Volkswagen hat bedeutende Investitionen in chinesische Halbleiter- und KI-Technologien getätigt, um seine Kompetenzen im Bereich intelligenter Fahrzeuge zu stärken, insbesondere auf dem chinesischen Markt, wo der Wettbewerb durch lokale Konkurrenten, die von der chinesischen Regierung unterstützt werden, hart ist.
Das Unternehmen hat nun zwei neue Ankündigungen gemacht, die Entwicklungen ankündigen, die zweifellos darauf abzielen, Volkswagen bessere Chancen auf dem chinesischen Markt zu verschaffen.
Am Mittwoch gab Volkswagen bekannt, dass CARIZON, das Joint Venture mit dem chinesischen Unternehmen Horizon Robotics, an der Entwicklung eines eigenen Chips arbeitet, der die intelligenten Fahrfunktionen der nächsten Fahrzeuggeneration für den chinesischen Markt ermöglichen soll.
Das Unternehmen gibt an, dass der Chip zur Verarbeitung von Daten von Kameras und Sensoren in einem Auto geeignet sein wird und eine Rechenleistung von etwa 500 bis 700 Tera-Operationen pro Sekunde (TOPS) aufweist. Das Produkt wird voraussichtlich in den nächsten drei bis fünf Jahren auf den Markt kommen.
Damit wird der Chip auf das gleiche Niveau wie einige Chips von Nvidia, beispielsweise der neueste Thor-Chip, der in hochwertigen chinesischen Elektrofahrzeugen beliebt ist.
Volkswagen wird einen Chip entwickeln
Der neue Chip wurde Berichten zufolge speziell für die komplexen Straßenverhältnisse in China entwickelt und wird auf Fähigkeiten wie Echtzeit-Entscheidungsfindung, hohe Recheneffizienz und Anpassungsfähigkeit zurückgreifen, um in unterschiedlichen städtischen Szenarien navigieren zu können.
Volkswagen behauptet, der Schritt werde die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten stärken. Das Unternehmen hat jedoch nicht näher erläutert, ob der Chip auch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen soll, die außerhalb des größten Automobilmarktes der Welt verkauft werden.
Dieser Schritt steht im Einklang mit den jüngsten Maßnahmen von Volkswagen in China, seinem größten Markt. Dort versucht das Unternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte durch Technologien zu verbessern, die von oder in Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen entwickelt wurden. Die Maßnahmen sind Teil der Strategie, den Abstand zu den schnell agierenden lokalen Wettbewerbern zu verringern.
Wenn alles nach Plan funktioniert, könnte der Chip Volkswagen dabei helfen, einen größeren Marktanteil von Konkurrenten zurückzugewinnen und gleichzeitig die Integration in das chinesische Ökosystem weiter voranzutreiben.
Volkswagen ist außerdem eine Partnerschaft mit XPeng eingegangen
Laut einer heutigen Ankündigung auf der XPeng AI Day 2025 Veranstaltung wurde Volkswagen offiziell als erster strategischer Partner für XPengs VLA-System (Vision-Language-Action) der zweiten Generation und Turing AI-Chips bestätigt.
Diese Entwicklung stärkt das wachsende Ökosystem von Xpeng, das nun autonomes Fahren, individuelle Luftmobilität und humanoide Robotik ähnlich wie bei Musks Tesla. Dies ist die sechste Zusammenarbeit der beiden Unternehmen und folgt auf frühere gemeinsame Projekte im Bereich elektrischer Architektursysteme und ultraschneller Ladenetze.
Es wird erwartet, dass Volkswagen den von XPeng selbst entwickelten Turing-KI-Chip bei der Herstellung seiner kommenden Fahrzeuge für den chinesischen Markt einsetzen wird. Mit dieser Ankündigung hat sich XPeng, ein Unternehmen, das hauptsächlich Elektrofahrzeuge herstellt, als Chip-Innovator etabliert und positioniert sich damit als potenzieller Konkurrent von Nvidia, da es die Abhängigkeit von den Chips des Unternehmens verringern könnte – ein Punkt, den die USA hin und wieder als Druckmittel einzusetzen scheinen.
Das VLA-Modell arbeitet mit dem VLM-System (Vision-Language Model) von Xpeng zusammen und ermöglicht so eine Interaktion mit extrem niedriger Latenz zwischen Fahrer, Fahrzeug und autonomem System. Der Chip wird in einer 3-4-Nanometer-Technologie gefertigt, erklärte Frank Han, CEO der chinesischen Volkswagen-Tochter Cariad. Für Auftragsfertiger, die eine Massenproduktion ermöglichen, gebe es nur wenige Optionen.
Laut Han plant Volkswagen derzeit den Einsatz des Chips in der dritten Generation seiner China Electrical Architecture (CEA). Bis 2030 sollen 80 % der in China verkauften Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns auf der CEA basieren. Han behauptet außerdem, dass das erste Modell mit der Architektur, die auf Chips der J-Serie von Horizon Robotics basiert, Ende dieses Jahres auf den Markt kommen soll.

