Die UBS bereitet sich auf den Umzug vor. Laut der „Washington Post“ befindet sich der 162 Jahre alte Bankenriese in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Umzug seines Hauptsitzes von Zürich in die USA.
Cryptopolitan ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden würde. berichteten .
Der Vorstandsvorsitzende Colm Kelleher und CEO Sergio Ermotti haben bereits erste Schritte unternommen. Die beiden trafen sich kürzlich in Washington mit Vertretern vondent Trumps Team, um verschiedene Optionen auszuloten. Noch ist nichts entschieden, doch Insidern zufolge erwägt die UBS auch die Übernahme einer US-Bank, um ihre Präsenz in den USA zu stärken.
UBS nimmt US-Banken ins Visier, während die Schweiz ihren Griff verschärft
Die Schweizer Regierung entwickelte die neue Kapitalregel, nachdem die UBS im Jahr 2023 ihren langjährigen Konkurrenten Credit Suisse gerettet hatte. Diese Rettungsaktion folgte einem Ansturm auf die Einlagen der Credit Suisse und der Angst vor einem Zusammenbruch.
Die Schweiz argumentiert nun, dass strengere Regulierungen notwendig seien, um eine weitere Krise zu verhindern. Die UBS hält die neue Regelung für übertrieben.
„Die Änderungen würden zu Kapitalanforderungen führen, die weder verhältnismäßig noch international einheitlich sind“, erklärte die UBS in einer öffentlichen Stellungnahme. Sie bestätigte, dass sie noch mit den Schweizer Behörden über eine Rücknahme der Erhöhung verhandelt, doch der Ton ist eindeutig: Diese Leute sind bereit zu gehen, wenn sie ihre Forderungen nicht erfüllen können.
Sergio und Colm haben die USA nicht nur wegen der besseren Behandlung im Blick. Die Trump-Regierung lockt mit Deregulierung. Ein Beamter des Weißen Hauses sagte “ auf die Frage nach einer möglichen Verlagerung ausländischer Banken wie der UBS in die USA: „Genau das wollen wir.“ Das Büro von Finanzminister Scott Bessent wollte sich nicht äußern, dementierte die Gespräche aber auch nicht.
Die UBS, mit einem Wert von 126 Milliarden US-Dollar, sucht nach mittelgroßen amerikanischen Banken für mögliche Übernahmen. PNC Financial mit Sitz in Pittsburgh ist mit einer Bewertung von 79 Milliarden US-Dollar eine Option.
Die Bank of New York mit einem Wert von rund 74 Milliarden Dollar ist eine weitere Möglichkeit. Interessant ist dabei, dass die UBS etwas kann, was JPMorgan Chase nicht kann: eine große Übernahme tätigen, ohne gegen die US-Einlagenobergrenze zu verstoßen.
Die Einlagenobergrenze verhindert, dass eine US-Bank nach einer Übernahme mehr als 10 % der gesamten Einlagen hält. JPMorgan hat diese Grenze erreicht. Die UBS hingegen ist als ausländische Bank nicht davon betroffen. Das eröffnet ihr freie Bahn für ein schnelles Wachstum, sollte sie sich in den USA niederlassen.
Die Trump-Regierung öffnet Türen, während die UBS im Inland Widerstand leistet
Bei den Treffen der UBS mit Trumps Team ging es nicht nur um mögliche Geschäfte. Das eigentliche Ziel ist, den aus ihrer Sicht erdrückenden Auflagen in ihrer Heimat zu entkommen. Der Schweizer Vorschlag würde die UBS zwingen, ihren Kapitalpuffer – die Reserve, die sie für den Fall von Problemen vorhält – um sage und schreibe 26 Milliarden Dollar zu erhöhen.
In den USA sind Einlagen bis zu 250.000 US-Dollar pro Konto durch die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) abgesichert. Große Banken gelten als systemrelevant und unterliegen strengeren Regulierungen – ein Gesetz, das aus der Finanzkrise von 2008 hervorgegangen ist. Trotzdem argumentiert die UBS, dass die US-Aufsicht im Vergleich zu den Anforderungen der Schweizer Aufsichtsbehörden leichter zu handhaben sei.
Die UBS gilt in der Schweiz bereits als systemrelevant und unterliegt daher einer verstärkten Aufsicht. Mit dieser neuen Regelung würde die Schweizer Aufsicht jedoch über die US-amerikanischen Anforderungen hinausgehen. Das ist einer der Gründe, warum die UBS einen Umzug ernsthaft erwägt. Weniger Druck, mehr Flexibilität.
Bislang hat die UBS noch keine endgültigen Entscheidungen bestätigt. Die Treffen dementiert sie aber auch nicht. Ihr Pressesprecher wollte sich auf Nachfrage zu Gesprächen mit Mitarbeitern von Trump nicht äußern. Auch Scotts Büro lehnte eine Stellungnahme ab. Die Fakten stehen jedoch außer Frage.

