Das US-Berufungsgericht für den dritten Bezirk hat die Weigerung der SEC, klare Richtlinien für die Kryptoindustrie bereitzustellen, in Frage gestellt
Coinbase hatte die SEC im Juli 2022 gebeten, Regeln für digital angebotene und gehandelte Wertpapiere zu erlassen. Sie wollten Klarheit darüber, welche Vermögenswerte als Wertpapiere gelten.
Die SEC wies diesen Antrag jedoch Ende 2023 ohne nähere Begründung zurück. Daraufhin beantragte Coinbase beim Gericht, die SEC zu einer ordnungsgemäßen Stellungnahme zu zwingen.
Gestern urteilten die Richter, dass die Begründung der SEC für die Ablehnung des Antrags von Coinbase praktisch nicht existent sei.
Richter Thomas Ambro sagte, dass die SEC zwar keine ausführliche Erklärung abgeben müsse, aber dennoch etwas Konkretes liefern solle.
Er sagte: „Man könnte argumentieren, dass diese Ablehnungsverfügung der SEC ziemlich haltlos ist.“
Eugene Scalia, der Anwalt von Coinbase, argumentierte, die SEC habe nicht erklärt, warum sie den Antrag abgelehnt habe. Und Paul Grewal, der Leiter der Rechtsabteilung von Coinbase, sagte :
„Die SEC weigert sich, eine plausible Erklärung für ihre dürftige Ablehnung abzugeben, hat aber gleichzeitig ihre vermeintliche Befugnis missbraucht, um eine willkürliche Durchsetzungskampagne gegen unsere Branche zu führen.“
Richter Ambro zeigte sich ebenfalls verwirrt und sagte: „Es ist eine kurze Begründung, aber ich verstehe die Argumentation nicht.“
Richter Stephanos Bibas wies darauf hin, dass die SEC zahlreiche Durchsetzungsverfahren gegen Krypto-Unternehmen eingeleitet hat. Er sagte:
„Es ist nicht so, dass die Behörde kein Interesse an dem Bereich hätte, sie ist nur daran interessiert, Fehler aufzudecken, ohne übergeordnete Richtlinien zu erteilen.“
Bibas fügte hinzu, dass er es verstehen könnte, wenn dies erst die erste oder zweite Durchsetzungsmaßnahme wäre. Doch mittlerweile ist offensichtlich, dass die SEC genügend Zeit und Aufmerksamkeit hatte, um über eine Regelsetzung nachzudenken.
Die SEC versuchte, ihre Position zu verteidigen, indem sie im Wesentlichen erklärte, dass laufende Arbeiten und andere Prioritäten die Gründe dafür seien, dass die Regelsetzung zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt werde.
Diese Ausrede schien die Richter jedoch nicht zu überzeugen, insbesondere angesichts der kontinuierlichen Durchsetzungsmaßnahmen der SEC.

