Ein bedeutender Baumaschinenhersteller testet künstliche Intelligenzsysteme in seinen Maschinen durch eine neue Zusammenarbeit mit einem führenden Chiphersteller.
Caterpillar hat die Zusammenarbeit mit Nvidia zur Integration von KI-Funktionen in seine Baumaschinen angekündigt. Das Unternehmen präsentierte sein neues System „Cat AI“ am Mittwoch auf der ConsumertronShow. Die Technologie wird derzeit im Minibagger Cat 306 CR, einer mittelgroßen Baumaschine, getestet.
Das KI-System läuft auf Nvidias Jetson Thor-Plattform und nutzt mehrere KI-Agenten, um Maschinenbediener zu unterstützen. Brandon Hootman, Leiter der Daten- und KI-Abteilung bei Caterpillar, erklärte, dass das System Fragen der Bediener beantworten, Zugriff auf Informationen gewähren, Sicherheitshinweise geben und Servicetermine vereinbaren kann.
Laut Hootman ist es entscheidend, den Mitarbeitern während der Bedienung der Maschinen nützliche Informationen bereitzustellen. „Unsere Kunden sitzen nicht den ganzen Tag vor dem Laptop; sie arbeiten direkt auf den Baustellen“, sagte. Die neue Technologie ermöglicht es den Bedienern, die benötigten Informationen zu erhalten, ohne ihre Arbeit unterbrechen zu müssen.
Digitale Zwillinge helfen bei der Planung von Bauprojekten
Die Partnerschaft umfasst auch die Erstellung virtueller Baustellenabbildungen. Caterpillar testet diese digitalen Modelle mithilfe der Simulationstools von Nvidia Omniverse. Diese virtuellen Umgebungen unterstützen die Arbeitsplanung und die Ermittlung des Materialbedarfs für Projekte. Die Maschinen des Unternehmens senden bereits rund 2.000 Nachrichten pro Sekunde an Caterpillar zurück; diese Informationen tragen zur Erstellung präziser Simulationen bei.
Caterpillar setzt bereits vollautonome Fahrzeuge im Bergbau ein. Laut Hootman stellen die aktuellen Tests einen wichtigen Schritt nach vorn dar, da das Unternehmen die Automatisierung seiner gesamten Produktpalette vorantreiben will. Er erklärte, man habe dieses Projekt gestartet, weil es ein unmittelbares Kundenbedürfnis befriedigte und relativ schnell auf den Markt gebracht werden konnte. Die Technologie schaffe zudem eine Grundlage für zukünftige Entwicklungen.
Nvidia erweitert Strategie für physikalische KI
Für Nvidia passt die Zusammenarbeit mit einem traditionellen Industrieunternehmen wie Caterpillar in die Pläne für physikalische KI. Bill Dally, der wissenschaftliche Leiter des Unternehmens, sagte 2025, dass physikalische KI die nächste große Chance für Nvidia und seine Grafikprozessoren darstelle.
In seiner Keynote am Montag auf der CES stellte Nvidia sein komplettes System für physikalische KI vor, einschließlich offener KI-Modelle wie der Cosmos Familie, Simulationssoftware und Tools für Entwickler.
Deepu Talla, Leiter der Bereiche Robotik und Edge-KI bei Nvidia, erklärte, das Unternehmen betrachte physikalische KI in einem weiten Sinne. „Physische KI ist die nächste Generation der KI“, so Talla. Die Technologie sei auf alle Maschinen anwendbar, von selbstfahrenden Autos bis hin zu Baumaschinen.
Nvidia kündigte diese Woche an, Computerchips und Software für autonomes Fahren an Unternehmen zu liefern, die Robotaxi-Flotten betreiben. Die ersten Dienstleistungen sollen voraussichtlich im Jahr 2027 aufgenommen werden.
Der Chiphersteller kündigte im Oktober eine Partnerschaft mit Uber zur Entwicklung von Technologie für autonome Taxis an.
Im Dezember brachte Nvidia eine Software auf den Markt, die es Fahrzeugen ermöglicht, im Stadtverkehr ohne menschliches Eingreifen zu fahren. Mercedes-Benz plant, dieses System in Fahrzeuge einzubauen, die Ende 2026 auf den Markt kommen und es ihnen ermöglichen, anspruchsvolle städtische Umgebungen wie die Straßen von San Francisco zu bewältigen.
Nvidia liefert Automobilherstellern Computerprozessoren und Testsoftware. Das Unternehmen vertreibt seinen Automotive-Computer Drive AGX Thor für rund 3.500 US-Dollar pro Stück. Laut Nvidia hilft dies Autoherstellern, die Entwicklungskosten für autonome Fahrfunktionen zu senken und diese schneller auf den Markt zu bringen.

