Laut Reuters gab Rivian am Freitag bekannt, dass der Vorstand ein neues Vergütungspaket für CEO RJ Scaringe genehmigt hat, das sich in den nächsten zehn Jahren auf bis zu 4,6 Milliarden Dollar belaufen könnte.
Der Plan verknüpft die Auszahlung mit bestimmten Unternehmensleistungszielen und zukünftigen Aktienkursmeilensteinen und ähnelt in seiner Struktur dem Paket, das die Tesla-Aktionäre für Elon Musk genehmigt haben und zuvor berichtet über das Cryptopolitan.
Rivians Plan zielt offenbar darauf ab, Scaringe im Unternehmen zu halten und seine Aufgaben zu sichern, während Rivian, bekannt für seinen Pickup R1T und den SUV R1S, die Markteinführung seines günstigeren SUV R2 im nächsten Jahr vorbereitet. Der R2 soll direkt mit Teslas Model Y konkurrieren.
Aktienoptionsstruktur an Unternehmensleistung gekoppelt
Im Rahmen des neuen Pakets erhält Scaringe das Recht, 36,5 Millionen Aktien der Klasse A von Rivian zu einem Preis von 15,22 US-Dollar pro Aktie zu erwerben. Dies entspricht etwa 16 Millionen Aktien mehr als seiner vorherigen Zuteilung.
Laut Bericht werden die Optionen nur dann ausgeübt, wenn der Aktienkurs innerhalb der nächsten zehn Jahre mehrere Meilensteine zwischen 40 und 140 US-Dollar pro Aktie erreicht. Darüber hinaus setzt der Plan voraus, dass innerhalb von sieben Jahren bestimmte operative Erträge und cash erzielt werden.
Der vorherige Vergütungsplan aus dem Jahr 2021 knüpfte Kursziele für die Rivian-Aktie an 110 bis maximal 295 US-Dollar. Das Unternehmen hat diesen Plan verworfen, da die Erreichung dieser Ziele unwahrscheinlich war. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 15,22 US-Dollar.
Ein Sprecher sagte: „Die strengen und anspruchsvollen Meilensteine, die mit dieser Optionsvergabe verbunden sind, sind so strukturiert, dass die Optionen nur dann ausgeübt werden, wenn das Unternehmen einen signifikanten Mehrwert für unsere Aktionäre schafft.“
Wenn das neue Paket vollständig wirksam wird, könnte Scaringe 4,6 Milliarden US-Dollar erhalten, einschließlich der Kosten für die Ausübung der Optionen. Reuters schätzte , dass der Aktionärswert um 153 Milliarden US-Dollar steigen könnte, wenn alle Meilensteine erreicht werden.
Die potenzielle Auszahlung entspricht etwa einem Viertel der aktuellen Marktkapitalisierung von Rivian in Höhe von 18,7 Milliarden US-Dollar und übersteigt leicht den cash von 4,4 Milliarden US-Dollar Ende September.
Der Vorstand verdoppelte außerdem Scaringes Grundgehalt auf 2 Millionen Dollar. Laut Vorstand erfolgte diese Änderung nach Beratung durch einendent Vergütungsberater und zielte darauf ab, die Vergütung an den Interessen der Aktionäre auszurichten.
Einfluss von Tesla und Musks Vergütungsmodell
Die Tesla-Aktionäre haben kürzlich einem leistungsbezogenen Vergütungsplan im Wert von einer Billion US-Dollar für Elon Musk zugestimmt. Dieser Plan hat Aufmerksamkeit erregt, da er die Vergütung der Führungskräfte an das Unternehmenswachstum und nicht an eine zeitbasierte Unverfallbarkeit koppelt.
Yonat Assayag, Partnerin bei ClearBridge Compensation Group, sagte: „Rivian mag zwar kein direktes Plagiat sein, aber es gibt defiÄhnlichkeiten zu Elon Musk.“ Sie erklärte, einige Unternehmen hätten sich an ihre Firma gewandt, um ähnliche Strukturen zu finden. „Es geht nicht darum, mit Musk mitzuhalten, sondern darum, von seiner Auszeichnung inspiriert zu werden.“
Zusätzlich zum Aktienplan erhielt Scaringe eine Million Stammanteile an Mind Robotics, einem neuen, mit Rivian verbundenen Spin-off-Unternehmen, das sich auf industrielle KI-Technologie spezialisiert hat. Diese Anteile könnten Scaringe eine wirtschaftliche Beteiligung von bis zu 10 % sichern, sobald das Unternehmen eine bestimmte Gewinnschwelle überschreitet.
Scaringe wird Vorsitzender des Aufsichtsrats von Mind Robotics. Rivian behält eine Beteiligung an dem Unternehmen. Details zur Ausgliederung hatte das Unternehmen Anfang der Woche bekannt gegeben.

