Die Depository Trust and Clearing Commission (DTCC) hat sich mit der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) getroffen, um die Tokenisierung zu erörtern. Bei dem Treffen, an dem auch die US Crypto Tax Force teilnahm, standen unter anderem die Tokenisierungsdienstleistungen der DTCC im Mittelpunkt.
ETF Store dent Nate Geraci teilte die Entwicklung auf X mit und merkte an, dass dies ein starkes positives Signal für den Tokenisierungssektor sei. DTCC ist ein Infrastrukturunternehmen für die Kapitalmärkte, das Finanzinstituten Abwicklungs-, Clearing- und Handelsmeldedienstleistungen anbietet.
Das Unternehmen nimmt eine zentrale Rolle auf den US-amerikanischen und globalen Finanzmärkten ein und ist mit einem Abwicklungswert von 3 Billiarden Dollar allein für das Jahr 2023 der größte Finanzverarbeiter der Welt.
Gemäß der auf X veröffentlichten Tagesordnung prüften SEC und DTCC die vorläufigen Grundlagen der Tokenisierungsdienste der DTCC. Dabei untersuchten sie Betriebsabläufe, Technologie, Designkontrollen, Tokenverwendung und weitere Aspekte. Sie erörterten außerdem die zukünftige Entwicklung des Tokenisierungsdienstes und dessen regulatorische Auswirkungen, insbesondere welche Gesetze Anwendung finden und wo Ausnahmen, vor allem im Hinblick auf Clearingstellenpflichten, möglich sind.
Das Unternehmen hat bereits angekündigt, im April eine Plattform für das Management tokenisierter Sicherheiten auf den Markt zu bringen. Die Blockchain-Plattform soll innerhalb des AppChain-Ökosystems laufen und die Bewegungen von Sicherheiten auf den Finanzmärkten optimieren.
DTCC arbeitet seit über fünf Jahren an einer Tokenisierungsplattform und testete letztes Jahr in Zusammenarbeit mit 13 Teilnehmern im Canton Network ein Pilotprojekt. Dabei untersuchte das Unternehmen zehn Anwendungsfälle und stellte fest, dass die Tokenisierung zur Verbesserung der Liquidität und der Sicherheitenoptimierung beitragen kann.
DTCC verstärkt Engagement für Blockchain-Technologie und Krypto-bezogene Maßnahmen
Die jüngsten Gespräche mit der SEC zeigen unterdessen nur, dass das Unternehmen seine Krypto-Integrationen weiter vorantreibt. In den letzten Monaten tauchten Berichte auf, wonach DTCC plant, Stablecoins in seine Plattform zu integrieren.
Laut The Information entwickelt DTCC einen eigenen Stablecoin. Obwohl es noch keine offizielle Bestätigung des Unternehmens gibt, veröffentlichte es kürzlich einen Blogbeitrag über die Verwendung von Stablecoins als Zahlungsmittel bei Zahlungen und grenzüberschreitenden Transaktionen.
Das Unternehmen erklärte außerdem, die regulatorischen Entwicklungen der Aufsichtsbehörden und des US-Kongresses zu beobachten und seine Optionen zu prüfen, einschließlich der Möglichkeit, einen Stablecoin einzuführen, falls dies zur Verbesserung seiner Kerndienstleistungen beiträgt.
Interessanterweise arbeitet das Unternehmen schon seit Jahren an Kryptowährungen und Tokenisierung. 2023 kaufte es das institutionelle Blockchain-Technologieunternehmen Securrency und experimentiert bereits seit 2020 mit Tokenisierung.
Die positive Einstellung des Unternehmens zur Tokenisierung zeigte sich dent in seiner jüngsten Aussage vor dem US-Kongress. Dort erklärte Nadine Chakar, Leiterin des Bereichs Digitale Vermögenswerte, dass die Tokenisierung der nächste Schritt zur Vereinfachung komplexer Finanzprozesse sei. DTCC ist außerdem der ERC3643 Association beigetreten, einer gemeinnützigen Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Ethereum Token als Standard für tokenisierte Wertpapiere zu etablieren.
Die Tokenisierungsbestrebungen nehmen zu
DTCC ist unterdessen nicht das einzige Unternehmen, das sich mit der SEC zum Thema Tokenisierung auseinandersetzt. Tatsächlich haben mehrere Finanzinstitute, sowohl solche mit Schwerpunkt auf traditionellen Finanzdienstleistungen als auch auf Kryptowährungen, in letzter Zeit ihr Augenmerk auf diesen Sektor gerichtet.
Coinbase hat kürzlich die Genehmigung der US-Börsenaufsicht SEC beantragt, tokenisierte Aktien auf seiner Plattform anzubieten. Dieser Schritt könnte das Unternehmen näher an traditionelle Brokerhäuser heranführen. Der Leiter der Rechtsabteilung, Paul Grewal, bestätigte dies, obwohl unklar ist, ob die Börse einen offiziellen Antrag gestellt oder lediglich um Rat gebeten hat.
Die Kryptobörse wartet nun auf die Entscheidung der SEC, die die Entwicklung des Sektors maßgeblich beeinflussen könnte. Tokenisierte Wertpapiere sind derzeit in den USA nicht legal.
Die derzeitige SEC-Verwaltung, insbesondere die Krypto-Taskforce, hat jedochtronInteresse an der Ermöglichung der Tokenisierung gezeigt, auch angesichts der sich weiterentwickelnden Regulierungen. Einige Unternehmen warten nicht auf die SEC; so haben beispielsweise Kraken und Bybit tokenisierte Wertpapiere in anderen Jurisdiktionen eingeführt.
Das enorme Interesse an tokenisierten realen Vermögenswerten (RWA) treibt die Marktentwicklung weiterhin an. Der Gesamtwert der On-Chain-RWA überschritt kürzlich die Marke von 24 Milliarden US-Dollar, nachdem er in den letzten 30 Tagen um fast 6 % gestiegen war. Auch die Anzahl der Inhaber von RWA erhöhte sich um 99 % auf über 204.000.

