Indiens beständige Beziehung zu Russland gerät unter Druck, da Moskaus wachsende Verbindungen zu China in Neu-Delhi nationale Sicherheitsbedenken hervorrufen.
Während sowohl Indien als auch Russland ihre wirtschaftlichen Beziehungen vertiefen wollen, führt die sich verändernde geopolitische Landschaft zu einer verstärkten Überprüfung ihrer langjährigen Partnerschaft.
Indiens Bedenken hinsichtlich der Beziehungen zwischen Russland und China
Obwohl der indische Außenminister S. Jaishankar kürzlich erklärte, das Land sei bereit, die Freihandelsverhandlungen mit Russland wieder aufzunehmen, beobachten die indischen Führungskräfte die zunehmende Annäherung Moskaus an Peking aufmerksam.
Harsh V. Pant,dent für Studien und Außenpolitik bei der Observer Research Foundation, sagte, Indien sei besorgt über Russlands verwundbare Position und seine wachsende Abhängigkeit von China aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen.
Neu-Delhi will ein mögliches Bündnis zwischen Russland und China vermeiden, da es die indische Außenpolitik und strategische Kalkulation grundlegend verändern würde.
Während es Gründe im nationalen Interesse gibt, die Indiens fortgesetztes wirtschaftliches Engagement mit Russland rechtfertigen, gibt Moskaus engere Annäherung an China Anlass zur Sorge um Indiens nationale Sicherheitsbedürfnisse.
Auswirkungen auf Indiens Verteidigungszusammenarbeit
Indiens langjährige Beziehungen zu Moskau reichen bis in die Zeit des Kalten Krieges zurück, und das Land ist stark von russischen Militärlieferungendent . Diese Verteidigungszusammenarbeit ist angesichts der Spannungen Indiens mit einem zunehmend selbstbewusst auftretenden China entlang der Himalaya-Grenze von entscheidender Bedeutung.
Die Partnerschaft zwischen Russland und Indien könnte aufgrund der Unfähigkeit Russlands, inmitten des andauernden Konflikts in der Ukraine wichtige Verteidigungsgüter zu liefern, unter Spannung geraten.
Dies hat zu einer Verzögerung bei der Lieferung der dringend benötigten S-400-Raketenabwehrsysteme an Indien geführt, was wiederum Besorgnis über die Zuverlässigkeit Russlands als strategischer Partner ausgelöst hat.
In der Vergangenheit war Indien bei der Eindämmung der chinesischen Aggression stark auf die Unterstützung Moskaus angewiesen, doch die aktuelle Situation lässt Zweifel an Russlands Fähigkeit aufkommen, weiterhin die gleiche Rolle zu spielen wie einst.
Indiens Notwendigkeit, sich dem Westen zu öffnen
Angesichts der engen Beziehungen zwischen China und Russland sind Experten der Ansicht, dass Indien seine Annäherung an den Westen beschleunigen muss.
Die westlichen Nationen erkennen Indiens Herausforderungen in der Indo-Pazifik-Region und die Notwendigkeit der Unterstützung Moskaus bei der kurz- bis mittelfristigen Bewältigung der Probleme Pekings an.
Diese Sensibilität treibt die westlichen Bemühungen um eine Annäherung an Indien trotz der Differenzen in der Ukraine-Frage voran, und nationale Sicherheitsbedenken führen dazu, dass sich Indien den Vereinigten Staaten annähert.
Der indische Premierminister Narendra Modi wird am 24. Mai in Sydney gemeinsam mit US-dent Joe Biden und seinen Amtskollegen aus Australien und Japan am dritten Quad-Gipfeltreffen teilnehmen.
Der Quad ist ein informelles Sicherheitsbündnis der vier wichtigsten Demokratien, das als Reaktion auf Chinas wachsende Stärke im Indopazifik gegründet wurde.
Die Fähigkeit Russlands, sich in der sich wandelnden Dynamik zwischen Indien und China zurechtzufinden, wird einer kritischen Prüfung unterzogen werden.
In der Vergangenheit verfolgten die drei Länder das gemeinsame Ziel, eine multipolare Weltordnung zu fördern, in der die amerikanische Unipolarität das Hauptziel war. Am 3. Mai richtet sich Indiens Hauptaugenmerk jedoch auf Chinas Bestrebungen, eine Hegemonie im Indopazifik zu errichten.
Russlands Fähigkeit, seine Beziehungen sowohl zu Indien als auch zu China zu gestalten, wird genau beobachtet werden, da Neu-Delhi die sich entwickelnde geopolitische Landschaft aufmerksam verfolgt.
Indiens Beziehungen zu Russland bleiben stabil, aber Moskaus engere Umarmung