Epic und Google haben nach fünf Jahren Streit über die Verteilung und Monetarisierung der App-Einnahmen aus dem Play Store eine Einigung erzielt.
Google steht in den USA und international wegen seiner App-Store-Praktiken stark in der Kritik. Regulierungsbehörden hinterfragen schon lange, wie viel Kontrolle das Unternehmen über Android ausübt, und der Fall Epic ist ein Schritt zur Behebung dieser Bedenken.
Der fünfjährige Kartellrechtsstreit zwischen Epic und Google ist endlich beendet
Google und Epic Games Inc., der Entwickler von Fortnite, haben in einem fünf Jahre andauernden Rechtsstreit eine Einigung erzielt. Im Mittelpunkt des Streits standen die Umsatzverteilung und die Zahlungsmodalitäten für Apps auf Android-Geräten. Epic warf Google vor, seine Marktmacht zu missbrauchen, um den Vertrieb und die Monetarisierung von Apps auf Android einzuschränken.
Die finanziellen Details der Einigung wurden nicht offengelegt, sie wurde jedoch nach einer Reihe von größeren gerichtlich angeordneten Änderungen am Google Play Store bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht.
Nach dem Urteil ordnete der US-Bezirksrichter James Donato Google an, Android für externe App-Stores und alternative Zahlungsmethoden zu öffnen. Google wurde außerdem untersagt, seinen eigenen Diensten auf Android-Telefonen eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen.
Entwicklern wurde das Recht eingeräumt, Nutzer auf für sie günstigere Zahlungsoptionen außerhalb des Play Stores hinzuweisen. Diese Maßnahme soll Googles Provisionsgebühren reduzieren.
Die Einigung wird die gerichtlichen Vorgaben weitgehend beibehalten, jedoch mit einigen Anpassungen. Beide Unternehmen teilten dem Gericht mit, dass sie die frühere Anordnung im Rahmen ihrer Vereinbarung entsprechend anpassen werden.
Neue Regeln für Google Play und App-Entwickler
Gemäß den Bedingungen des vorgeschlagenen Abkommens muss Google Entwicklern weiterhin alternative Zahlungsmethoden ermöglichen, allerdings mit defiProvisionsobergrenzen. Käufe außerhalb des Play Stores werden künftig je nach Transaktionsart mit Provisionen von entweder 9 % oder 20 % belegt.
Richter Donatos frühere Anordnung verpflichtete Google, seinen gesamten Play Store-Katalog mit Wettbewerbern zu teilen. Die neue Einigung ersetzt diese Regelung durch ein System „registrierter App-Stores“, die auf Android-Geräten die gleichen Rechte wie der Google Play Store genießen. Dies gewährleistet einen faireren Wettbewerb, ohne Google zur Offenlegung seiner gesamten App-Datenbank zu zwingen.
„Die Parteien haben sich darauf geeinigt, ihre Streitigkeiten mit einer Einigung beizulegen, von der beide Parteien glauben, dass sie die Weiterentwicklung der Android-Plattform voranbringen wird“, erklärten die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.
Mit der Vereinbarung werden auch die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten um SamsungtronCo. beendet.
Sameer Samat, Googles Android-Chef, erklärte, die neuen Regeln sollten Entwicklern mehr Wahlmöglichkeiten und Flexibilität bieten. Weitere Vorteile seien niedrigere Gebühren, mehr Wettbewerb und die Sicherheit der Nutzer. Auch Tim Sweeney, CEO von Epic Games, begrüßte die Vereinbarung.

