Peking hat mit Rückschlägen bei seinem Plan zu kämpfen, die zersplitterte Chipindustrie in einige wenige, aber leistungsstarke Unternehmen umzuwandeln, die dem globalen Wettbewerb standhalten können.
Laut Quellenangaben führt die chinesische Regierung Gespräche mit wichtigen Herstellern von Chipausrüstung, um eine staatlich gelenkte Fusion zu erwägen, bei der deren Technologien gebündelt werden sollen.
Die Gespräche sind jedoch gescheitert da zwischen Unternehmen und Investoren zu Meinungsverschiedenheiten über die vorgeschlagene Eigentümerstruktur und die Bewertung kam.
Lee sagt, eine Fusion könnte China helfen, seine Abhängigkeit von US-Firmen zu verringern
Während die USA Chinas Zugang zu Halbleitern einschränken wollen, drängt Peking auf die Stärkung seiner heimischen Chipindustrie . Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission führt die Fusionsgespräche. Dennoch ist der Weg noch weit, insbesondere da Unternehmen und Investoren über die Strukturierung und Bewertung der Fusion streiten.
Eine mit den Gesprächen vertraute Person kommentierte: „Es gab zu viele Interessenskonflikte. Die potenziellen Verkäufer wollen keinen Verlust machen, und die Käufer wollen keinen Aufpreis zahlen.“
Ein weiterer Insider bestätigte, dass die Verhandlungen noch andauern, merkte aber an, dass eine umfassende Konsolidierung immer unwahrscheinlicher werde.
Analysten wie Edison Lee, ein Halbleiteranalyst bei Jefferies, vertreten derweil die Ansicht, dass eine Konsolidierung dem Land dabei helfen würde, ein eigenes, autarkes Ökosystem zu schaffen und die Abhängigkeit von US-Unternehmen wie Applied Materials und Lam Research schrittweise zu verringern.
Aktuell sind 26 Übernahmen im Halbleitersektor für 2025 angekündigt. Die bisher prominenteste Transaktion ist der Zusammenschluss von Hygon, einem CPU-Entwickler für Server und Rechenzentren, und dem Supercomputerhersteller Sugon. Der Deal hat einen Wert von über 16 Milliarden US-Dollar und wird durch einen Aktientausch abgewickelt.
Analysten befürchten, dass die Konsolidierung nicht den Erwartungen Pekings entsprechen wird
Peking strebt zudem eine gezieltere Unternehmensfinanzierung durch Fusionen an. Laut Lin Qingyuan, Halbleiteranalyst bei Bernstein, haben die Behörden erkannt, dass fragmentierte Investitionen nicht die für Rentabilität notwendige Größenordnung erreichen. Daher konzentrieren sie sich auf die Entwicklung einiger weniger, global wettbewerbsfähiger nationaler Champions.
Es bestehen jedoch weiterhin Bedenken, ob eine Konsolidierung die Chipindustrie des Landes verbessern würde. Ein Investor erklärte sogar, dass viele der zum Verkauf stehenden Unternehmen keinen wirklichen technologischen Wettbewerbsvorteil und daher jeder Übernahmeversuch ohne strategischen Plan wahrscheinlich scheitern würde.
Lin wies außerdem darauf hin, dass die meisten Unternehmen, die am besten für den Erwerb von leistungsschwachen Vermögenswerten gerüstet wären, diese oft als erste ablehnen, weil sie Bedenken hinsichtlich der Schwächen des Vermögenswerts und des hohen Preises haben.
Dennoch erkunden immer mehr Branchen, darunter die Immobilien- und Textilmaschinenindustrie, Übernahmemöglichkeiten im Chipsektor. Trotz des wachsenden Enthusiasmus kommen jedoch nicht alle Transaktionen zustande. Laut Daten von Wind sind in diesem Jahr acht angekündigte Fusionen oder Übernahmen gescheitert.
So kündigte beispielsweise Empyrean Technology, ein führendes chinesisches EDA-Unternehmen, im März seine Absicht an, den kleineren Konkurrenten Xpeedic zu übernehmen, um sein Produktportfolio zu erweitern. Der Deal wurde jedoch letzten Monat aufgrund ungelöster Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen abgesagt.
Darüber hinaus haben sich Zhejiang Aokang, ein Hersteller von Lederschuhen, und Ningbo Cixing, ein Spezialist für Strickmaschinen, kürzlich aufgrund von Bewertungsstreitigkeiten von geplanten Halbleiterübernahmen zurückgezogen.
Analysten haben jedoch festgestellt, dass die meisten Vermögensinhaber selbst bei sich verschlechternden Finanzkennzahlen nicht bereit sind, Angebote unterhalb des Buchwerts anzunehmen, was Konsolidierungs- und Übernahmestrategien unmöglich macht.

