dem Sachverhalt geäußert.
Die Geldstrafe ist das Ergebnis einer vierjährigen Untersuchung der Werbetechnologiepraktiken von Google, die nach einer Beschwerde des Europäischen Verlegerverbands eingeleitet wurde. Google wird vorgeworfen, die eigenen Dienste im Online-Werbemarkt gegenüber denen der Konkurrenz unlauter bevorzugt zu haben.
Die endgültige Entscheidung der US-Regierung bezüglich der Zölle auf den Automobilsektor ist von großer Bedeutung, da dieser Sektor Millionen von Menschen in der gesamten EU beschäftigt und für die Wirtschaft Deutschlands, Frankreichs und Italiens von zentraler Bedeutung ist. Die gegen Google verhängte Geldstrafe hat zwar symbolische Bedeutung, aber nicht dieselbe wirtschaftliche Tragweite wie die Zölle.
Es wird erwartet, dass die Kommission nach Abschluss der Handelsgespräche ihre Entscheidung treffen wird.

