Die Zentralbank Nigerias hat beschlossen, die Geldpolitik zu verschärfen und den Leitzins um satte 200 Basispunkte anzuheben. Damit liegt er nun bei komfortablen 24,75 %, nach zuvor 22,75 %. Dies ist keine bloße Anpassung, sondern ein mutiger Schritt angesichts der historischen Währungskrise und der schwindelerregenden Inflationsrate, mit der Afrikas wirtschaftsstärkste Kraft zu kämpfen hat.
Was ist denn nun so besonders daran? Nun, sagen wir einfach, die Wirtschaftspolitik wird mit Entschlossenheit angegangen. Nach dem gewaltigen Anstieg um 400 Basispunkte im Februar ist diese jüngste Erhöhung die Fortsetzung, die niemand wollte, die aber trotzdem kam. Die Botschaft des Zentralbankchefs, Gouverneur Olayemi Cardoso, war auf einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz eindeutig: Eine Verschärfung der Finanzpolitik ist unerlässlich, um die grassierende Inflation einzudämmen.
Der Kampf gegen die Inflation
Nun wollen wir uns die Inflationsgeschichte etwas genauer ansehen. Stellen Sie sich vor, Ihr Geld reicht immer weniger, während die Preise rasant steigen. Genau das ist die Realität in Nigeria: Die Inflationsrate schnellte im Februar dieses Jahres auf 31,7 % im Jahresvergleich hoch. Die Experten von Capital Economics, allen voran David Ojomolo, sehen in dieser jüngsten Zinserhöhung einen Beweis für die Entschlossenheit der Zentralbank, die Inflation entschlossen zu bekämpfen – trotz der möglichen Wachstumsverlangsamung.
Aber jetzt kommt der Clou: Selbst angesichts der drohenden Wachstumsverzögerung deutet die Zinserhöhung darauf hin, dass die Inflationsbekämpfung oberste Priorität hat. Das ist, als würde man ein undichtes Dach reparieren, selbst wenn der Dachboden dadurch vorübergehend unzugänglich wird. Und nicht zu vergessen: Es geht hier nicht nur um die aktuellen Probleme. Die Sitzung der Zentralbank im Februar offenbarte einen Konsens für aggressivere Zinserhöhungen, um die Inflation einzudämmen – die höchste Zinserhöhung seit 1996.
Experten erwarten in den kommenden Monaten weitere Zinserhöhungen und deuten damit an, dass die Phase der geldpolitischen Straffung noch lange nicht abgeschlossen ist. Angesichts der bevorstehenden Sitzungen im Mai und Juli wird jeweils mit einer Anhebung um 100 Basispunkte gerechnet, womit die turbulenten geldpolitischen Anpassungen ihren Höhepunkt erreichen würden.
Die Währungskrise meistern
Betrachten wir nun die Währungslage, so hat der nigerianische Naira eine Achterbahnfahrt erlebt und innerhalb eines Jahres rund 70 % seines Wertes gegenüber dem US-Dollar . Ende Februar erreichte der Naira einen historischen Tiefstand. Doch nach der Ankündigung der Zentralbank Nigerias (CBN), einen Importrückstand von 7 Milliarden US-Dollar abzubauen, keimte Hoffnung auf, als er sich etwas erholte.
Die Debatten im geldpolitischen Ausschuss (MPC) waren so vielfältig wie die nigerianische Landschaft selbst – von vorsichtigen Tauben bis hin zu aggressiven Falken, die jeweils ihre eigene Note in die Politik einbrachten. Der Konsens? Die Notwendigkeit, die Zinssätze nicht nur auf ein beliebiges Niveau anzuheben, sondern auf ein Niveau, das die Realzinsen in den positiven Bereich treibt, um ausländische Investitionentracund den Naira zu stärken.
Es gilt, ein heikles Gleichgewicht zwischen der Stärkung der Währung und der Vermeidung einer Wachstumsbremse zu finden, wobei sich einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für ein maßvolles Vorgehen aussprechen. Der übergeordnete Fokus liegt jedoch weiterhin auf der Wiederherstellung von Stabilität und Vertrauen in Nigerias Finanzsystem.

