Laut einem Bericht von Bloomberg sieht sich Meta Platforms Inc., die Muttergesellschaft von Meta, Instagram und WhatsApp, mit Gegenwind von Interessenverbänden und Kinderschutzexperten konfrontiert, die das Unternehmen dringend auffordern, seine Pläne, Minderjährigen Zugang zu seiner neuen virtuellen Realität Horizon Worlds zu gewähren, zu verwerfen.
Bedenken hinsichtlich der Kindersicherheit im Metaverse
Unter der Führung von Online-Sicherheitsgruppen wie Fairplay, dem Center for Countering Digital Hate und Common Sense Media hebt ein an Meta-CEO Mark Zuckerberg gerichteter Brief die potenziellen Risiken und Gefahren für Kinder und Jugendliche in der virtuellen Welt hervor.
Diese Gruppen argumentieren, dass Minderjährige Belästigungen und Datenschutzverletzungen ausgesetzt sein könnten, insbesondere da sich die App noch in der Entwicklungsphase befindet. Sie fordern das Unternehmen dringend auf, weitere, von Fachleuten begutachtete Studien zu den potenziellen Risiken des Metaverse abzuwarten, bevor Kindern und Jugendlichen der Zugang gewährt wird.
Ein im März veröffentlichter Bericht des Center for Countering Digital Hate enthüllte, dass Nutzer unter 18 Jahren bereits Belästigungen durch Erwachsene in der App ausgesetzt waren.
Bei 100 Besuchen in den beliebtesten Welten des Horizon-Universums wurden die Forscher des Zentrums Zeugen von 19 Fällen von Missbrauch Minderjähriger durch Erwachsene, darunter auch sexuelle Belästigung.
Metas Reaktion und Zukunftspläne
Meta-Sprecher Joe Osborne erklärte, dass das Unternehmen, bevor Horizon Worlds für Teenager zugänglich gemacht wird, zusätzliche Schutzmaßnahmen und Tools implementieren wird, um altersgerechte Erlebnisse zu gewährleisten.
Meta empfiehlt Eltern und Erziehungsberechtigten, elterliche Aufsichtsinstrumente wie die Zugriffskontrolle auf Apps zu nutzen, um ihren Kindern ein sicheres Nutzungserlebnis zu gewährleisten. Aktuell beträgt das Mindestalter für die Metaverse-App 18 Jahre.
Trotz der Zusicherungen von Meta sah sich das Unternehmen aufgrund der Auswirkungen seiner Produkte auf die psychische Gesundheit junger Nutzer weitreichender Kritik ausgesetzt.
Im Jahr 2021 beschuldigte ein Whistleblower Facebook, dem Unternehmen den Vorrang vor der Sicherheit einzuräumen und Kinder, insbesondere Teenager-Mädchen, die übermäßig viel Zeit auf Instagram verbrachten, nicht ausreichend zu schützen.
Die Forschungslage zu diesem Thema ist weiterhin uneinheitlich: Einige Studien bringen eine hohe Nutzung sozialer Medien mit Depressionen bei Minderjährigen in Zusammenhang, während andere nur geringe Korrelationen feststellen.
Zunehmender Druck auf Meta
Kinderschutzorganisationen und Internetwächter haben Mark Zuckerberg aufgefordert, seine Pläne zu stoppen, Kindern im Alter von 13 bis 17 Jahren den Zugang zur virtuellen Welt zu ermöglichen.
Ein Zusammenschluss von 36 digitalen Interessenvertretungsgruppen, darunter Fair Play for Kids und Common Sense Media, warnte davor, dass das virtuelle Universum die schlimmsten Aspekte sozialer Medien für jugendliche Nutzer verstärken könnte.
Sie argumentierten, dass Virtual-Reality-Apps auf Meta's Horizon Worlds bereits mit potenziell missbräuchlichen Inhalten gefüllt würden.
In dem Brief an Zuckerberg hieß es: „Eltern wären schockiert, wenn sie erfahren würden, was hinter den verschlossenen Türen von Horizon Worlds vor sich geht, wo Kinder und Jugendliche mit missbräuchlichem Verhalten und schädlichen Inhalten konfrontiert werden.“
Meta hat Milliarden in die Technologie und VR-Produkte wie die Quest Pro investiert, deren Flaggschiff-App Horizon Worlds ist. Obwohl die App derzeit auf Nutzer ab 18 Jahren beschränkt ist, sind andere Apps bereits für Nutzer ab 13 Jahren geeignet.
Während die Debatte um die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in der virtuellen Welt andauert, bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen auf diese Bedenken eingehen und das Wohlergehen seiner jungen Nutzer gewährleisten wird.
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