Laut Bloomberg trafen diese Woche zwei US-Delegationen in Neu-Delhi ein, um die angeschlagenen Beziehungen zu Indien wiederzubeleben, obwohl beide Seiten einräumen, dass ein Handelsabkommen noch nicht zustande gekommen ist.
Das Ziel ist einfach: Die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Die nach monatelangen Spannungen entstandenen Probleme sollen behoben werden, auch wenn in naher Zukunft keine offizielle Ankündigung zu erwarten ist.
Der erste Besuch wird von Allison Hooker, der US-Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten, geleitet. Sie hält sich vom 7. bis 11. Dezember in der Hauptstadt auf und wird voraussichtlich mit Vikram Misri, dem indischen Außenminister, und weiteren hochrangigen Beamten zusammentreffen.
Nach dem Ende ihrer Reise übernimmt ein zweites Team unter der Leitung von Rick Switzer, dem stellvertretenden US-Handelsbeauftragten. Ihm zur Seite steht Brendan Lynch, der Chefunterhändler für Handelsfragen. Die Treffen finden vom 9. bis 11. Dezember statt.
Offizielle Vertreter, die mit den Gesprächen vertraut sind, sagten, dass derzeit keine Einigung zu erwarten sei, beide Seiten aber die Kommunikation aufrechterhalten wollen.
Trumps rachsüchtige Taktik gegenüber Indien scheitert.
Der Druck seitens der Trump-Regierung ist seit August hoch, als Präsident dent Trump einen hohen Zoll von 50% auf indische Waren verhängte.
Kurz darauf verhängte Trump Sanktionen gegen zwei der größten russischen Ölproduzenten, was indische Raffinerien zwang, neue Lieferwege zu finden, und gleichzeitig sowohl die Energiemärkte als auch die Handelsströme zum Einsturz brachte.
Im November milderte Trump seinen Ton und sagte, die Zölle würden „irgendwann“ gesenkt, nannte aber keinen Zeitplan.
Der Vorstoß der USA erfolgte nur wenige Tage nach Wladimir Putins vielbeachtetem Besuch in Indien in der vergangenen Woche. Im Mittelpunkt des Besuchs stand der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und unterstrich Putins langjährige Beziehung zu Narendra Modi, obwohl der Druck aus Washington anhält.
Der Zeitpunkt der US-Delegationen und des Moskauer Besuchs rückte Indien erneut zwischen die Fronten zweier rivalisierender Mächte. Handelsbeamte geben an, dass Switzer und Brendan die Gespräche über ein umfassendes Handelsabkommen vorantreiben wollen.
Der indische Handelssekretär erklärte kürzlich, er gehe davon aus, dass die erste Tranche, die die Zollsätze umfasst, noch vor Jahresende abgeschlossen sein könnte. Das indische Handels- und Außenministerium reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Delhi und Washington halten die Militär- und Sicherheitslinien offen
Trotz der Handelskonflikte arbeiten beide Länder weiterhin im Bereich Verteidigung und Sicherheit zusammen. Offizielle Stellen in Neu-Delhi bestätigten, dass die USA und Indien im September ihre jährlichen Militärübungen in Alaska abgehalten haben.
Im August erörterten beide Seiten Sicherheitsfragen im Rahmen des zwischenstaatlichen 2+2-Dialogs zwischen den USA und Indien. Erst letzte Woche trafen sie sich zudem im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Terrorismusbekämpfung. Diese Kontakte wurden fortgesetzt, während die Handelsspannungen weiterhin ungelöst blieben.
Analysten, die die Beziehungen verfolgen, sagen, dass beide Regierungen nach monatelangen Spannungen versuchen, die Beziehungen zu stabilisieren.
C. Raja Mohan, Gastprofessor am Institut für Südasienstudien der National University of Singapore, sagte: „Beide Seiten versuchen, die Beziehungen von ihrem vorherigen Standpunkt aus weiterzuentwickeln, und nach der Einführung der Zölle haben anhaltende Verhandlungen auf hoher Ebene zwischen beiden stattgefunden.“
Er fügte hinzu, dass das Engagement zeige, dass die beiden Nationen versuchen, die „gegenwärtigen Schwierigkeiten zu überwinden“.
Die Beziehungen zu Washington kühlten sich auch ab, nachdem Trump behauptet hatte, er habe im Mai während eines viertägigen Konflikts zwischen Indien und Pakistan einen Waffenstillstand vermittelt und dabei Handelsdruck als Druckmittel eingesetzt. Neu-Delhi wies diese Behauptung mehrfach zurück.
Trotz aller laufenden Gespräche sagen Beamte weiterhin, dass es noch kein klares Ergebnis beim Handelsabkommen gibt.
Gleichzeitig vertieft Modi weiterhin die Beziehungen zu Moskau. Er erklärte, Indien und Russland arbeiteten auf ein Freihandelsabkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion hin.
Er kündigte ein kostenloses 30-Tage-E-Touristenvisum und ein 30-Tage-Gruppenvisum für russische Staatsbürger an. Modi fügte hinzu, Russland habe beschlossen, den Rahmen für den Beitritt zur International Big Cat Alliance zu übernehmen.
Nach dem 23. jährlichen Gipfeltreffen zwischen Indien und Russland bekräftigten beide Staatschefs ihre gemeinsamen Bemühungen im Kampf gegen Terrorismus, Extremismus, organisierte Kriminalität, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Drogenhandel.
Beidedentverurteilten auch die Angriffe in Pahalgam, Jammu und Kaschmir, und im Crocus City Hall in Russland.

