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Welches Konjunkturprogramm wäre nötig, um Chinas Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen?

In diesem Beitrag:

  • Chinas Aktienmarkt legte nach der Ankündigung von Konjunkturmaßnahmen zunächst einen starken Anstieg zu, kühlte sich aber schnell wieder ab, da die Anleger mehr Details wissen wollten.
  • Die Regierung plant, Milliarden in den Immobiliensektor und die Kommunalverwaltungen zu investieren, aber es ist unklar, ob damit tieferliegende wirtschaftliche Probleme gelöst werden können.
  • Die Märkte bleiben volatil, da die Menschen auf klarere Signale aus Peking warten, wie es mit der chinesischen Wirtschaft weitergeht.

Die chinesische Regierung pumpte massiv Geld in die Wirtschaft, was zu einem kurzfristigen Aufschwung am Aktienmarkt führte. Der CSI 300-Index in Shanghai und Shenzhen legte um 25 % zu, und der Hang Seng in Hongkong stieg innerhalb von nur zwei Wochen um 21 %.

Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Die Anleger erwarteten mehr. Sie wollten klare Signale, dass Peking tatsächlich cash in die Realwirtschaft investieren und nicht nur am Aktienmarkt damit wedeln würde. Das könnte eine Rallye an den Finanzmärkten, einschließlich des Kryptomarktes, auslösen.

Immobilien- und Kommunalverschuldung

Bislang hält sich die chinesische Regierung bezüglich ihrer konkreten Pläne bedeckt. Es gibt zwar Hinweise auf bevorstehende Konjunkturmaßnahmen, doch niemand weiß wirklich, was Präsident dent Jinpings Endziel ist.

Manche glauben, die Regierung versuche, die tieferliegenden Probleme der Wirtschaft zu lösen. Andere meinen, es gehe nur darum, das Ziel eines BIP-Wachstums von 5 % bis zum Jahresende zu erreichen.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Regierung Chinas Märkte lediglich in einem besseren Licht darstellen will. So oder so, die Anleger tappen im Dunkeln, und ihre Geduld neigt sich dem Ende zu.

Zunächst einmal befindet sich Chinas Immobiliensektor in einer desolaten Lage. Die Regierung plant Abhilfe, indem sie Anleihen an lokale Regierungen ausgibt, damit diese brachliegende Grundstücke und unverkauften Neubauwohnungen von Bauträgern zurückkaufen können.

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Die französische Bank Natixis hat Berechnungen angestellt und die Kosten auf rund 3 Billionen RMB (421 Milliarden US-Dollar) geschätzt. Diese Schätzung basiert jedoch auf der Annahme, dass die Regierung Immobilien zu 70 % ihres Marktwerts erwirbt, was unwahrscheinlich ist.

Hinzu kommt das Problem der Kommunalverschuldung. Kommunen in China haben viele riskante, „versteckte“ Schulden, insbesondere nachdem COVID-19 zu einem Einbruch der Immobilienpreise und Geschäftsschließungen geführt hat.

Schätzungen zufolge beläuft sich diese Verschuldung auf 50 bis 80 Billionen RMB (7 bis 11 Billionen US-Dollar). China plant, bis Ende 2027 6 Billionen RMB (853 Milliarden US-Dollar) für die Tilgung dieser riskanten lokalen Schulden bereitzustellen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Der schwierige Teil

Die beiden letzten Schwerpunkte der chinesischen Konjunkturmaßnahmen (Bankkredite und Verbraucherunterstützung) sind schwieriger zu messen. 

Historisch gesehen investierte China, ähnlich wie nach der Finanzkrise von 2008, 4 Billionen RMB (damals 580 Milliarden US-Dollar) in seine Wirtschaft. Inflationsbereinigt entspräche dies heute etwa 16 Billionen RMB (2,2 Billionen US-Dollar).

Ökonomen gehen davon aus, dass Chinas derzeitiger Wachstumskurs bis Jahresende lediglich ein BIP-Wachstum von 4,8 % erreichen wird. Um das 5-%-Ziel zu erreichen, benötigt die Regierung bis Jahresende zusätzliche 252 Milliarden RMB (35 Milliarden US-Dollar) an Wirtschaftsleistung.

staatliche Ausgaben oder durch verstärkte Bemühungen zur Steigerung der Exporte erreichen

Anlegervertrauen und Marktvolatilität

Investoren wollen sofortige Ergebnisse. Sie suchen nach einer schnellen, massiven cash – etwa 1-2 % des BIP im Laufe des nächsten Jahres.

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Ich bezweifle stark, dass die Regierung das umsetzen wird, aber es ist möglich, dass Peking versuchen könnte, die Investoren mit einer einmaligen cash in Höhe von etwa 1 Billion bis 2 Billionen RMB (140 bis 280 Milliarden US-Dollar) zu beruhigen.

Das würde den Märkten einen Schub geben, selbst wenn es die tieferliegenden wirtschaftlichen Probleme nicht löst. Man könnte auch zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wie etwa die Lockerung von Beschränkungen für westliche Unternehmen oder die Ausstellung weiterer Geschäftsvisa.

Das eigentliche Problem ist jedoch die Kommunikation. Anleger wollen wissen, was die Regierung plant. Ohne klare Kommunikation bleibt dem Markt nichts anderes übrig, als zu spekulieren. Und das führt zu erhöhter Volatilität. Man sieht ja, was passierte, als die Regierung schließlich handelte.

Wir bleiben vorerst in einer abwartenden Haltung.

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