Chinas Wirtschaftslage ist desaströs, das ist kein Geheimnis. Der jüngste Versuch der Regierung, den Yuan zu stabilisieren und die Märkte zu beruhigen, scheitert kläglich und lässt Händler und Analysten unbeeindruckt zurück.
Trotz fieberhafter Bemühungen der Chinesischen Volksbank (PBOC) notiert der Yuan gefährlich nahe am unteren Ende seiner Handelsspanne, und die Anleiherenditen liegen nur knapp über Rekordtiefs. Aktien? Sie brechen ein. Der MSCI China Index ist gefallen und nähert sich damit dem Bärenmarkt.
Analysten zufolge benötigen Chinas Finanzmärkte mehr als diese halbherzigen Maßnahmen, um sich zu erholen. Was fehlt, ist echte geld- und fiskalpolitische Durchschlagskraft, doch Peking scheint noch nicht bereit zu sein, diese einzusetzen.
Yuan kämpft trotz massiver Intervention
Die chinesische Zentralbank (PBOC) hat diese Woche alles versucht, um den Yuan zu stützen, doch die Währung bewegte sich kaum. Tatsächlich konnte der Offshore-Yuan nur einen schwachen Wochengewinn von 0,1 % verzeichnen. Onshore notiert er gefährlich nahe am unteren Ende seiner zulässigen Handelsspanne.
Zu allem Übel versuchte die PBOC, Leerverkäufer durch die Ausgabe einer Rekordmenge an Anleihen in Hongkong unter Druck zu setzen. Und raten Sie mal? Auch das half nicht viel.
Dann wäre da noch der Anleihenmarkt. Die PBOC überraschte alle mit der Aussetzung ihrer Anleihekäufe am Freitag – ein Schritt, der einen weiteren Renditeverfall verhindern sollte. Hat es funktioniert? Nicht wirklich. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gaben ihre anfänglichen Gewinne bis zum Handelsschluss wieder ab.
Anleger flüchten sich weiterhin in sichere Anlagen, da keine Anzeichen für eine baldige Rückkehr des Vertrauens in den Markt erkennbar sind. Gleichzeitig bleibt die Renditedifferenz zwischen chinesischen und US-amerikanischen Anleihen groß, was chinesische Anlagen für globale Investoren noch unattraktiver macht.
Zusammenbruch des Immobiliensektors
Chinas Immobilienmarkt, die Wurzel vieler Probleme, befindet sich weiterhin im freien Fall. Bauträger gehen mit erdrückenden Schulden ins Jahr 2025, sehen sich Insolvenzanträgen gegenüber und müssen den Absturz ihrer Aktienkurse miterleben. Dieser Sektor sollte sich nach den im letzten Jahr von Peking eingeleiteten politischen Maßnahmen eigentlich stabilisieren, doch stattdessen zieht er die gesamte Wirtschaft mit sich.
Im vergangenen Herbst schien sich die Lage zu bessern. Eine Reihe von geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen und fiskalpolitischen Versprechen gaben den Märkten einen dringend benötigten Aufschwung. Die Aktienkurse schossen in die Höhe, und der Yuan erreichte seinentronStand seit über einem Jahr. Doch diese Dynamik ist nun verflogen. Analysten weisen darauf hin, dass Pekings aktuelle Bemühungen zu gering und zu spät kommen.
Die chinesische Zentralbank (PBOC) befindet sich in einer schwierigen Lage. Sie muss das Wachstum ankurbeln, kann es sich aber nicht leisten, dass der Yuan zu stark abwertet. Eine schwächere Währung könnte zu Kapitalabflüssen führen – ein Horrorszenario für die politischen Entscheidungsträger.
Seit September hat die Zentralbank von einer Senkung der Mindestreserveanforderungen für Banken abgesehen und stattdessen kleinere, gezieltere Liquiditätsspritzen vorgenommen. Ökonomen von Nomura Holdings haben ihre Erwartungen für eine weitere Zinssenkung sogar auf später im Jahr verschoben.
Auch die US-Notenbank trägt nicht gerade zur Verbesserung der Lage bei. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärkerer Dollar machen amerikanische Anlagen für globale Investorentrac. Das sind weitere schlechte Nachrichten für China.
Hongkong unternimmt Schritte zur Unterstützung des Yuan
Peking konzentriert sich nicht nur auf die Märkte des chinesischen Festlands. Die chinesische Zentralbank (PBOC) verstärkt auch ihre Bemühungen in Hongkong. Sie kündigte an, am 15. Januar in Hongkong sechsmonatige Yuan-Schatzanweisungen im Wert von 60 Milliarden Yuan zu versteigern. Dies ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Stabilisierung des Yuan und soll Leerverkäufern signalisieren: Setzt nicht gegen uns.
Die Strategie der PBOC lässt sich im Wesentlichen so zusammenfassen: Mithilfe verschiedener Instrumente soll der Yuan stabilisiert und gleichzeitig die Anleiherenditen kontrolliert werden. Diese Maßnahmen mögen kurzfristig etwas Entlastung bringen, doch die tieferliegenden Probleme der chinesischen Wirtschaft werden sie kaum lösen.
Die bevorstehende Amtseinführung von Donald Trump, der bereits neue Zölle auf chinesische Waren angedeutet hat, trägt zusätzlich zur Unsicherheit bei. Peking scheint seine umfangreicheren Konjunkturprogramme zurückzuhalten und sie möglicherweise für den Fall wirtschaftlicher Schocks aus Washington aufzusparen.

