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Die US-Notenbank Federal Reserve verschiebt Zinssenkungen bis 2025

In diesem Beitrag:

  • Die US-Notenbank Federal Reserve könnte Zinssenkungen bis 2025 hinauszögern und aufgrund der anhaltend hohen Inflation eine vorsichtige Haltung beibehalten.
  • Raphael Bostic von der Federal Reserve Bank von Atlanta rechnet nur mit einem langsamen Vorgehen zur Erreichung des Inflationsziels von 2 % und prognostiziert lediglich eine Zinssenkung in diesem Jahr.
  • Jerome Powell merkte an, dass die hartnäckige Inflation Anfang 2023 die Möglichkeit einer baldigen Senkung der Kreditkosten gedämpft habe.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) scheint die Zinsen bis weit in das Jahr 2025 tracstabil zu halten, was auf eine vorsichtige wirtschaftspolitische Strategie hindeutet. Raphael Bostic, Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta, brachte es auf den Punkt: Die Zinsen werden so schnell nicht sinken, weder vor Ende dieses Jahres noch im nächsten.

Bostic, der bei den diesjährigen geldpolitischen Entscheidungen mitentscheidend ist, sieht keinen Grund für Kursänderungen, da er das Beschäftigungswachstum und die Lohnanpassungen zur Inflationsbekämpfung weiterhin im Blick behält. Er setzt nach wie vor darauf, das angestrebte Inflationsziel von 2 % zu erreichen, räumt aber ein, dass der Weg dorthin langsamer verläuft als erhofft. In diesem Jahr plant er lediglich eine Zinssenkung – nichts weiter.

Anhaltende Inflation: Ein Dorn im Auge der Wirtschaft

Die aktuelle Stimmung der Fed? Alles beim Alten lassen.

Die Inflation erweist sich als hartnäckig und verharrt auf einem unbefriedigenden Niveau, was die US-Notenbank bei Zinssenkungen stark bremst. Jerome Powell bestätigte diese Einschätzung und signalisierte, dass das Vertrauen in Zinssenkungen aufgrund der anhaltend hohen Inflation im ersten Quartal noch Zeit zum Reifen brauche.

Diese vorsichtige Stimmung ist etwas überraschend im Vergleich zu den sechs Zinssenkungen, über die Anfang des Jahres alle flüsterten. Jetzt hoffen die Händler auf vielleicht ein oder zwei Senkungen.

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Unterdessen ließ Bostic etwas Optimismus durchblicken und merkte an, dass es amerikanischen Unternehmen und Verbrauchern in dieser Phase des Konjunkturzyklus besser zu gehen scheine als üblich.

Globale wirtschaftliche Veränderungen und fiskalische Warnungen

Die Weltbühne lehnt sich nicht einfach zurück.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die USA in diesem Jahr auf 2,7 % angehoben – ein deutlicher Anstieg gegenüber den vorherigen Zahlen. Doch mit dem Wachstum geht die Herausforderung einher, die Inflation im Zaum zu halten. Der IWF blickt mit Vorsicht auf die USA und weist darauf hin, dass die Binnenwirtschaft zwar robust erscheint, die Weltwirtschaft, insbesondere ärmere Länder, aber weiterhin unter den Folgen vergangener Krisen leidet.

Selbst für die Eurozone wird in diesem Jahr nur ein geringes Wachstum von 0,8 % erwartet. Weltweit sieht es hingegen etwas besser aus, mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von 3,2 %. China und Indien dürften ein deutliches Wachstum verzeichnen, was die wirtschaftliche Verteilung weltweit verändern könnte.

Doch der Chefökonom des IWF, Pierre-Olivier Gourinchas, mahnt zur Vorsicht und fordert ein langsames und stetiges Vorgehen bei der Lockerung der Geldpolitik in den USA, insbesondere da die Wirtschaft ihr Tempo vor der Pandemie praktisch überholt hat.

Die jährliche Inflation in den USA hat sich zuletzt leicht erhöht, wobei die Verbraucherpreise im März einen sprunghaften Anstieg verzeichneten, was Händler dazu veranlasste, ihre Zinssenkungspläne zu verschieben.

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Strategen der UBS deuten sogar auf ein „reales Risiko“ hin, dass die Fed die Zinsen Anfang nächsten Jahres anheben könnte, anstatt sie zu senken. Hohe Ausgaben und Schulden in den USA häufen Risiken und erschweren es, die Inflation einzudämmen, ohne die Weltwirtschaft zu gefährden.

Die Europäische Zentralbank hingegen geht bei ihren eigenen Zinsentscheidungen sehr vorsichtig vor, um einen Rückgang der Inflation unter 2 % zu vermeiden.

Marktreaktionen und Zukunftsspekulationen

Die derzeitige Zurückhaltung der Fed bei Zinssenkungen spiegelt die allgemeinen wirtschaftlichen Sorgen wider. Altaf Kassam von State Street äußerte sich ebenfalls dazu und meinte, die Auswirkungen der US-Geldpolitik könnten sich erst verzögert auf die Realwirtschaft auswirken. Er deutete auf eine schwierige Phase ab 2025 hin, wenn ein hoher Refinanzierungsbedarf entsteht.

Und während die politischen Entscheidungsträger der Fed, wie etwa Mary Daly aus San Francisco, angesichts der noch immer vorhandenen Stärke der Wirtschaft keine Eile sehen, die Zinsen zu senken, setzen Banken wie die Bank of America und die Deutsche Bank nun auf eine einmalige Zinssenkung im Dezember – eine abgeschwächte Sichtweise im Vergleich zu früheren, optimistischeren Prognosen.

Während in der Stadt also über eine Lockerung der Geldpolitik gesprochen wurde, scheint der Plan der Fed eher darin zu bestehen, den eingeschlagenen Kurs beizubehalten und sicherzustellen, dass sie in diesen unberechenbaren wirtschaftlichen Gewässern nicht zu viel Unruhe stiften.

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