Europa plant, technologische Unabhängigkeit zu erreichen, indem es „risikoreiche“ chinesische Zulieferer schrittweise ausschließt und seine Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie durch die Entwicklung lokaler Alternativen verringert.
Die Europäische Union bereitet eine Verpflichtung vor, Produkte chinesischer Technologieunternehmen dauerhaft aus der sensibelsten Infrastruktur des Kontinents zu entfernen.
Allerdings könnte dieser Vorstoß auf Schwierigkeiten stoßen, da Länder wie Deutschland feste Abschaffungstermine für 2026 und 2029 festgelegt haben, während andere wie Spanien weiterhin millionenschweretracmit chinesischen Firmen über sensible Polizeiausrüstung abschließen.
Ist chinesische Technologie in der EU verboten?
Die Europäische Kommission plant, einen neuen Cybersicherheitsgesetzentwurf vorzulegen, der alle EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichten soll, Geräte von „Hochrisiko“-Anbietern wie Huawei und ZTE auszutauschen.
Dies liegt am Ziel Brüssels, die Abhängigkeit sowohl von chinesischen Zulieferern als auch von großen US-amerikanischen Technologieunternehmen zu verringern. Viele Mitgliedstaaten, wie beispielsweise Spanien, vertiefen jedoch weiterhin ihre Beziehungen zu diesen „risikoreichen“ Lieferanten.
Es wurde bekannt, dass das spanische Innenministerium im Juli 2025 einentracüber 12,3 Millionen Euro mit Huawei unterzeichnet hat. Dertracbeinhaltet die Nutzung der OceanStor-Server von Huawei zur Speicherung gerichtlich genehmigter Telefonüberwachungen, die von spanischen Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden eingesetzt werden.
Die US-Beamten haben inzwischen davor gewarnt, dass der Austausch von Geheimdienstinformationen mit Spanien zu einem Risiko werden könnte, wenn sensible Polizeidaten auf in China hergestellter Hardware gespeichert werden.
Im April 2024 unternahm die EU einen Versuch, die chinesische Beteiligung an ihren Industrien zu reduzieren und führte Razzien in den Büros des chinesischen Unternehmens Nuctech in Polen und den Niederlanden durch.
Im Dezember 2025 leitete die Kommission eine Untersuchung gegen das Unternehmen gemäß der Verordnung über ausländische Subventionen ein, um festzustellen, ob Nuctech staatliche Subventionen genutzt hat, um europäische Konkurrenten zu unterbieten.
Die EU untersucht einige chinesische Windkraftanlagenhersteller, wie beispielsweise Ming Yang, um zu prüfen, ob unfaire Subventionen ihnen dabei helfen, den Markt für erneuerbare Energien zu dominieren.
Befürworten die EU-Mitgliedstaaten ein Verbot?
Deutschland war der zögerlichste große Mitgliedstaat, chinesische Ausrüstung zu verbieten. Dieses Zögern rührte von den jahrelangen Warnungen der chinesischen Regierung her, ein Verbot von Huawei würde „Konsequenzen“ für deutsche Unternehmen nach sich ziehen. Der chinesische Botschafter in Berlin hatte zuvor angedeutet, Peking könne als Vergeltung deutsche Autos für „unsicher“ erklären.
Im Juli 2024 erzielte Berlin jedoch schließlich eine Einigung mit den deutschen Netzbetreibern, wonach diese bis Ende 2026 sämtliche Komponenten von Huawei und ZTE aus ihren Kernnetzen entfernen müssen. Bis 2029 haben sie Zeit, diese auch aus den Zugangsnetzen, wie beispielsweise Mobilfunkmasten, zu entfernen.
Die deutsche Regulierungsbehörde BNetzA veröffentlichte Anfang des Jahres ein neues Konsultationspapier, in dem vorgeschlagen wird, das gesamte Funkzugangsnetz (RAN) als „kritisch“ einzustufen. Dies bedeutet, dass bald auch die physischen Komponenten der Mobilfunkmasten denselben strengen Verboten unterliegen könnten wie die Softwaresysteme.
Wenn die EU vermeiden will, sich ausschließlich auf US-amerikanische Technologie zu verlassen, bleiben ihr nur zwei bedeutende lokale Alternativen: das schwedische Unternehmen Ericsson und das finnische Unternehmen Nokia.
Peking hat die Maßnahmen Europas wiederholt als Verstoß gegen marktwirtschaftliche Prinzipien bezeichnet und davor gewarnt, dass die Entfernung ihrer „qualitativ hochwertigen und sicheren“ Ausrüstung lediglich zu erheblichen finanziellen Verlusten für die europäischen Bürger führen werde.

