Taiwans Handelsunterhändler führten in Washington Gespräche über eine Entlastung von den 20-prozentigen Zöllen, während sie gleichzeitig dem wachsenden Druck der USA ausgesetzt waren, die Investitionen und die Produktion von Chips auf amerikanischem Boden auszuweiten.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Investitionen der Region in den USA und mögliche Maßnahmen zum Schutz der taiwanesischen Halbleiterindustrie vor weiteren Zöllen im Zusammenhang mit einer Überprüfung der nationalen Sicherheit.
Taiwans Unterhändler streben in Washington niedrigere Zölle an
Hochrangige Handelsbeamte aus Taipeh reisten nach Washington, um über die 20-prozentigen Zölle auf Exporte in die USA zu verhandeln. Die hohen Zölle verteuern alle Produkte, zwingen Käufer, nach günstigeren Anbietern im Ausland zu suchen, und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit taiwanesischer Exporteure.
Die Gespräche umfassten auch die Halbleiterindustrie der Insel. Die Region produziert den Großteil der weltweit fortschrittlichsten Chips, die in Smartphones, Laptops, Autos, Flugzeugen, Rechenzentren und neuen Systemen für künstliche Intelligenz eingesetzt werden, die in vielen Ländern entwickelt werden.
Die Handelsdelegation erklärte, dass ihre Chips bald mit neuen Zöllen oder Beschränkungen konfrontiert werden könnten, da die Vereinigten Staaten im Namen der nationalen Sicherheit eine Überprüfung der Technologieimporte durchführen.
Zölle auf Halbleiter würden Taiwans Wirtschaft beeinträchtigen, und US-amerikanische Fabriken hätten Schwierigkeiten, moderne Produkte herzustellen. Die Delegation bat Washington, die Frage der Halbleiterexporte mit mehr Vorsicht anzugehen, da eine Zusammenarbeit beiden Seiten mehr Stabilität bieten würde.
Gleichzeitig würde eine Konfrontation nur zu Engpässen und Störungen führen, die allen schaden würden.
Journalisten versuchten, mehr über das Treffen zu erfahren, doch der Sprecher des taiwanesischen Büros für Handelsverhandlungen verweigerte weitgehende Auskunft. Dieses Schweigen lässt die Öffentlichkeit im Unklaren darüber, was genau vereinbart wurde und wie es weitergehen könnte.
US-Führungskräfte drängen Taiwan zur Ausweitung der Chipproduktion in Amerika
US-Handelsminister Howard Lutnick erklärte, die führenden Chiphersteller der Insel sollten die USA weiterhin aus ihren Fabriken auf Taiwan beliefern. Er schlug außerdem vor, dass Taiwan deutlich mehr Fabriken direkt in den USA errichten solle. Anstatt die meisten Halbleiter über den Ozean zu verschiffen, solle Taiwan mindestens die Hälfte aller Chips, die die Amerikaner benötigen, direkt in den USA produzieren.
Die USA sind aufgrund von Sicherheitsbedenken zunehmend besorgt über ihre Abhängigkeit von Taiwan bei Chips. Da die USA diese Chips in Autos, Computern, Telefonen, Flugzeugen, Krankenhäusern und sogar in nationalen Verteidigungssystemen verwenden, könnten die amerikanische Wirtschaft und ihre Sicherheit mit plötzlichen Engpässen konfrontiert werden, sollte es zu Unterbrechungen der regulären Lieferketten kommen.
Washington hat bereits damit begonnen, finanzielle Unterstützung und steuerliche Anreize bereitzustellen, um die Ansiedlung weiterer Chipfabriken im Inland zu fördern, und sucht nach ausländischen Partnern, die sich diesem Vorhaben anschließen.
Taiwans Unterhändler versuchten, die Atmosphäre zu verbessern, indem sie die Amerikaner an die frühere Zusage der Insel erinnerten. Taiwan hatte zugesagt, in den nächsten vier Jahren US-Sojabohnen und andere Agrarprodukte im Wert von 10 Milliarden Dollar zu kaufen – als Geste des guten Willens und um die Handelsspannungen abzubauen.
Sie hofften, guten Willen zu beweisen, indem sie zeigten, dass sie bereit waren, Amerika auch in Bereichen jenseits der Halbleiterindustrie Vorteile zu bieten, da die US-Anfrage so umfangreich war und schwerwiegende Folgen für Taiwan haben konnte. Diese Zusage gab Washington einen positiven Fokuspunkt, während beide Seiten über die Zukunft der Chipproduktion debattierten.
Die Atmosphäre verbesserte sich noch weiter, als der für den Agrarhandel zuständige US-Beamte Luke Lindberg während der Treffen nach Taiwan reiste. Das Agrarabkommen, der Kabinettsbesuch und die laufenden Gespräche zeigen, dass die USA und Taiwan versuchen, eine komplexe Beziehung zu gestalten. In dieser Beziehung wollen die USA, dass Taiwan massiv in Amerika investiert, während die Insel ihre Wirtschaft schützen und die Zufriedenheit ihrestronVerbündeten durch positive Handelsgesten erhalten möchte.

