Die First Republic Bank, eine Bank mit Sitz in San Francisco, gehört zu den am stärksten betroffenen Banken in der aktuellen Finanzkrise, die den US-Bankensektor erfasst hat.
Das Bankensystem steht vor einer Rentabilitätskrise, die zu einer Insolvenzkrise führen könnte und massive Verkäufe von Aktien ausgelöst hat. Die Bank erhielt jedoch dringend benötigte Unterstützung, nachdem US-Finanzministerin Janet Yellen die Bereitschaft der Regierung signalisiert hatte, kleinere Kreditinstitute bei Bedarf weiter zu unterstützen.
Achterbahnfahrt der First Republic Bank
Die First Republic Bank hat in den letzten Wochen eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt, da das US-Bankensystem mit einer Rentabilitätskrise konfrontiert ist, die eine Insolvenzkrise auslösen könnte.
Die Aktien der Bank fielen in diesem Monat um rund 85 %, da Anleger ihre Portfolios umschichteten und im Aktienmarkt nach Sicherheit suchten. Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank markierte den Beginn dieser Umschichtung. Investoren suchten nun Schutz in Branchen, die als konjunkturunempfindlicher gelten, wie etwa die Lebensmittel-, Pharma- und Telekommunikationsbranche.
Die Garantie der US-Regierung war für die First Republic Bank ein entscheidender Rettungsanker. Yellens Intervention zielte darauf ab, das Vertrauen in das Bankensystem nach mehr als einer Woche der Turbulenzen, die mit dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank begonnen hatten, wiederherzustellen.
Yellens Zusicherung wirkte sich beruhigend auf die Anleger aus und führte zu einer Rallye bei US-Kreditinstituten. So stiegen die Aktien der First Republic Bank um fast 30 % und schlossen in New York bei 15,77 US-Dollar pro Aktie.
Die umfassendere Bankenkrise in den USA.
Yellens Intervention hat zwar dazu beigetragen, das Vertrauen in das Bankensystem zu stärken, doch die Probleme kleinerer Institute sind noch lange nicht gelöst.
Ein von den Vorstandsvorsitzenden der Wall-Street-Banken geschnürtes Rettungspaket in Höhe von 30 Milliarden Dollar hatte es zunächst nicht geschafft, den vorangegangenen starken Kursverfall der Aktien der First Republic Bank zu stoppen.
Die jüngsten Turbulenzen im Finanzsektor reichen über die Probleme des Bankensystems hinaus; zweistellige Rückgänge bei Banken wie der Deutschen Bank AG oder der französischen Société Générale SA spiegeln die Auswirkungen auf die Erträge wider, wenn die Kreditvergabe zurückgeht.
Die Probleme des Sektors belasten auch die Zentralbanken bei ihrer Entscheidung, ob sie eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte durchsetzen oder auf eine Erhöhung verzichten sollen, um das Finanzsystem zu stabilisieren.
Die Rentabilitätskrise des US-Bankensystems könnte sich zu einer Solvenzkrise ausweiten und einen erheblichen Verschärfungsimpuls bei den Finanzbedingungen nach sich ziehen.
Anleger meiden Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad und hoher Aktienkursvolatilität und trennen sich von Aktien, die häufig Dividenden ausschütten oder Aktienrückkäufe tätigen.
Angesichts der drohenden Verschärfung der Finanzbedingungen und der daraus resultierenden Rezession überdenken die Anleger ihre Risikoposition und suchen Sicherheit am Aktienmarkt.
Die Rentabilitätskrise des Bankensystems könnte sich zu einer Insolvenzkrise ausweiten und eine deutliche Verschärfung der Finanzbedingungen nach sich ziehen. Die Volatilität am Aktienmarkt liegt noch nicht wieder bei dem Niveau der Vorwoche; der Cboe VIX-Index notiert bei 23.
Die implizite Volatilität für US-Aktienindizes und ETFs bleibt laut McElligot jedoch weiterhin recht hoch. Der sogenannte VVIX-Index, der die Volatilität der Volatilität misst, zeigte eine Nachfrage nach Absicherung gegen Extremrisiken. Gold notierte kurzzeitig über 2.000 US-Dollar, da Anleger nach sicheren Anlagen suchten, um mögliche Turbulenzen zu überstehen.
Auch Geldmarktfondstracin der Woche bis zum 22. März ihre größten Zuflüsse seit März 2020: Laut einer Mitteilung der Bank of America, die sich auf Daten von EPFR Global stützt, flossen im Laufe des letzten Monats mehr als 300 Milliarden Dollar in cash .
Die First Republic Bank hat Glück und wird von den US-Behörden verschont