Nach einer turbulenten Zeit, in der Geminis Earn-Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Investitionen hatten, gibt es nun einen Hoffnungsschimmer. Das New Yorker Finanzaufsichtsamt (NYDFS) und die Kryptowährungsbörse Gemini haben sich endlich geeinigt. Die Vereinbarung sieht vor, über 1,1 Milliarden US-Dollar an diejenigen zurückzuzahlen, die befürchteten, ihr Vermögen für immer verloren zu haben. Dies entspricht 97 % aller verlorenen Vermögenswerte. Doch es gibt einen Haken: Gemini muss eine Strafe von 37 Millionen US-Dollar zahlen, weil das Unternehmen aufgrund mehrerer Verstöße gegen die Compliance-Vorschriften beinahe den gesamten Betrieb zum Erliegen gebracht hätte.
Das Earn-Programm, das Anlegern als Goldgrube dienen sollte, entwickelte sich zu einem Albtraum, als Genesis Global Capital, der mit der Verwaltung dieser Vermögenswerte beauftragte Drittanbieter, unter finanziellem Druck zusammenbrach. Die Folge? Unglaubliche 1 Milliarde Dollar an Krediten von Earn-Kunden verschwanden spurlos.
Wenn das Insolvenzgericht dem Vergleich zustimmt, könnten Earn-Nutzer laut Geminis Plan nicht nur ihre ursprünglichen Investitionen zurückerhalten, sondern auch von einer Wertsteigerung ihrer Vermögenswerte enj. Die Rede ist von einem potenziellen Gewinn von über 1,8 Milliarden US-Dollar – eine Summe, die die düsteren Zahlen, die Genesis im November 2022 mit dem Stopp der Auszahlungen verzeichnete, deutlich übertrifft.
Doch Grund zum Jubeln gibt es noch nicht. Um diese Rückzahlung zu ermöglichen, greift Gemini tief in die Tasche und zahlt 40 Millionen Dollar in den von Genesis Global Capital ein. Geminis Einstieg in das Earn-Programm im Februar 2021 war ein mutiger Schritt, der jedoch durch ein gravierendes Versäumnis getrübt wurde. Die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde (NYDFS) bemängelte, dass Geminis Sorgfaltsprüfung von Genesis Global Capital, gelinde gesagt, mangelhaft war. Diese fehlende Überprüfung ließ die Earn-Kunden im Stich, als Genesis in finanzielle Schwierigkeiten geriet, was einen Dominoeffekt auslöste, den niemand vorhersehen konnte.
dent Adrienne A. Harris bezeichnete die Einigung als „Erfolg“ für die Kunden des Earn-Programms. Gleichzeitig deutete sie jedoch an, dass weitere Maßnahmen gegen Gemini ergriffen werden könnten, sollte die Kryptobörse ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Das Earn-Programm basierte auf einem einfachen, aber verlockenden Prinzip: Man verleiht seine Coins und erhält dafür Zinsen. Die Realität gestaltete sich jedoch deutlich komplexer. Die New Yorker Finanzbehörde (NYDFS) wirft Gemini unzureichende Überprüfung und Überwachung der Aktivitäten von Genesis vor.

