Christopher Kent, stellvertretender Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), erklärte, die Zentralbank gehe davon aus, dass sich die Belastung durch strenge Finanzmarktregulierungen verringert – eine Entwicklung, die dazu beitragen könnte, die Wirtschaft nahe der Vollbeschäftigung zu halten und die Inflation wieder auf ihr Zielniveau zu lenken.
Diese Aussage erfolgte, nachdem Kent, der die Zusammenarbeit der RBA mit den Finanzmärkten überwacht, darauf hingewiesen hatte, dass geringere Kreditspreads und zusätzliche Hypothekenzahlungen von Haushalten angesichts niedrigerer Zinssätze auf eine Verbesserung der Lage hindeuten.
Neben den oben genannten Aspekten haben Analysten auch auf ein gestiegenes Kreditwachstum hingewiesen, das durch die steigende Nachfrage nach Wohnraum bedingt ist. Darüber hinaus haben der starke Wettbewerb unter den Kreditgebern und die gesunkenen Finanzierungskosten Unternehmen dazu animiert, mehr Kredite aufzunehmen.
Die australische Zentralbank rechnet mit einer ausgeglichenen Wirtschaft trotz verbesserter Finanzbedingungen
In seiner Rede vor der CFA Society Australia in Sydney erwähnte Kent, dass die Prognosen der RBA auf eine Entspannung der Finanzlage hindeuten und somit eine ausgewogene Wirtschaft in der Zukunft ermöglichen. Dies umfasse Vollbeschäftigung und eine Inflation, die sich dem Zielkorridor annähert, so der stellvertretende Gouverneur. Die RBA strebt insbesondere eine Inflationsrate zwischen 2 % und 3 % an.
Kents Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem seine Kollegin Sarah Hunter prognostiziert hatte, dass die Kerninflation im Land für die drei Monate bis Ende September voraussichtlich höher ausfallen werdetronvon der RBA zuvor erwartet. Dies deutete auf eine etwas härtere Geldpolitik hin.
Die Aussagen von Hunter und Kent verdeutlichen unterdessen gemeinsam die Überzeugung der Zentralbank, dass die jüngsten politischen Änderungen, insbesondere die drei Zinssenkungen in diesem Jahr und die Verbesserung der Kreditbedingungen, dazu beitragen, die Wirtschaft nach einer schwierigen Phase der Straffung zu stabilisieren.
Zu der aktuellen Lage haben sich mehrere Beamte geäußert. Ihrer Argumentation zufolge deutet dies darauf hin, dass die Inflation allmählich wieder ihrem Zielwert entspricht. Sie warnten jedoch vor den bestehenden Unsicherheiten, da sie die Überprüfung des endgültigen Preisberichts für das dritte Quartal abwarten.
Am 3. und 4. November findet die Sitzung des geldpolitischen Rates statt. Ökonomen erwarten im Vorfeld eine Senkung des Leitzinses. Händler hingegen spekulieren über ein offenes Ergebnis. Die in wenigen Stunden veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für September sind für diese Entscheidung von entscheidender Bedeutung.
Kent veranschaulicht die Einschätzungen der Finanzlage unter den aktuellen Marktbedingungen
Kent wies darauf hin, dass die zukünftigen Aussichten davon abhängen werden, wie sich neue Zahlen auf die Einschätzungen zu Wirtschaftswachstum, Inflation und potenziellen Risiken auswirken.
Der stellvertretende Gouverneur erwähnte, dass die RBA aufgrund der damit verbundenen Unsicherheiten verschiedene Methoden zur Beurteilung der Finanzlage bevorzugt. Ein Beispiel hierfür ist der Vergleich des cash mit Schätzungen des nominalen neutralen Zinssatzes.
Laut Kent deuten modellbasierte Schätzungen darauf hin, dass die Finanzbedingungen restriktiv waren, was die Gesamtnachfrage dämpft. Obwohl er keine konkrete Zahl nannte, betonte der stellvertretende Gouverneur, dass der cash angesichts der aktuellen Marktlage voraussichtlich in einem breiteren Rahmen sinken werde.
„Die Schätzungen des neutralen Zinssatzes decken sich mit mehreren Indikatoren der Finanzlage“, sagte er. „Tatsächlich zeigen verschiedene Indikatoren – darunter Hypothekenzahlungen und das Wachstum von Wohnungsbaukrediten – bereits erste Anzeichen einer Reaktion auf die diesjährige Lockerung der Finanzlage.“

