Coinbase, eine der führenden Kryptowährungsbörsen, lieferte sich vor einem New Yorker Gericht einen entscheidenden Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC).
Im Mittelpunkt der Anhörung stand der von Coinbase auf Abweisung der von der SEC am 6. Juni 2023 eingereichten Klage wegen angeblicher Verstöße gegen US-amerikanisches Wertpapierrecht. Dieser Rechtsstreit hat weitreichende Konsequenzen für die künftige Regulierung von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten, da es um die Einstufung von 13 auf Coinbase gelisteten Token geht.
Die SEC wirft Coinbase Verstöße gegen die Token-Listing-Vorschriften vor
Die SEC hat Klage gegen Coinbase eingereicht und der Börse vorgeworfen, 13 Token anzubieten, die als Wertpapiere einzustufen seien. Zu diesen Token gehören bekannte Kryptowährungen wie Solana (SOL), Cardano (ADA), Polygon (MATIC), Filecoin (FIL), The Sandbox (SAND), Axie Infinity (AXS), Chiliz (CHZ), Flow (FLOW), Internet Computer (ICP), NEAR (NEAR), Voyager (VGX), Dash (DASH) und Nexo (NEXO).
Die Behörde argumentierte, dass diese Token den US-amerikanischen Wertpapiergesetzen unterliegen, woraus folgt, dass Coinbase die entsprechenden Vorschriften hätte einhalten müssen.
Coinbases Verteidigung
Coinbase bestritt die Vorwürfe der SEC und beantragte die Abweisung der Klage. Kern der Argumentation von Coinbase ist die Infragestellung der Zuständigkeit der SEC für Kryptowährungsbörsen. Die Börse wies darauf hin, dass die SEC bei der Genehmigung ihres Registrierungsantrags im April 2021 keine Verpflichtung zur Registrierung als Wertpapierbörse gefordert hatte. Dieser entscheidende Punkt bildet die Grundlage für Coinbases Antrag auf Klageabweisung.
Jeremy Hogan, Partner bei Hogan and Hogan, räumte ein, dass Anträge auf Abweisung solcher Klagen selten stattgegeben werden. Er merkte jedoch an, dass die zuständige Bezirksrichterin, Katherine Polk Failla, bereits in der Vergangenheit Fälle im Zusammenhang mit Kryptowährungen abgewiesen habe.
Richter Failla hatte bereits 2013 einem Antrag auf Abweisung einer Klage gegen Uniswap, eine dezentrale Kryptowährungsbörse, stattgegeben. In der Klage ging es um den Vorwurf des Verkaufs von „Betrugstoken“. Dieser Hintergrund hat in der Krypto-Community die Hoffnung geweckt, dass Coinbase mit einer Abweisung der Klage Erfolg haben könnte.
Hogan hob zudem Richterin Faillas Technologieverständnis und ihre Anerkennung von Ethereum (ETH) als Rohstoff hervor. Er erwähnte ihre Überzeugung, dass der Kongress eine Rolle im Regulierungsprozess spielen sollte, was dem Fall eine interessante Dimension verleiht.
Experten geben ihre Meinung ab
Rechtsexperten, die den Fall verfolgen, erwarten eine eingehende Prüfung der Position der SEC während der Anhörung. MetaLawMan, ein Experte für Kryptorecht, zeigte sich zuversichtlich, dass Richterin Failla den Anwälten der SEC kritische Fragen stellen werde, was die Gründlichkeit der Prüfung der Argumente der Behörde verdeutlicht.
Diese Klage gegen Coinbase ist Teil des umfassenderen Vorgehens der SEC gegen Kryptowährungsunternehmen, das nach dem Zusammenbruch von FTX im November 2022 an Dynamik gewann. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte tiefgreifende Auswirkungen auf die regulatorische Landschaft von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten haben.
Vergleichbar mit dem Binance Fall
Der Rechtsstreit zwischen Coinbase und der US-Börsenaufsicht SEC weist Ähnlichkeiten mit dem Fall gegen Binance , einer anderen großen Kryptowährungsbörse, auf. In beiden Fällen drängt die SEC das Gericht, ein kürzlich ergangenes Urteil im Fall Terraform Labs zu berücksichtigen, in dem festgestellt wurde, dass das Unternehmen Wertpapiere ohne ordnungsgemäße Registrierung verkauft hatte.
Laut SEC rechtfertigt dieses Urteil ihr Vorgehen gegen Kryptowährungsbörsen.
Die Ergebnisse dieser Verfahren werden nicht nur die beteiligten Börsen betreffen. Sie könnten auch einendent für die Klassifizierung und Regulierung verschiedener Kryptowährungstoken in den Vereinigten Staaten schaffen.

